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Polizei brach Abschiebung in Göttingen ab

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Von: Daniel Zander

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Göttingen. Eine versuchte Abschiebung einer Flüchtlingsfamilie in Göttingen sorgte in der Nacht zu Mittwoch für Aufsehen. Die Polizei solle versucht haben, die fünfköpfige Familie nach Italien abzuschieben. Das berichten jetzt mehrere Anwohner.

Demnach erschien die Polizei in der Nacht zum Mittwoch gegen 3 Uhr vor der Flüchtlingsunterkunft am Albrecht-Thaer-Weg in Göttingen. Die Abschiebung habe stattfinden sollen, obwohl sich die Mutter der Familie in ärztlicher Behandlung befände. Nach Aussagen der Anwohner eines Studentenheims in der Nähe der Unterkunft hätten Nachbarn auf die drohende Abschiebung aufmerksam gemacht. Die Beamten seien daraufhin, gegen 4 Uhr, wieder abgezogen. Die Mutter habe durch den Einsatz einen Schock erlitten und sei anschließend stationär in einem Krankenhaus behandelt worden.

Die Studenten kritisieren den Einsatz sowie die generelle Abschiebung der Familie nach Italien. „In Italien erwartet sie Lagerhaft oder die Abschiebung in den Irak“, heißt es in einer Mitteilung. Zudem sei die Familie in dem neuen Wohnheim am Albert-Thaer-Weg gut aufgehoben.

Die Göttinger Polizei bestätigte auf HNA-Anfrage den Einsatz. Allerdings habe sie den Einsatz sofort abgebrochen, nachdem die Mutter über gesundheitliche Probleme geklagt hatte. Zusätzlich hätten die Beamten einen Rettungswagen angefordert. Ob sie anschließend stationär behandelt werden musste, sei nicht bekannt.

Nach Angaben der Polizei waren die Beamten „lediglich im Rahmen der Amts- und Vollzugshilfe im Einsatz, um die Mitarbeiter der Landesaufnahmebehörde zu unterstützen“.

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