Motto "Denken Sie Ihre Gedanken zu Ende"

PEN-Jahrestagung in Göttingen steht im Zeichen der Meinungsfreiheit

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Ausstellungseröffnung (von links): Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, PEN-Geschäftsführerin Claudia C. Krauße und PEN-Präsidentin Regula Venske im Obergeschoss des Alten Rathauses.

Göttingen. 70 Jahre nach seiner Gründung ist das PEN-Zentrum Deutschland wieder in Göttingen. Der Schriftstellerverband eröffnete seine Jahrestagung in der Uni-Stadt am Dienstagnachmittag im Alten Rathaus.

Regula Venske, Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland, deren Geschäftsführerin Claudia Krauße und Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, eröffneten gleichzeitig die „Ausstellung zur Geschichte und Bedeutung des PEN seit der Wiedergründung in Göttingen 1948“, die noch bis Sonntag, 29. April, im Obergeschoss des Alten Rathauses zu sehen sein wird.

Die PEN-Geschichte spielt eine Rolle bei der Jahrestagung, die unter dem Motto „Denken Sie Ihre Gedanken zu Ende“ steht. Noch mehr von Bedeutung sind aber die Themen von aktueller Dimension. Die Meinungsfreiheit etwa. „Es wird wieder wichtiger, darauf hinzuweisen, dass das freie Wort nicht selbstverständlich ist – auch nicht in Europa“, sagte Köhler. Auch Venske betont, dass unsere Gesellschaft in Sachen Meinungsfreiheit in den vergangenen Jahren eher einen Rückschritt gemacht hat: „Als ich bei PEN als Generalsekretärin angefangen habe, waren die Probleme noch viel weiter weg. Jetzt ist das alles sehr nah an uns herangerückt.“

Als Beispiele nannte Venske Polen und Ungarn. Aber selbst in Österreich schlugen Eingriffe in die Pressefreiheit zuletzt hohe Wellen. Die ÖVP/FPÖ-Koalition drohte dem Öffentlich-rechtlichen Sender ORF mit massiven Einsparungen. FPÖ-Politiker Norbert Steger, zugleich Mitglied im obersten ORF-Aufsichtsgremium, erklärte öffentlich, dass ein Drittel der Auslandskorrespondenten-Stellen wegfallen solle, wenn „diese sich nicht korrekt verhalten“. Auslöser war die Berichterstattung über die Ungarn-Wahl.

In diesem Zusammenhang wies Köhler darauf hin, dass auch in Deutschland ähnliche Diskussionen geführt würden. Und auch Venske betonte, dass es hierzulande Tendenzen gibt, die die Meinungsfreiheit infrage stellen.

Veranstaltungen

Alle diese Punkte werden am Freitag, 27. April, zur Sprache kommen. Im Rahmen der PEN-Jahrestagung diskutieren in der Göttinger Paulinerkirche ab 20 Uhr Zoe Beck, Ulrich Greiner und Ulrich Sieg mit PEN-Präsidentin Regula Venske unter dem Titel „Das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Neue Rechte“.

Weitere Veranstaltungen:

Mittwoch, 25. April, 13.30 Uhr: Eine Schule-Autoren-Begegnung in der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule (IGS Geismar) mit Dogan Akhanli, Enoh Meyomesse, Jürgen Jankofsky und Franziska Speer;

Donnerstag, 26. April, 19.30 Uhr: „Auf der Flucht vor der achtete – Selbstjustiz in Bangladesch“ mit bengalischen Aktivisten und Bloggern sowie die Verleihung des Kurt-Sigel-Lyrikpreises an Dorothea Grünzweig im Alten Rathaus, Moderation: Alf Mentzer;

Sonntag, 29. April, 11 bis 12.30 Uhr:„Deutsche Meckerköppe – Lichtenbergs Erbe und Satire heute“ mit Susanne Fischer, Angela Krauß und Frank Schäfer; Jan Sperhake sorgt für Musik, Matthias Biskupek für die Moderation.

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