Wer protzt, muss mit Konsequenzen rechnen

Polizei in Südniedersachsen hat die Auto-Poser ständig im Blick

Unbelehrbare Anhänger von Autorennen müssen damit rechnen, dass sie am Ende auch der Führerschein eingezogen werden kann.
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Unbelehrbare Anhänger von Autorennen müssen damit rechnen, dass sie am Ende auch der Führerschein eingezogen werden kann. (Symbolbild)

Auto-Poser, die mit meist stark motorisierten Wagen protzen, hat die Polizei in Südniedersachsen ständig im Visier. Besondere Probleme scheint es in Hameln zu geben. Dort wurden bereits Führerscheine entzogen und Autos beschlagnahmt.

Göttingen/Hameln – In Göttingen wird nach Angaben einer Polizeisprecherin während der normalen Streifenfahrten auf solche Vorkommnisse geachtet. Wer seinen Motor unnötig aufheulen lässt oder mit quietschenden Reifen Anwohner und Umwelt belastet, muss damit rechnen, sofort kontrolliert zu werden.

Allerdings macht eine Polizeisprecherin deutlich, dass im Bereich Göttingen die Probleme nicht so drängend wie im Raum Hameln sind. Aber: Die Polizeibeamten sind gut geschult und erkennen inzwischen relativ gut, wenn Veränderungen an den Autos vorgenommen wurden.

In der Rattenfängerstadt fühlen sich Anwohner insbesondere in den Nächten durch Poser gestört. Deshalb haben Stadt und Landkreis Hameln und die dortige Polizei diesen Autofans den Kampf angesagt. Dort wurde vor einiger Zeit eine spezielle Einheit mit Beamten ins Leben gerufen, die gezielt Fahrzeuge und Fahrer kontrolliert. Zu dem Maßnahmenpaket gehört, dass Parkplätze, auf denen sich Autoposer gern treffen, zu bestimmten Zeiten gesperrt werden.

Als wirkungsvoll erweist sich bei wiederholten Verstößen zudem die Erhöhung des verhängten Bußgeldes wegen Vorsatz. Bei „Unbelehrbaren“ kann zudem wegen „Zweifeln an der charakterlichen Eignung zur Teilnahme am Straßenverkehr“ die Entziehung des Führerscheins geprüft werden. Ein Beispiel: Die Stadt Hameln drohte einem „Wiederholungstäter“ ein Zwangsgeld in Höhe von 1000 Euro, sofern er sich nicht an Verhaltensauflagen hält.

Auch die Bilanz bei der Verfolgung von verbotenen Kraftfahrzeugrennen kann sich sehen lassen: Inzwischen wurden im Bereich Hameln insgesamt 38 Straftaten wegen eines Verstoßes gegen Paragraf 315d des Strafgesetzbuches eingeleitet, das verbotene Rennen unter Strafe stellt. Es drohen bis zu zwei Jahren Gefängnis oder Geldstrafe. Das Gesetz wurde 2017 eingeführt. Anlass waren zunehmende Berichte über Unfälle im Zusammenhang mit illegalen Autorennen. 28 Sünder mussten inzwischen den Führerschein abgeben. Bei 20 Personen wurde das Auto beschlagnahmt. (Bernd Schlegel)

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