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Live-Ticker zur Bombenentschärfung in Göttingen: Erfolgreiche Sprengungen - Unmut über Schienenersatzverkehr am Sonntag

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Von: Raphael Digiacomo, Thomas Kopietz, Stefan Rampfel, Bernd Schlegel

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Am Wochenende (30./31.07.2022) werden fünf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg in der Göttinger Weststadt entschärft. Wir berichten darüber im Live-Ticker.

+++ Live-Ticker aktualisieren

+++ 20.30 Uhr: Für deutlichen Unmut sorgte am Sonntag die Tatsache, dass im Nahverkehr den ganzen Tag über weiterhin Schienenersatzverkehr in Göttingen angeboten wurde. Wer mit Regionalzügen in die Uni-Stadt wollte oder von Göttingen aus wegfahren wollte, musste den Bus nehmen. Die Züge fuhren nur bis Northeim, Eichenberg, Heiligenstadt beziehungsweise Adelebsen. Das stieß auf viel Unverständnis. Hintergrund der Aktion: Der Schienenersatzverkehr war mit Blick auf mögliche Verzögerungen bei der Bombenentschärfung gleich für Samstag und Sonntag geplant worden. Allerdings wurde am Sonntag nicht kurzfristig umgeschwenkt, nachdem die Kampfmittelspezialisten am Samstag in den späten Abendstunden ihre Arbeit abgeschlossen hatten. Auf den Anzeigetafeln an den Nahverkehrs-Bahnsteigen waren auch am Sonntag entsprechende Hinweise zu lesen. Die Fernverkehrszüge, also ICE und IC, hielten am Sonntag wieder planmäßig in Göttingen. Allerdings ist bei diesen Verbindungen die Nutzung des Neun-Euro-Tickets ausgeschlossen.

Schienenersatzverkehr per Bus auch am Sonntag in Göttingen: Das sorgte bei vielen Fahrgästen im Nahverkehr für Unmut. Die Züge wurden erst in Northeim, Eichenberg, Adelebsen bzw. Heiligenstadt erreicht.
Schienenersatzverkehr per Bus auch am Sonntag in Göttingen: Das sorgte bei vielen Fahrgästen im Nahverkehr für Unmut. Die Züge wurden erst in Northeim, Eichenberg, Adelebsen bzw. Heiligenstadt erreicht. © Bernd Schlegel

+++ 13.09 Uhr: Die Entschärfung von fünf Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg am Wochenende in der Göttinger Weststadt lief vorbildlich. Das wurde am Sonntag bei der Pressekonferenz im Neuen Rathaus bekannt. Obwohl alle fünf Bomben aus US-Produktion gesprengt werden mussten, gab es so gut wie keine Schäden. Die Bomben lagen zwischen der Sparkassen-Arena und der Leine. Im Laufe des Samstags stellte sich heraus, dass alle fünf Zehn-Zentner-Bomben mit „Langzeitzündern“ ausgestattet waren. Somit war klar: Alle fünf Exemplare mussten von den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen gesprengt werden. Dies passierte am Samstag gegen 21.30 Uhr mit drei lauten Detonationen, die im Stadtgebiet aber auch in den Nachbargemeinden Bovenden und Rosdorf zu hören waren.

Am Morgen nach der Sprengung der fünf Weltkriegs-Blindgänger in der Nähe der S-Arena in der Göttinger Weststadt (im Hintergrund): Einige der Überseecontainer, die zum Teil Wasser gefüllt waren, fielen durch die Wucht der Detonationen quasi wie Legosteine um.
Am Morgen nach der Sprengung der fünf Weltkriegs-Blindgänger in der Nähe der S-Arena in der Göttinger Weststadt (im Hintergrund): Einige der Überseecontainer, die zum Teil Wasser gefüllt waren, fielen durch die Wucht der Detonationen quasi wie Legosteine um. © Stefan Rampfel

Bei der Freilegung der Bomben war „Handarbeit“ notwendig. In dem Bereich entlang der Leine war der Wasserspiegel durch Pumpen abgesenkt worden. Über den Blindgängern lag jedoch Leinekies, der durch den Wasserentzug fast so hart wie Beton geworden war. Sprengmeister Thorsten Lüdeke zeigte sich mit der Sprengung mehr als zufrieden. Alles sei so wie geplant verlaufen. Den notwendigen Schutz für die S-Arena boten fast 80 zum Teil mit Wasser gefüllte Übersee-Container, von denen einige durch die Wucht der Sprengungen sogar umkippten. Außerdem waren über den Blindgängern Holzkonstruktionen mit Wassersäcken positioniert.

Wichtiger Hinweis: Gebiet an der S-Arena ist weiterhin gesperrt

Voraussichtlich noch bis Freitag, 5. August, ist ein größerer Bereich rund um die S-Arena in Göttingen noch für den Publikumsverkehr gesperrt. Insbesondere die Übersee-Container müssen nun entfernt werden. Anschließend wird die Suche nach weiteren Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg fortgesetzt. Im Visier haben die Experten dabei insbesondere den Schützenplatz direkt neben der S-Arena. Dort werden noch weitere Bomben im Boden vermutet.

