Apassionata

Mit Pferden und Akrobaten auf der goldenen Spur

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Göttingen. Gefeiert wurden die menschlichen und tierischen Akteure von Apassionata von etwa 1500 Zuschauern am Freitagabend in der Lokhalle.

Und dass das so war, ist kein Wunder, denn die Show bietet Spielzeit für Spielzeit Unterhaltung, Akrobatik und Pferdekunst auf hohem, teilweise auf höchstem Niveau.

Drumherum wird eine Geschichte gestrickt, diesmal die Fantasy-Story der "Goldenen Spur", so der Titel des Programms 2014/2015. Die ist manchmal ein wenig arg konstruiert, bietet aber die Gelegenheit, ein schönes Bühnenbild und attraktive Kostüme einzubinden. Musikalisch wird alles gereicht - von Klassik über Rock bis Soul, perfekt abgestimmt auf die Vorführungen, manchmal nehmen die Pferde gar den Takt der Musik auf. Die Temporitte der fantastischen, französischen Equipe Voltigeurs du Monde mit ihren waghalsigen Tricks brauchen einen stampfenden Rock-Rhythmus: Die jungen, durchtrainierten Reit-Turner klettern im Galopp unter dem Pferd durch, jagen über die Reitbahn, laufen neben den Pferden her, springen auf, hängen quer in der Luft, ein Fuß im Steigbügel. Atemberaubend.

Die vielen Reitsport-Kenner im Publikum begutachten mehrfach die Dressur-Figuren. Nicht wie Dressur-Rechteck mit einem Pferd, sondern oft mit mehreren Pferden, synchron - zu ruhiger Gitarrenmusik.

Pferdefreunde erfreuen sich auch an den vielen Pferderassen: Vom Shire- und Quarter-Horses über Araber bis zum liebevoll-majestätischen Friesen ist alles dabei. Für Deutschland sind die Amazonen der Equipe Petra Geschonneck dabei. Eine der Reiterinnen macht die Show als Hobby, nebenbei. Sie ist eigentlich Fitnesstrainerin. "Eine wunderbare Abwechslung", sagt sie. So nebenbei hohe Reitkunst auf Friesen-Pferden demonstrieren - Respekt!

Apassionata in der Lokhalle in Göttingen

Tanz- und Slapstick-Einlagern garnieren das Programm. Da legt sich ein Pferd freiwillig auf ein Kopfkissen und wird zugedeckt. Und es bleibt liegen. Chillt.

Die intensivsten Momente aber liefert - wie schon im Vorjahr - der Pferdeversteher schlechthin. Bartolo Messina zeigt eine Dressur mit sechs Pferden. Er geht durch die Arena. Die Tiefe folgen ihm oder nicht. Gesteuert von kleinsten Gesten, Bewegungen. Das ist sie, die Symbiose von Tier und Mensch. Fantastisch. Messina erntet auch den größten Applaus. Und das ist gut so. Es gibt sicherlich spektakuläre Aktionen wie das Pferd, das sich in die Luft katapultiert, was nicht so ganz freiwillig wirkt.

Generell aber wird - ob Fachmann oder Laie - im Publikum klar: Die Tiere haben meist unbändige Freude an ihren Vorführungen, der Bewegung, dem Spiel.

Auch deshalb begeistert die wunderbar beleuchtete Show Apassionata. Auch deshalb werden viele wiederkommen - 2016.

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