Politik-Casting vorm Café Campus in Göttingen

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Spontaner Dreh zum Wahlvideo: Andreas Kumar (rechts) verkündet spontan in einer Minute seine Idee für die Bundestagswahl auf dem Göttinger Campus. 

Göttingen. Weil junge Menschen immer weniger wählen gehen, hat sich der politische Verband „Die Jungen Unternehmer“ ein Politik-Casting einfallen lassen: Sollen sie es doch mal selbst versuchen, die jungen Menschen.

Mit ihrer Kampagne „Germanys Next Bundeskanzler/in“ touren Renz Peter Ringsleben und seine Crew durch Unistädte und fangen Wahlslogans von spontan selbst ernannten Kandidaten in Videos ein – am Donnerstag vorm Café Campus in Göttingen.

Andi ist einer von ihnen und will es wissen. Bei dem Politikstudenten im sechsten Semester hat das Team der Jungen Unternehmer Glück. Sie können den 23-Jährigen dafür begeistern, seine Ideen für die Bundestagswahl in einer Minute vor der Kamera zu präsentieren.

Damit kann Andi sich für die erste Runde der Aktion bewerben. Renz drückt ihm schnell ein Tablet in die Hand. Während sich seine Kumpels einen Slogan überlegen, tippt Andi in sein schon angelegtes Profil. „Ok, alles klar, los geht’s“.

Roadtrip durch die Unistädte

Das Projekt befindet sich in der heißen Bewerbungsphase. Mit dem Roadtrip durch die Unistädte und auch im Internet sucht der Verband Bewerber. „Wir wollen auf Leute zugehen, auch auf diejenigen, die sich nicht in den Vordergrund stellen“, sagt Renz Peter Ringsleben vom Team. Die Generation traue sich oft nicht, „dabei haben die alle Ideen“.

Die Idee von Andreas Kumar ist die: Das Erfolgskonzept von Europa mit 70 Jahren Frieden muss weitergeführt werden. Er ist für mehr europäische Integration und will seinen Standpunkt nach dem spontanen Video-Dreh noch weiter ausarbeiten.

Gerade unter Studenten nehme die Wahlbeteiligung immer mehr ab, sagt Ringsleben. Die 18-Jährigen würden in der Schule noch mit dem Thema konfrontiert, an der Uni sei das nicht mehr so.

Und sollen die gecasteten Kandidaten denn wirklich in den Bundestag? Das kommt ganz auf sie selbst an, sagt das Team. Nach der dritten Runde wählt eine Jury aus stellvertretendem BILD-Chef-Redakteur Nikolaus Blome, Youtuber Florian Mundt, Ronja Kemmer (jüngste Abgeordnete im Bundestag) und Dr. Hubertus Porschen von den Jungen Unternehmern den Sieger. Der bekommt ein Stipendium von 10 000 Euro. Zwischendrin gibt es ein Kanzler-Camp mit Persönlichkeits-Coachings.

„Manche sind schon in einer Partei und nutzen das als Sprungbrett“, sagt Renz Peter Ringsleben. Er hofft, das die Kandidaten das auch für alle tun. 

• Infos zum Mitmachen: http://gnbk.de

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