Junge Union und Clubbetreiber diskutierten digital

Perspektiven für die Clubszene in Göttingen schaffen

Feier in einem Club
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Die Junge Union will sich für den Erhalt der Clubkultur in Göttingen einsetzen. (Archivfoto)

Gemeinsam tanzen, feiern, auf Konzerte gehen – all das ist seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr möglich. Das stellt vor allem Clubbetreiber vor finanzielle Herausforderungen.

Göttingen – Deshalb gab es ein digitales Treffen der Jungen Union in Göttingen, der CDU-Stadtratsfraktion und einigen Clubbetreiber aus der Uni-Stadt, um über mögliche Hilfsmaßnahmen zu diskutieren.

Fazit: Für die Betreiber fehlt eine wirtschaftliche Perspektive. Die Förderungen von Bund und Ländern decken zwar laufende Kosten, allerdings stagnieren die Einnahmen bei vielen Clubs komplett.

Alternativen zu schaffen, wie Speisen und Getränke zum Mitnehmen anzubieten, ist für die meisten Clubs nur schwer machbar. Denn das bedürfe einer Ummeldung einer Diskothek als Gastronomiebetrieb, was aber mit bürokratischen Aufwand verbunden ist – das gilt auch für eine spätere Rückummeldung zum Clubbetrieb.

Die Junge Union schlägt deshalb vor, Clubbetreibern die Vergnügungssteuer für 2021 zu erlassen oder den Steuersatz zu senken. Was davon in die Tat umgesetzt wird, das wird sich erst in weiteren Gesprächen mit den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung zeigen.

Für die Clubbetreiber bot der Austausch die Möglichkeit, ihre aktuelle Situation darzustellen und sich untereinander auszutauschen. Für Giulian Thunert, Geschäftsführer des Savoy in Göttingen, war das digitale Treffen der Kultur- und Eventbetriebe ein positives Zeichen: „Es ist gut, dass man versucht, als Stadt gemeinsam aufzutreten und ein Signal zu setzen“, sagt Thunert. Für die Clubbetreiber sei die derzeitige Lage eine „absolute Katastrophe“.

Man habe versucht, seit März die Kosten des Savoy zu senken und diese mit den Förderprogrammen und Hilfen vom Land Niedersachsen auszugleichen.

Trotzdem blickt Thunert positiv in die Zukunft; das Savoy wird umgebaut, um zukünftigen Gästen etwas Neues zu präsentieren. Der Umbau wird mit einem bestimmten Prozentsatz vom Land Niedersachsen gefördert. Zudem plant Thunert das Savoy temporär als Barbetrieb zu eröffnen – sollte das seitens der Stadtverwaltung möglich sein – und den Club mit Tischen und einer Lounge auszustatten. Ein Hygienekonzept und große Lüftungsanlangen seien schon vorhanden.

Auch Bea Roth, Inhaberin des Exils in Göttingen, sieht die Herausforderungen der aktuellen Situation: „Auf der einen Seite soll man wirtschaftlich arbeiten und auf der anderen Seite eine Kulturbereicherung für die Stadt sein“, sagt Roth. Das Exil ist zugleich Club und Spielstätte, mit rund 250 kulturellen Veranstaltungen und Konzerten im Jahr – das aufrechtzuerhalten war aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr unmöglich.

Die Novemberhilfen seien erst spät gekommen und reichen zwar gerade so für die Miete und laufende Kosten, aber für einen eigenen Unternehmerlohn kaum. Zudem sei es schwierig, Veranstaltungen für die Zukunft zu planen, denn Konzerte müssen frühzeitig bei den Veranstaltern gebucht werden.

Deshalb sieht Roth ein Wieder-Aufleben der Club- und Kulturszene in der nächsten Zeit eher nicht: „Ich bin ein optimistischer Realist und das sagt mir, dass erst ab frühestens 2022 ein normaler Veranstaltungsbetrieb wieder möglich sein wird.“ (Natascha Terjung)

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