Erste Messdaten und Fotos eingetroffen

Rosetta-Mission: Philea steht nach Hüpfer-Landung

Wie Fotos aus einer anderen Welt: Die Landeeinheit Philae der Raumsonde Rosetta hat am Donnertag erste Fotos von der Oberfläche des Komenten 67P/Churyumov-Gerasimenko zur Erde gefunkt, aus einer Entfernung von 500 Millionen Kilometern. Foto: ESA/nh

Göttingen/Darmstadt. Die Sorgen um die Landefähre Philae der Raumsonde Rosetta sind am Donnerstag geringer geworden: Wie die Europäische Raumfahrtbehörde ESA am Nachmittag meldete scheint die Position von Philae auf der Kometenoberfläche von Churyumov-Gerasimenko recht stabil zu sein.

Am Mittwoch waren schon kurz nach dem ersten Signal um 17.04 Uhr Probleme aufgetreten. Zwar gab es eine Funkverbindung zum Lander, aber noch keine Fotos der Bordkamera. Außerdem konnten die Halteharpunen an den drei Lander-Beinen nicht ausgelöst werden. Sicher ist, dass Philae eine Hüpflandung auf dem entenähnlichen Kometenkörper hingelegt und dreimal aufgesetzt hat, um 16.33 Uhr, 17.26 und 17.33 Uhr. Die ersten Fotos seien ein Beweis dafür, dass Philae sicher steht.

Die Wissenschaftler des Göttinger Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) hatten nach der Landung kaum Zeit zum Ausruhen. Holger Sierks, Leiter des Kamerasystems „Osiris“, hat noch bis um halb drei Uhr morgens gearbeitet. Um 5.30 Uhr ist er wieder aufgestanden, um im Kontrollzentrum die Fotos auszuwerten.

Die Kamera hatte bereits seit Februar spektakuläre Fotos geliefert. Jetzt versuchen die Wissenschaftler anhand der aktuellen Aufnahmen den Standort des Landers auf dem Kometen ausfindig zu machen. „Noch haben wir ihn nicht gefunden“, sagte Sierks am Donnerstagabend. „Aber, wir werden ihn finden.“

Harald Krüger, wissenschaftlicher Leiter des Instruments „DIM“, hat bereits einiges an Daten sammeln können. „Wir konnten aber weniger Staubteilchen messen, als wir erhofft hatten.“ Dies liege vermutlich daran, dass Philae sich an einem schattigen Standort befinde, an dem wenig Staub produziert werde. Auch Krüger hat sich auf einen weiteren langen Arbeitstag im Kölner DLR-Kontrollzentrum eingestellt: „Wir erwarten gegen Mitternacht neue Daten, so lange bleiben wir auf alle Fälle hier.“ (tko/pid)

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