Lockdown trifft auch vorbildlich Handelnde

Petra Broistedt über Kontrollen und Infektionen in Göttingen

Leiterin Krisenstab: Petra Broistedt
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Leiterin Krisenstab: Petra Broistedt

Die neuen, schärferen Corona-Regeln, die ab Montag (2. 11. 2020) in Niedersachsen gelten, machen aus Sicht der Leiterin des Göttinger Krisenstabes, Petra Broistedt, Sinn, wie sie in einem Gespräch mit unserer Zeitung am Mittwoch sagte. Man müsse die Zahl der Kontakte im öffentlichen Leben und sozialen Umfeld einschränken. Trotz der Vorgaben sei letztlich jeder Einzelne gefordert, das umzusetzen, so die Sozial- und Kulturdezernentin der Stadt Göttingen.

Göttingen – Broistedt und die Ordnungsbehörde jedenfalls notieren häufiger als im nun nach dem ersten Lockdown im Frühjahr mehr Verstöße gegen Abstands- und Hygieneregeln. Zu beobachten waren und sind diese auf öffentlichen Plätzen wie dem Nikolai-Kirchhof und dem Wilhelmplatz, wo zum Teil feiernde, meist jüngere Besucherinnen und Besucher im dreistelligen Teilnehmerbereich beobachtet wurden – auch in den sozialen Netzwerken. Offensichtlich wird dabei, dass Ordnungsdienst und Polizei diesen Massentreffen keinen Einhalt gebieten können.

Für Broistedt sei dieses Verhalten unverantwortlich. Ein kleiner Lockdown aber könnte positive Wirkungen auf die Menschen haben.

Die Schließung von Bars, Kneipen und der Kultureinrichtungen sieht Petra Broistedt differenziert. „Es trifft leider auch die, die sich sehr an die Regeln gehalten haben.“ Leider aber gab es in Göttingen auch vereinzelte Verstöße. Kontrollen durch Ordnungsbeamter am Abend seien ohne Ergebnis geblieben, in der Nacht sei es aber auch zu klaren Verstößen gekommen.

„Wir können als Stadt nicht 24 Stunden kontrollieren, obwohl wir das Ordnungsamt – auch durch Umbesetzungen in der Verwaltung – massiv verstärkt haben, schon während des ersten Lockdowns und auch danach.

Der Ordnungsdienst der Stadt kontrolliert regelmäßig, auch die jetzt geltende Maskenpflicht innerhalb des Stadtwalls, und betreut auch das Kreisgebiet mit. Ein Beispiel ist die Innenstadt von Bad Lauterberg, wo besondere Regeln gelten. Allein aufgrund dieses enormen Arbeitsgebietes seien den Kontrollen Grenzen gesetzt.

Als Kulturdezernentin blickt Broistedt besorgt auf die Einrichtungen, die innovativ mit den Beschränkungen umgegangen sind und ein Stück Normalität – trotz viel geringerer Platzkapazität – gelebt haben. „Sie sind stark betroffen, werden bestraft für Verfehlungen bei privaten Feiern und anderen Zusammenkünften, die die Infektionszahlen nach oben getrieben haben.“

Auf die Frage nach konkreten Infektionsfällen bei Kulturveranstaltungen, für die allesamt strenge Sicherheits- und Hygienekonzepte gelten, sagt Broistedt: „Uns sind keine bekannt.“  (Thomas Kopietz)

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