Sie entfernt Nazi-Parolen: Berlinerin bekommt Göttinger Friedenspreis

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„Politputze“ im Max-Planck-Gymnasium: Irmela Mensah-Schramm eröffnete am Freitag mit Schülern ihre Ausstellung „Hass vernichtet“.

Göttingen. Wenn Irmela Mensah-Schramm unterwegs ist, hat sie alles dabei, um Hass-Schmierereien entfernen zu können. Am Samstag wird sie für ihr Engagement mit dem Göttinger Friedenspreis ausgezeichnet.

Zuvor besuchte die Berlinerin, die die Auszeichnung für ihren jahrzehntelangen Einsatz gegen rechtsextremen Hass- und Nazisymbole erhält, das Göttinger Max-Planck-Gymnasium. Dort wurde die Ausstellung „Hass vernichtet“ eröffnet. Darin kann man sehen, welche Schmierereien sie in den vergangenen Jahren entfernt hat. Die Schau ist noch bis zum 24. März jeweils montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr in der Schule am Theaterplatz zu sehen.

Kein Nazi-Symbol

Die 69-Jährige berichtete, dass sie in Göttingen nicht ein Nazi-Symbol entdeckt hat. „Das ist ein Protest gegen alte Nazi-Ideen“, deutet Mensah-Schramm ihr Erlebnis. Allerdings seien umso mehr Symbole der antifaschistischen Szene zu sehen. Am Sonntag will sie in der Umgebung auf Entdeckungsreise gehen und sich in Northeim umsehen.

Immer dabei hat sie schwarzes Farbspray und Nagellackentferner, um die großen und kleinen Schmierereien unkenntlich machen zu können. Aufkleber und Plakate werden sofort mit einem Ceranfeld-Schaber entfernt. Außerdem im Gepäck: ein dicker Filzstift sowie Pinsel und Dispersionsfarbe.

Im Max-Planck-Gymnasium kam die „Politputze“, wie sie sich gern selbst nennt, mit den Schülern ins Gespräch. Fragen hatte ein Geschichts-Leistungskurs vorbereitet. Zuvor gab es einen Workshop, bei dem sich die Jugendlichen mit Parolen auseinandersetzen mussten, die auf Kopien zu finden waren. So machte ein Schüler aus „Juden raus“ die Zeile „Jodeln im bayerischen Haus“.

Die Verleihung des Göttinger Friedenspreises, den die Stiftung Dr. Roland Röhl vergibt, beginnt am Samstag, 7. März, um 11 Uhr in der Aula der Georg-August-Universität am Wilhelmsplatz. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert.

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