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Polizei Göttingen bietet neuen Service gegen Betrugsmaschen an

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Von: Raphael Digiacomo

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Die Polizeiinspektion Göttingen bietet einen neuen Service zur Prävention gegen Betrugsmaschen an: Einträge in Telefonverzeichnisse können modifiziert werden.

Göttingen – Betrüger werden, vor allem am Telefon, immer einfallsreicher. Trotz umfassender Präventionsarbeit wie zahlreichen Vorträgen, Plakaten in Banken, Geldausgabekuverts und Warnaufklebern in Taxis sowie der speziellen „Ermittlungsgruppe SäM Südniedersachsen“ in Göttingen, kommt es vereinzelt leider noch immer wieder zu vollendeten Taten mit in der Regel fünfstelligen Schadenssummen.

Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, bietet die Polizeiinspektion (PI) Göttingen nun einen neuen Service an, insbesondere für Senioren. In den meisten Fällen greifen die Tatverdächtigen aus dem Ausland auf Daten in Telefonverzeichnissen zu. Hier haben sie es auf alte deutsche Vornamen und sehr kurze Telefonnummern abgesehen, die Rückschlüsse auf lebensältere Mitbürgern als Anschlussinhaber zulassen.

Polizei Göttingen bietet neuen Service zur Prävention gegen Betrugsmaschen an

Marko Otte, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Göttingen.
Marko Otte, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Göttingen. © Polizeiinspektion Göttingen

Mit einem Änderungs- oder Löschungsantrag bietet das Präventionsteam der PI Göttingen den potenziellen Opfern nun an, durch Änderung die besagten Vornamen abzukürzen oder gleich den gesamten Telefonbucheintrag löschen zu lassen.

Wohnanschriften sollten dringend aus dem Telefonbuch gelöscht werden.

Marko Otte, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Göttingen

Marko Otte, Beauftragter für Kriminalprävention der PI Göttingen sagt: „In der Regel haben Freunde und Angehörige ohnehin die entsprechenden Telefonnummern in ihren Telefonen eingespeichert oder anderweitig notiert. Diese Daten müssen unbedingt raus aus den öffentlichen Telefonverzeichnissen, um den Betrügern ihre „Datenbank“ zu entziehen. Auch Wohnanschriften sollten dringend aus dem Telefonbuch gelöscht werden.“

Die Anträge sollen im Rahmen von Präventionsaktionen, Vorträgen oder Infoständen angeboten werden und können gleich vor Ort innerhalb kürzester Zeit ausgefüllt werden. Darüber hinaus werden sie auf den Polizeidienststellen hinterlegt. Ergänzend stehen die Formulare auf der Homepage der PI Göttingen ab sofort zum Download bereit.

Telefonverzeichnisse dienen Betrügern als „Datenbank“ für Telefonmaschen

Nach dem Ausfüllen können Anträge an die Polizei übergeben werden, die sie an das Präventionsteam weiterleitet. Dieses reicht sie dann an die DTM Deutsche Telemedien weiter. Es ist auch möglich, den Antrag selbst direkt per Email oder auf dem Postweg an die DTM zu senden, die für die Einträge in den Verzeichnissen „Das Telefonbuch“, „Das Örtliche“ und „gelbe Seiten“ zuständig ist und die Idee der Polizeiinspektion Göttingen unterstützt.

„Sollten wir damit nur eine Tat verhindern, hat sich die Arbeit schon gelohnt. Es kann aber durchaus möglich sein, dass es etwas dauert, bis der Eintrag dann gelöscht oder geändert ist. Also nicht auf die lange Bank schieben – zum eigenen Wohl. Ich hoffe, der Service wird zahlreich angenommen.“ So Marko Otte, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Göttingen. (rdg)

Zuletzt scheiterten Betrüger in der Region immer wieder auch mal mit Schockanrufen. Bei einer fingierten Geldübergabe nahmen Beamte eine 22-Jährige „Abholerin“ aus Göttingen fest. Eine aufmerksame Bank-Mitarbeiterin hat die Geldübergabe an Schockanrufer verhindert.

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