Ermittlungen gegen 20 weitere Personen

Organspende-Skandal: Patienten unter Verdacht

Das Uniklinimkum: Nicht nur Ärzte und Mitarbeiter, sondern auch Patienten könnten sich hier im Organspende-Skandal strafbar gemacht haben. Foto: Kopietz
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Das Uniklinimkum: Nicht nur Ärzte und Mitarbeiter, sondern auch Patienten könnten sich hier im Organspende-Skandal strafbar gemacht haben.

Göttingen. Im Organspende-Skandal am Göttinger Universitätsklinikum gibt es neben dem Hauptverdächtigen um die 20 weitere Beschuldigte, darunter auch Patienten. Das teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig auf Anfrage mit.

Vorab wird aber voraussichtlich im Mai über eine Anklage gegen den Hauptverdächtigen Aiman O. entschieden. Sollte es zur Anklage kommen, würde das Verfahren Frühsommer am Landgericht Göttingen starten.

Eine konkrete Zahl, wie viele weitere Personen beschuldigt sind, wollte Klaus Ziehe von der Staatsanwaltschaft Braunschweig nicht nennen. „Es sind um die 20 Beschuldigte“, sagt Ziehe. „Dabei handelt es sich um Beschuldigte, bei denen wir nicht wissen, ob der Strafvorwurf bestehen kann oder nicht.“ Bisher gebe es nur einen so genannten Anfangsverdacht, der zu prüfen sei.

Bei den Verdächtigen handelt es sich teilweise um weitere Ärzte des Klinikums. „Unter sechs“, so Ziehe, seien Mediziner. Auch sonstige Mitarbeiter seien unter den Beschuldigten, wie auch mehrere Patienten. Wie genau diese sich schuldig gemacht haben sollen, dazu wollte sich Ziehe nicht äußern. „Es muss geprüft werden, ob Manipulationen stattgefunden haben.“

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Im Vordergrund steht für Ziehe aber zunächst die Entscheidung über die Anklage gegen den Hauptverdächtigen. Mit einer Abschlussentscheidung rechnet er in den nächsten Wochen. „Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass es zur Anklage kommt“, sagt Ziehe. „Er sitzt immerhin in Haft.“

Sollte es zu einer Anklage kommen, müsste der Prozess spätestens Anfang Juli beginnen. „Wir haben da etwas Eile. Das Verfahren muss ein halbes Jahr nach der Inhaftierung starten“, sagt Ziehe.

Aiman O. war Anfang Januar festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Verdacht: versuchter Totschlag in acht Fällen. Der Chirurg soll durch falsche Angaben das Vergabeverfahren von Organen beeinlusst haben. Eigenen Patienten habe er zu einer Spenderleber verholfen und so den Tod anderer Patienten in Kauf genommen. (vsz)

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