Polizei-Aktion in Grundschulen: Ohne Anschnallen geht es nicht

Aua! Mit einem Simulator zeigten die Polizeibeamten Schülern und Lehrern der Godehard-Grundschule in Göttingen, was passieren kann, wenn Kinder im Auto nicht richtig gesichert werden. Foto: Schröter

Göttingen. Mit einer dreitägigen Aktion hat die Polizei an zwei Göttinger Grundschulen über die Sicherung von Kindern im Auto und das korrekte Verhalten der Kleinen auf dem Schulweg informiert.

„Na, mal ehrlich, wer von Euch war denn schon mal im Auto nicht angeschnallt?“ Als Jörg Arnecke, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Göttingen, diese Frage in die Runde wirft, recken viele der umherstehenden Grundschüler den Finger nach oben. „Seht Ihr“, sagt Arnecke, „und genau deshalb sind wir heute hier. Nicht angeschnallt oder falsch angeschnallt im Auto mitzufahren, kann nämlich sehr, sehr gefährlich sein.“

Um dies zu bekräftigen, hat der Verkehrssicherheitsberater sich Unterstützung mitgebracht. Anhand eines Gurtschlitttens, auf dem zwei Puppen befestigt sind, demonstriert Jürgen Schwarz von der Verkehrswacht, was bei einem Unfall so alles passieren kann. Während die korrekt gesicherte Puppe beim abrupten Abstoppen des Schlittens unbeschadet bleibt, fliegt die falsch angeschnallte im hohen bogen vor den Schülern auf den harten Betonboden. „Seht Ihr, das hätte jetzt richtig wehr getan und das Kind müsste ganz bestimmt ins Krankenhaus“, sagt Jörg Arnecke. Die Kinder scheinen es verstanden zu haben.

Aua! Mit einem Simulator zeigten die Polizeibeamten Schülern und Lehrern der Godehard-Grundschule in Göttingen, was passieren kann, wenn Kinder im Auto nicht richtig gesichert werden. Foto: Schröter

„Als ich vor einigen Monaten meine Stelle als Kontaktbereichsbeamtin für die West- und die Nordstadt angetreten und bei Beobachtungen an den Grundschulen festgestellt habe, dass Kinder kaum oder gar nicht gesichert zur Schule gebracht werden, habe ich Handlungsbedarf gesehen“, sagt Katrin Kressing. Zusammen mit Jörg Arnecke und ihrem Kontaktbereichkollegen Hans-Joachim Meyer habe sie dann die Idee zu dieser umfassenden Präventions-Aktion entwickelt. „Dabei kam es uns darauf an, sowohl die Eltern als auch die Kinder zu erreichen“, sagt Kressing.

Und das ist gelungen. Zusammen mit den Kooperationspartnern von der Verkehrswacht und dem Deutschen Roten Kreuz lieferten Beamten ihren interessierten Zuhörern Antworten auf zahlreiche Fragen. Egal ob richtiger Sitz im Auto, korrekte Einstellung des Kindersitzes, erlaubte und unzulässige Rückhaltesysteme oder korrektes Verhalten im Schulbus – kaum ein Thema rund um die Beförderung zur Schule, das nicht angesprochen wurde.

Den Auftakt der dreitägigen Veranstaltungsreihe hatte ein Elternabend gemacht, gefolgt von zwei Schüler-Workshops an der Brüder-Grimm-Schule und der Godehard-Schule sowie einer abschließenden Kontrollaktion an beiden Schulen, bei denen es gezielt um das Thema Kindersicherung und Kinderrückhaltesysteme ging. „Das ist eine ganz tolle Aktion“, lobte Gabriele Graf, Leiterin der Godehard-Grundschule. „Sowohl die Schüler als auch die Eltern sind total begeistert“, sagte sie. (per)

Von Per Schröter

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