Paul Panzer in der Lokhalle: Brüllend komisch, aber nur eine Zugabe

Zwischen Straßenlaterne und Mülltonne: Paul Panzer alias Dieter Tappert auf seiner Gartenbank in der fast komplett ausverkauften Göttinger Lokhalle. Foto: Niesen

Göttingen. Viel Beifall gab es für Stand-up-Comedian Paul Panzer alias Dieter Tappert und seine neue Show „Invasion der Verrückten“ in der nahezu komplett ausverkauften Lokhalle in Göttingen – allerdings nur eine Zugabe.

Seine Fans waren trotzdem glücklich – zwei Stunden lang amüsierten sie sich über Anekdoten, Witze und schlagfertige Antworten, wenn der Comedian Zwischenrufe aus dem Publikum in sein Programm einbaute.

Seine Fans giggelten und lachten schon, als er in seinem typischen Outfit Pril-Blumen-Hemd die Bühne betrat, die Hände breitbeinig in die Hosentaschen steckte, die Hose hochzog und dabei leicht auf den Zehenspitzen wippte, hinter sich Haus und Gartenzaun, eine Bank, eine Straßenlaterne, ein Mülleimer. Schon war das überspitzte Bild des spießigen, aber liebenswerten Otto-Normal-Verbrauchers perfekt, der sich über die Welt auslässt und sich dabei gerne auf seine Frau Hilde, seinen Sohn Bolle und seine Tochter Susaka bezieht.

Aber darüber schwebte ein blau angestrahltes Ufo, das Bild für die Neugierde auf das, was die Erdenmenschen alles so treiben, denken, fühlen und lieben. Und da ist der Comedian mit seinem antrainierten Sprachfehler-S genau der Richtige, der sich über die Menschen vom Baby bis zum Greis „Ü 80“ auslässt. „Zuerst nur Biomasse: Oben Brei rein, unten Brei raus.“ – „Ü80 – Der Arztbesuch gehört zum Programm. Da ist es geheizt, da liegen die neuesten Zeitschriften aus. Und wenn man Glück hat, trifft man auch einen Arzt.“ Oder wenn er über seinen Nachbarn im Seniorenalter schwadroniert. „Der hängt den ganzen Tag am Fenster. Die Kinder nennen ihn schon Windows 24.“

So richtig ins Leben greift Paul Panzer immer, wenn es um seine Familie geht, um die Alltäglichkeiten, die jeder kennt. Da bringt er kurz und treffsicher seine Gefühle auf den Punkt, beispielsweise als seine Tochter ihren neuen Freund Torben vorstellt: „Klingt wie ein medizinisches Instrument: Tupfer, Schrauben, Torben! Der hat ein Jogastudium, die proben den gespreizten Kranich.“

Hin und wieder wird er auch kritisch, so als er über die liebste Freizeitbeschäftigung aller lästert: „Fernsehgucken ist gut fürs Gehirn – weil es nicht gebraucht wird.“

Internet, Smartphones und Co. gehören natürlich dazu. Bei diesem Thema läuft er in der Zugabe zur Hochform auf: Brüllend komisch, als er einen Chat mit seinem Sohnemann Bolle schildert. Dieses Gefühl nahmen seine Fans dann mit nach Hause – auch wenn es keine weitere Zugabe gab.

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