"Pegane" Lebensweise

Zusammenspiel von Ernährung, Bewegung und Entspannung - ohne Verbote

Lifestylecoach Bettina Wegner präsentiert hier einen selbstgemachten Brotaufstrich aus roten Linsen auf Nussbrot. Man nehme eine Tasse rote Linsen, lässt sie in zwei Tassen Wasser erst kurz köcheln, danach quellen lassen und zerdrücken. Sie würzt das Ganze mit Zwiebeln, Tomatenmark, Salz und Kräutern. Fertig. Foto:Jessica Sippel

Bettina Wegner ist Lifestyle-Coach - eigentlich rät sie zu einer für den Körper optimalen Lebensweise und Achtsamkeit.

Von Diäten und unbefriedigenden Ernährungsweisheiten hält Bettina Wegner nicht viel. Und das weiß die Göttingerin aus Erfahrung: Nach ihrer Schwangerschaft vor einigen Jahren war sie mit 110 Kilo selbst übergewichtig und hat viele Diäten ausprobiert.

Neben Ernährung und Bewegung beschäftigt sich Lifestylecoach Bettina Wegner auch mit traditioneller chinesischer Medizin, einer Naturheilkunde, die eher philosophisch ausgelegt ist. Nach der Lehre von Yin und Yang sollten Körper, Geist und Seele in Harmonie und Ausgleich zueinanderstehen. Auch das Qi, die Lebensenergie, sollte frei fließen können. Gelernt hat Wegner diese Heilkunst in China.

Pegan heißt persönlich

Auf dieser Grundlage hat Wegner ein Konzept entwickelt, das die Bereiche Ernährung, Bewegung, Entspannung und Achtsamkeit verbindet: die „pegane“ Lebensweise. „Pegan kennt keine Verbote und auch keine 08/15 Gebote“, sagt die Ernährungsberaterin. „Pegan“ ist als Wortspiel zu verstehen: „P“ bedeutet persönlich im Sinne von individuell. Ob es dabei um den Stoffwechsel, den Gesundheitszustand, den persönliche Geschmack und den Alltag geht: Das alles muss berücksichtigt werden, beschreibt Wegner.

Keine Heißhungeratttacken

Laut „E“ wie evolutionär sollte zu natürlichen Lebensmitteln gegriffen werden. „Genetisch sind wir mehr Schimpanse als Mikrowellenesser“, erklärt die Ernährungsberaterin. Die Evolution sei nicht so schnell wie der wissenschaftliche Fortschritt. Industriell verarbeitete Lebensmittel könne eine Zelle daher kaum gebrauchen. Dazu zählen zum Beispiel Süßigkeiten, abgepackte Lebensmittel, Fast Food und Softdrinks. Selbst Milch führe zu einer Übersäuerung des Körpers. „Milch ist ursprünglich nur für Säuglinge gedacht“, erklärt sie. Natürliche Lebensmittel sind daher zu bevorzugen. Je mehr das Produkt noch seine Ursprungsform hat, desto besser. „Nicht der Magen muss satt werden, sondern die Zelle“, betont Wegner. „Und eine gesättigte Zelle hat keine Heißhungerattacken.“

Ganzheitliches Denken

Unter „G“ rät sie zum ganzheitlichen Denken und individuellen Handeln. Der Körper folge immer dem, was der Kopf entscheidet. Kopf und Körper sollten daher im Einklang sein. Unter diesem Prinzip sei auch Sündigen kein Problem, solange man das Stück Kuchen oder das Glas Wein bewusst genießt. Verkneifen oder verbieten sollte man sich nichts, findet sie, sonst wird aus dem Stück schnell eine ganze Torte. „Heißhungerattacken entstehen nicht nur körperlich, sondern auch psychisch.“

Im Hamsterrad

„A“ bedeutet Achtsamkeit. Ob bei der Ernährung, im Sport oder Beruf: Viele Menschen hätten verlernt, auf sich zu achten und Signale ernst zu nehmen. „Sie laufen immer weiter in ihrem Hamsterrad, bis sie ausgebrannt sind.“ Sie empfiehlt selbstreflektiert und achtsam durchs Leben zu gehen, sich bewusst Pausen zu nehmen und so stressfrei zu leben.

Natur beachten

Dies geht Hand in Hand mit dem letzten Buchstaben der Liste: „N“ wie Natürlichkeit. Die Natur habe ihren eigenen Rhythmus, der zum Beispiel signalisiert, wann der Mensch Hunger und Durst hat und wann er müde oder leistungsfähig ist. Darauf solle man im Alltag achten.

Letztendlich sei es wichtig zu wissen, was in den Lebensmitteln steckt und wie sie auf den Körper wirken. Ihr Fazit lautet: „Wenn man das Gute viel macht und vom Schlechten nur ein bisschen, dann macht man schon mehr gut als schlecht.“ (jes)

Ernährungstipps von Bettina Wegner

Auf dem Teller landen vor allem Gemüse, Nüsse, Samen, Kartoffeln, Reis, Hülsenfrüchte und Obst nach Saison. Getreideprodukte sind in Maßen empfohlen, Vollkorn und Bioqualität sind zu bevorzugen. Alles sollte vitalstoffschonend zubereitet werden. Tierische Produkte, Milch und Fleisch kommen eher selten auf den Tisch, aber stets in bester Qualität. Zudem sollten sie maximal unverarbeitet sein, das heißt in ihrer Ursprungsform: Ein Ei ist besser als verarbeitete Wurst. Über den Tag verteilt gibt es stilles, abgekochtes und warmes Wasser sowie natürliche Getränke.(jes)

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