Göttinger Literaturherbst: Mit Musik in den Trollwald

Paul Maar mit Troll-Trio im Deutschen Theater

Mit tosendem Applaus und Getrampel werden die Künstler für die Vorstellung belohnt. Paul Maar verlässt das Theater nicht, ohne am Bücherstand im Foyer seine Bücher für seine Fans zu signieren.
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Mit tosendem Applaus und Getrampel werden die Künstler für die Vorstellung belohnt. Paul Maar verlässt das Theater nicht, ohne am Bücherstand im Foyer seine Bücher für seine Fans zu signieren.

Aus dem Deutschen Theater in den Trollwald sind viele Kinder mit ihren Eltern beim Literaturherbst mit Paul Maar und seinem Troll-Trio gereist. Eine Stunde lang begleiteten sie den kleinen Troll Tojok in seinem trolligen Kinderleben.

Göttingen – Die Lesung beginnt damit, dass Paul Maar zeichnet. Denn er schreibe nicht nur von seinen Figuren, er illustriere seine Bücher auch selbst. Auf einer Flipchart malt er erst den kleinen Troll Tojok mit grünen Haaren und dann den Wildkater Mommo mit braunen Streifen. Den Namen seines kleinen Trolls habe er im Internet gefunden. In Norwegen sei er auf ein Verkehrsschild gestoßen, das - im Spaß - vor kreuzenden Trollen warnte. Weil er schloss, dass die Trolle dort heimisch sind, habe er den norwegischen Vornamen gegoogelt.

Wie Tojok, der fast alles mit Mommo unternimmt, ist auch sein Schöpfer nicht gern alleine. Mit Konrad Haas (Keyboard, Flöte, Komponist der Lieder) und Wolfgang Stute (Gitarre, Schlagwerk, Komponist der Übergangsmusik) hat er sich zum Troll-Trio zusammengetan und die Lesung mit eingängiger Musik, zuweilen etwas jazzig, begleitet. So gibt es ein Lied, das die Eltern ihrem Sohn zu seinem siebten Geburtstag schenken, weil sie ja im Wald nichts kaufen können. Dabei setzt das Trio mal eben um, was sie kurz vor der Lesung besprochen haben: Der letzte Refrain wird gepfiffen. Was Maar liest, kommentiert Haas am Keyboard. Wenn es spannend wird, lässt Stute die Handpan rhythmisch schwingen.

Was Tojok erlebt, sind Alltagsgeschichten, Dinge, die für Kinder oft nicht so leicht sind. Als seine Mutter dem kleinen Drachen nach einem anstrengenden Putztag sein Lieblingsessen verspricht, muss er andere fragen, was er sich wünschen könnte. Aber Mäuse wie der Wildkater Mommo oder Raupen wie der Rabe will Tojok auf keinen Fall bekommen. Als Mommo von der Katze Smilla eingeladen wird, damit sie sich einmal kennenlernen, machen sich die Freunde das erste Mal auf einen längeren Weg als gewöhnlich. Und es ist schon vorher fast klar, dass sie sich verlaufen werden.

Der 82-jährige Maar, der Malerei und Kunstgeschichte studierte und als Lehrer und Kunsterzieher wirkte, bevor er als Autor erfolgreich wurde, erzählt seine Geschichten mit großer Wärme und viel Sympathie für Zuhörer und Figuren. Nicht nur Kindern ab fünf Jahren macht es Spaß, der musikalischen Lesung zuzuhören. Wer sich im Zuschauerraum umsieht, wird auch Erwachsene ohne Kinder, ja sogar vereinzelte Jugendliche finden. Nach einer musikalischen Zugabe singt das Trio auch noch das Samslied. Denn Maar erzählt: Es gebe auch ein neues Sams-Buch: „Das Sams und der kleine blaue Drache“. (Ute Lawrenz)

Paul Maar: Der kleine Troll Tojok. Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg, 2019. 8 Euro.

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