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Projekt „Plastikpiraten“: FKG-Schüler untersuchen Göttinger Leinewasser auf Mikroplastik

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Von: Melanie Zimmermann

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Schüler des FKG sortieren den am Leineufer eingesammelten Müll im Klassenzimmer auf einem Tisch. Während zwei der Jungen schauen, was für Sorten Müll dabei sind, dokumentiert ein dritter die Funde.
Zurück in der Schule werden die Funde in den einzelnen Gruppen ausgewertet. Der gesammelte Müll wird genauestens dokimentiert. © Daniel Vollmar/FKG

Schwimmt in der Göttinger Leine viel Mikroplastik? Das untersuchten nun einige Schüler des Felix-Klein-Gymnasiums im Rahmen des Projektes „Plastic Pirates - Go Europe!“.

Göttingen - „Aktiv etwas für die Umwelt tun“ – das hat sich das Projekt „Plastic Pirates – Go Europe“ auf die Fahnen geschrieben. Und damit auch das Felix-Klein-Gymnasium (FKG), dass sich an dem Projekt bereits seit Jahren beteiligt. Nun war es wieder soweit: Einige Schülerinnen und Schüler der 8. Klassenstufe machten sich auf an die Leine, um diese auf Mikroplastik und Plastikmüll abzusuchen.

Natürlich landeten dabei auch Zigarettenstummel, Papiermüll und Essensreste in den Mülltuten. „Der Schwerpunkt des Projektes liegt aber auf Plastikmüll und Mikroplastik“, erklärt FKG-Lehrer Dr. Daniel Vollmar, der bereits seit 2016 regelmäßig mit Schülern an dem europaweiten Projekt „Plastic Pirates“ teilnimmt. Die Aktion ruft Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren dazu auf, sich mit dem Thema Plastikmüll in der Umwelt – insbesondere in und an Gewässern unterschiedlicher Art – auseinanderzusetzen.

Aktiv für die Umwelt einsetzen

Die Teilnahme der Schüler am FKG erfolgt als Wahlpflichtfach als MINT-Angebot (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). „Unser Semsterthema ist ‘Nachhaltigkeit’, und im Rahmen des Projektes lernen die Schüler nicht nur, aktiv etwas für die Umwelt zu tun, sondern erfahren auch, wie wissenschaftliches Arbeiten funktioniert“, erklärt Vollmar.

In Gruppen mit verschiedenen Aufgaben ging es nun für die 13 und 14 Jahre alten Schüler ans Leineufer. Während eine Gruppe sich „an Land“ auf die Suche speziell nach Plastikmüll machte, ging es für eine andere Gruppe darum herauszufinden, ob sich im Wasser der Leine bereits Mikroplastik-Partikel nachweisen lassen und ob Plastikmüll im Wasser schwimmt.

Zwei Schüler des FKG sitzen auf einer Parkbank am Leineufer und sortieren vor sich auf dem Boden den gefundenen Müll. Zwischen ihnen liegt ein kleiner Müllberg, unter anderem liegen dort diverse Zigarettenstummel.
Zigarettestummel, Papier- und Plastikmüll: All das fanden die Schüler am Leineufer. © Daniel Vollmar/FKG

„Der Ozean beginnt hier“

Denn nicht umsonst lautet das Motto der Plastikpiraten „The Ocean starts here“ (Der Ozean beginnt hier). „Die Schüler sollen sich bei dem Projekt auch darüber bewusst werden, das Plastikmüll, der hier achtlos weggeworfen wird, trotzdem als Mikroplastik im Ozean landen kann“, erklärt Vollmar..

Zwei Schüler des FKG (Junge und Mädchen) untersuchen im Klassenzimmer am Tisch, wie viel Mikroplastik sich in ihrem Fangnetz in der Leine verfangen hat.
Wie viel Mikroplastik schwimmt bereits in der Leine? Auch das wertetetn die Schüler aus. © Daniel Vollmar

Neben dem Gehalt von Mikroplastik im Flusswasser und das Plastikmüll-Aufkommen am Ufer wird aber auch der zusätzlich gefundene Müll bei der Auswertung genau dokumentiert.

„Bei den Kindern kommt das Projekt gut an. Sie können draußen sein und auch noch aktiv etwas tun, das finden viele gut“, berichtet Daniel Vollmar von den gemachten Erfahrungen.

Große Plastik-Müllberge fanden die FKG-Schüler am Leine-Ufer zwar nicht, fündig wurden sie aber auch dieses Mal. Die Auswertung, dass immerhin 23,3 Prozent des eingesammelten Mülls Einwegplastik war. Die „Menge an Funden ist über die Jahre insgesamt nicht auffällig weniger geworden“, resümieren die Plastikpiraten in ihrer Auswertung.

Alle Arten von Müll am Leineufer

In jedem sei Jahr seien die Funde stark abhängig von äußeren Bedingungen, wie beispielsweise dem Wetter. Papier (12) und Zigarettenstummel (6) gehören laut Statistik der Müllvielfalt am Flussufer in diesem Jahr zu den am häufigsten eingesammelten Funden der FKG-Schüler.

Insgesamt fanden sie auf einer abgesuchten Uferfläche von 700 Metern Länge 30 Teile Müll, darunter Plastiktüten, Plastikflaschen für Getränke, Plastikbesteck und diverse Plastikverpackungen von Süßigkeiten.

Die sogenannte Citizen-Science-Aktion der Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsministerien Deutschlands, Portugals und Sloweniens findet im Rahmen ihrer Trio-Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union statt und soll künftig auf die gesamte Euroäische Union ausgeweitet werden. Weitere Infos unter plastic-pirates.eu.

Mit der Teilnhame an dem länderübergreifenden Projekt, bei dem nicht nur Schulen, sondern auch Vereine mitmachen können, möchte Lehrer Daniel Vollmar seine Schüler auch für den Umgang mit Kleinstmüll sensibilisieren.

Kleinstmüll wird häufig nicht mehr als solcher wahrgenommen

Ihm sei in den vergangenen Jahren aufgefallen, dass kleine Bausteine des Alltags oft gar nicht mehr wirklich als Müll wahrgenommen würden, wie zum Beispiel ein benutztes Taschentuch, das auf dem Weg liegt.

„Das gehört irgendwie schon zum alltäglichen Bild dazu und wird daher manchmal gar nicht mehr als Müll angesehen“, so Vollmar.(Melanie Zimmermann)

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