Bilanz der Polizei

Nutzer fahren betrunken oder unter Drogen: E-Scooter sorgen für Ärger

Abgestellte E-Scooter in Göttingen: Sie werden nach den Erfahrungen der Polizei als „Sportgerät“ oder „Spaßfaktor“ wahrgenommen. Dabei gelten sie rechtlich als „Kraftfahrzeuge“.
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Abgestellte E-Scooter in Göttingen: Sie werden nach den Erfahrungen der Polizei als „Sportgerät“ oder „Spaßfaktor“ wahrgenommen. Dabei gelten sie rechtlich als „Kraftfahrzeuge“.

Mittlerweile stehen fast 1000 E-Scooter zum Ausleihen im Göttinger Stadtgebiet und werden rege genutzt. Doch öfter stehen die Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.

Göttingen – Das bereitet der Polizei zunehmend Sorgen, wie die Beamten bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz deutlich machen. Neben insgesamt drei Anbietern von E-Scootern in Göttingen, die um die Gunst der Kunden buhlen, schaffen sich auch immer mehr Menschen privat einen solchen Flitzer an.

Das spiegelt sich in den Zahlen wider: 32 E-Scooter-Nutzer fielen den Beamten im vergangenen Jahr wegen Drogen oder Alkohol auf. Bei fünf Unfällen (drei in Göttingen, je einer in Hann. Münden und Osterode) waren die Fahrer der kleinen Flitzer beteiligt. Alle fünf Fahrer erlitten Verletzungen.

Probleme mit E-Scootern in Göttingen: Fahrer sehen die Flitzer nicht als Fahrzeug

Polizeioberrat Thomas Reuter, Leiter der Einsatzkoordination bei der Polizeiinspektion Göttingen, macht deutlich: „Besonders problematisch scheint zu sein, dass E-Scooter von den Nutzern nicht als Kraftfahrzeug, sondern vielmehr als ,Sportgerät’ oder ,Spaßfaktor’ wahrgenommen werden.“ Er vermutet, dass sich viele der Fahrerinnen und Fahrer nicht oder nur unzureichend über die Verhaltensvorschriften und besonderen Gefahren im Straßenverkehr informiert haben und sich der Gefährlichkeit ihres Verhaltens nicht bewusst sind. Wer unter Drogen oder Alkoholeinfluss auf einem E-Scooter unterwegs ist, muss mit den gleichen Folgen wie bei einer Autofahrt rechnen. Denn rechtlich gesehen ist der Scooter ein „Kraftfahrzeug“ und kein Fahrrad.

Polizei Göttingen will gezielter über Gefahren von E-Scootern aufklären

„Wir verfolgen diese Entwicklung sehr genau und haben für uns erkannt, dass wir zukünftig noch mehr gezielte Aufklärungsarbeit leisten und bei Präventionsveranstaltungen auf die Feinheiten hinweisen müssen, um Verhaltensänderungen herbeizuführen“, sagt Reuter. Außerdem kündigt der Polizeibeamte verstärkte Kontrollen an – insbesondere in der Uni-Stadt Göttingen. Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke wird sich des Themas ebenfalls annehmen.

Die Präsidentin der Polizeidirektion Gwendolin von der Osten stellt klar: „Wir werden auch stets neue Mobilitätsformen wie E-Scooter im Blick behalten, um frühzeitig präventiv auf negative Entwicklungen zu reagieren und die Verkehrssicherheit nachhaltig zu verbessern.“ (Bernd Schlegel)

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