Parteiausschluss: Göttinger SPD stößt Verfahren gegen Thilo Sarrazin an

Göttingen. Wenn es nach der Göttinger SPD geht, soll Thilo Sarrazin aus der Partei ausgeschlossen werden. Die Mitglieder sprachen sich bei ihrer Jahreshauptversammlung nahezu einstimmig für ein neuerliches Parteiausschlussverfahren aus.

Hintergrund: Sarrazin, den viele durch dessen umstrittenen Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ kennen, war am 19. September bei einem Festessens Gast der Alternative für Deutschland (AfD) Weserbergland. Dabei trat er unter anderem zugunsten des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders ein, der für seine, integrations-, fremden- und europafeindliche Politik berüchtigt ist, heißt es in einer Pressemitteilung der Göttinger SPD. Zudem habe Sarrazin Heranwachsende dazu aufgefordert, „mindesten drei Kinder zu produziere“.

Das frühere Bundesbank-Vorstandsmitglied Sarrazin (69) stößt immer wieder durch provokant formulierte und kontroverse Thesen zur Finanz-, Sozial- und Bevölkerungspolitik verschiedene gesellschaftliche Diskussionen an. Nachdem Sarrazin mit Ratschlägen an Hartz-IV-Empfänger überregional bekannt geworden war und seinen umstrittenen Bestseller geschrieben hatte, schied er aus dem Bundesbankvorstand aus, heißt es im Online-Lexikon Wikipedia.

„Mit seinen Aussagen unterstützt Sarrazin das Programm einer rechtspopulistischen, ausländerfeindlichen Partei, die einen beträchtlichen Anteil ihrer Mitglieder und Wähler aus dem Sympathisantenkreis der NPD beziehe“, heißt es in dem Antrag auf Parteiausschluss. Eine Person, die sich zum Werbeträger der AfD mache, könne und dürfe nicht länger Mitglied der SPD sein, meinen die Göttinger Sozialdemokraten. (bsc)

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