Landvolk hat Fragen

Pläne für die Stromtrasse: Suedlink verunsichert Bauern

So sieht ein Gleichstrom-Erdkabel für Suedlink aus: Peter Gosslar (rechts) von der Bürgerinitiative Pro Erdkabel Bad Gandersheim/Kreiensen informierte sich bei Raphael Görner vom Hersteller ABB. Foto: Bürgerinitiative Pro Erdkabel/nh

Für die Landwirtschaft in Südniedersachsen ist der Vorschlag von Tennet, die Stromtrasse Suedlink westlich an Göttingen vorbei führen zu wollen, ein Schlag. So wird bestes Ackerland durchschnitten.

„Dieser Boden bringt optimale Erträge für Getreide und Zuckerrüben“, sagt Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbandes Göttingen. Zentraler Streitpunkt wird nach seiner Ansicht die Frage werden, welche Kulturpflanzen überhaupt noch auf den Flächen, unter denen die Erdkabel liegen sollen, angebaut werden können und dürfen. „Tennet hat jüngst angedeutet, dass es sogar mit dem Anbau von Kartoffeln schwierig werden könnte. Davon war bisher nicht die Rede. Deshalb haben wir ein Problem“, deutet Hübner an.

Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolks Göttingen

Tennet stellt laut Landvolk zwar Entschädigungszahlungen in Aussicht. Diese sind aus Sicht von Hübner aber nicht zielführend. „Dieses Geld nützt den betroffenen Landwirten so gut wie nichts, weil zwei Drittel der Fläche inzwischen Pachtland ist“, sagt Hübner. Das bedeutet: Der Grundstückseigentümer bekommt die Entschädigung.

Bemerkenswert findet der Landvolk-Geschäftsführer, dass bei dem Trassenvorschlag von Tennet vor allem der Naturschutz berücksichtigt wurde. Hübner: „Menschliche Belange und Kostengründe spielen offenbar eine untergeordnete Rolle. Wir alle bezahlen nachher die Zeche über die Strompreise.“

Ohnehin gibt es bei den Landwirten eine erhebliche Verunsicherung: Durch das Leinetal verläuft auch die Stromtrasse Wahle-Mecklar, die westlich von Göttingen auf einer Länge von fünf Kilometern ebenfalls als Erdkabel verlegt wird. „Dafür haben wir noch nicht alle Details geklärt. Und jetzt kommt noch Suedlink hinzu.“

Hübner hat zwei zentrale Forderungen: Es muss sichergestellt werden, dass die Flächen nach den Erdkabelarbeiten dauerhaft nutzbar sind. Außerdem muss der Anbau von Getreide und Hackfrüchten, also Zuckerrüben und Kartoffeln, weiterhin möglich sein. Hübner räumt aber auch ein „Das ein Kabel kommt, war uns als Kreisverband Göttingen im Landvolk klar. Bei praktisch allen Trassenvarianten waren wir betroffen.“

Unterdessen hat der Göttinger Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin (Grüne), den Trassenausbau begrüßt. Der Suedlink-Vorschlag für einen Erdkabelausbau sei ein wichtiger Schritt für die Energiewende hin zu einer CO2-freien Stromerzeugung 

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