Göttinger Forscher erspähen eine „Zweiterde“

Planet ist "nur" 3140 Lichtjahre entfernt und bietet ähnliche Bedingungen wie die Erde

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Nach einer Kopie wird gesucht: Forscher spähen ins Weltal l und suchen nach einem Planeten, der ähnliche Bedingungen wie unsere Erde bietet.

Die Suche der Weltraumforscher nach der „Zweiterde“ geht weiter. Und immer tauchen neue „verdächtige“ Exoplaneten auf, die Lebensbedingungen wie auf dem Blauen Planeten Erde bieten könnten. 4000 sind bekannt.

Eine Neuentdeckung ist hochinteressant: „KOI-456.04“ ist knapp doppelt so groß wie die Erde und umkreist einen sonnenähnlichen Stern in einem Abstand, der lebensfreundliche Temperaturen auf der Oberfläche zulässt – und ist gar nicht so weit von der Erde entfernt – 3140 Lichtjahre.

Entdeckt wurde „KOI“ von einem Team unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen. Mit Weltraumteleskopen wie COROT, Kepler (von 2009 bis 2013) und TESS haben Forschende in den vergangenen 14 Jahren mehr als 4000 Planeten entdeckt, die um ferne Sterne kreisen. Unter ihnen befinden sich einige, die wie die Erde vorwiegend aus Gestein bestehen und auf denen angenehme Temperaturen herrschen dürften.

KOI.456.04 ist mit 1,9 Erdradien vergleichsweise groß gegenüber manch anderen Planeten, die als lebensfreundlich gelten. Aber in Kombination mit seinem sonnenähnlichen Heimatstern Kepler-160 erscheint das System dem Gespann aus Sonne und Erde so ähnlich wie kein anderes Paar aus Stern und Planet, das wir kennen“, sagt Heller. Dementsprechend angenehme Bedingungen könnten dort herrschen: Die Lichtmenge, die auf KOI-456.04 trifft, entspricht 93 Prozent des irdischen Wertes; falls eine Atmosphäre den Planeten umgibt, würden im Durchschnitt für Lebewesen recht erträgliche Temperaturen von fünf Grad Celsius gemessen werden, zehn Grad weniger als durchschnittlich auf der Erde.

„Aber um einzuschätzen, wie lebensfreundlich ein Planet ist, muss man auch den dazugehörigen Stern im Blick haben“, sagt René Heller vom MPS und Erstautor der Studie in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics. Praktisch alle bisher bekannten Welten, die ungefähr so groß sind wie die Erde und auf denen moderate Temperaturen herrschen, kreisen nämlich um rote Zwerge.

Sterne dieser Art existieren zwar sehr lange, sie strahlen aber hauptsächlich Infrarotlicht ab, sind lichtschwach – und wohl Schauplatz gewaltiger Eruptionen. Ein weiterer Nachteil: Erträgliche Temperaturen würden nur auf Planeten herrschen, die in sehr geringen Abständen um diese Sterne kreisen. Die enorme Anziehungskraft aber wären lebensfeindlich.

„Es ist deshalb zweifelhaft, ob erdgroße Planeten um rote Zwerge günstige Bedingungen für das Entstehen von Leben bieten“, so die Forscher.

Mit einem Radius von etwa 1,1 Sonnenradien, einer Oberflächentemperatur von 5200 Grad Celsius – nur etwa 300 Grad weniger als die der Sonne – und einer nahezu sonnengleichen Helligkeit mutet der Stern wie ein Abbild unseres Zentralsterns an.

Das deutsch-amerikanische Team nahm sich die Helligkeitsmessungen von Kepler-160 deshalb erneut vor. In den vergangenen Jahren haben René Heller und seine Kollegen eine Methode entwickelt, mit der sich extrem kleine, bisher übersehene Planeten aufspüren lassen. Bereits 18 solcher Welten hatten die Forschenden zuvor in den Daten des Kepler-Teleskops entdeckt.

Sie wurden fündig: Mit einem Radius von 1,9 Erdradien und einer Umlaufdauer von etwas mehr als 378 Tagen ist der eine davon – KOI-456.04 – wahrscheinlich eine spannende Gesteinswelt. Sie kreist zudem innerhalb jenes ringförmigen Bereichs um den Stern, in der lebensfreundliche Temperaturen zu erwarten sind, so die Forscher.  mps/tko

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