+++ 11.09 Uhr: Die Stadt Göttingen hat während einer Pressekonferenz eine absolut positive Bilanz der Entschärfungsaktion von fünf Blindgängern gezogen. Es wurden praktisch keine Schäden an der S-Arena festgestellt, wie erste Untersuchungen gezeigt, obwohl alle Blindgänger gesprengt werden mussten. Das Konzept mir rund 80 Containern, von denen etwa die Hälfte mit Wasser gefüllt war, ist voll aufgegangen.

+++ 09.30 Uhr: So ist die Situation am Bahnhof Göttingen: Der Fernverkehr, also ICE- und IC-Züge, fahren die Station planmäßig an und halten dort zum Ein- und Aussteigen. Allerdings gelten in diesen Züge KEINE Neun-Euro-Tickets. Im Nahverkehr gibt es weiterhin den Schienenersatzverkehr - aller Voraussicht nach den ganzen Tag über (bis Betriebsschluss). Der Schienenersatzverkehr wird mit Bussen über den nahen Zentralen Omnibusbahnhof abgewickelt. Kunden des Nahverkehrs müssen also mehr Zeit einplanen.

+++ Sonntag, 31. Juli, 07.40 Uhr: Die Lage in Göttingen ist ruhig. Inzwischen ist klar: Drei der fünf Blindgänger lagen so dicht zusammen, dass sie gleichzeitig gesprengt werden mussten. Blindgänger vier und fünf wurden kurze Zeit später gezündet. Deshalb waren insgesamt drei Detonationen zu hören. Inzwischen ist auf dem Portal Youtube ein Video aufgetaucht, das die Detonationen gut zeigt.

Ob beziehungsweise welche Schäden aufgetreten sind, wird sich wohl erst im Laufe des Tages zeigen. Die Stadt will am Vormittag gemeinsam mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen während einer Pressekonferenz weitere Details bekanntgeben. Das Evakuierungszentrum im Felix-Klein-Gymnasium war noch in der Nacht geschlossen worden, weil alle Gäste die Einrichtung verlassen hatten. Sie waren mit Bussen der Göttinger Verkehrsbetriebe zurückgebracht worden. Laut elektronischem Informationssystem der Bahn wird der Bahnhof Göttingen vom Fernverkehr inzwischen wieder bedient.

+++ 23:47 Uhr: Damit beenden wir von der HNA-Redaktion Göttingen die um 5:20 Uhr begonnene Live-Ticker-Berichterstattung. Mit Ihnen freuen wir uns über das gute Ende einer der größten Kampfmittelbeseitigungseinsätze in Göttingen überhaupt. Unser Dank gilt allen Beteiligten, auch den vielen unbekannten Helferinnen und Helfern. Unser Respekt gilt allen Bewohnerinnen und Bewohnern, von der Aktion Betroffenen dafür, wie sie die Belastung mitgetragen haben. Stefan Rampfel, Bernd Schlegel, Raphael Digiacomo und Thomas Kopietz wünschen Ihnen eine gute Nacht und bedanken sich dafür, dass Sie unserem Live-Ticker in so nicht erwarteter (überwältigender) Zahl gefolgt sind.

+++ 23:43 Uhr: Das Evakuierungszentrum Felix-Klein-Gymnasium bleibt im Bedarfsfall bis Sonntag früh geöffnet. Anwohner*innen können selbst entscheiden, ob sie sofort in ihre Wohnungen zurückkehren oder die Nacht im Evakuierungszentrum verbringen. 

+++ 23:41 Uhr: Über die App KatWarn kommt Entwarnung. Das Sperrgebiet ist wieder frei. Shuttle-Busse fahren wieder.
Der Shuttleservice der GöVB fährt ab sofort von den Evakuierungszentren zurück in die zuvor gesperrten Evakuierungsbereiche. 

Die Shuttle-Busse fahren wieder kostenlos folgende Haltestellen an:
• Bahnhof A
• Platz der Göttinger Sieben
• Hildebrandstraße
• Maschmühlenweg
• Im Rinschenrott
• Pfalz-Grona-Breite
• Tulpenweg
• Asternweg
• St. Godehard-Kirche-Ersatz
sowie
• Jheringstraße
• Posthof
• Königsstieg-Ersatz
• Rosmarinweg
• Grätzelstraße
• Otto-Frey-Brücke

Bitte daran denken: In den Shuttle-Bussen der GöVB gilt Maskenpflicht (wie auch sonst im ÖPNV).

+++ 23:34 Uhr: Der Kampfmittelräumdienst hat das Sprenggebiet begutachtet. Oberbürgermeisterin Petra Broistedt zeigt sich im Gespräch mit der HNA sehr erleichtert: „Die S-Arena steht noch. Aber noch viel wichtiger: Es gibt keine Personenschäden.“ Jetzt müssten noch Polizei und andere Helfer schauen, ob Straßen und andere Gebäude beschädigt seien. Broistedt war beeindruckt davon, dass alle ehrenamtlichen und hauptamtliche Helfer und Beteiligte mit einer „unglaublichen Motivation“ bei der Sache waren - von den Versorgenden im Evakuierungszentrum bis zu den Busfahrern auf dem Albaniplatz. Die Stimmung sei herausragend gut gewesen. „Es war sehr, sehr schön, zu erleben, wie alle diese außergewöhnliche Situation hingenommen und bewältigt haben.“

+++ 23.20 Uhr: Soeben wurde Entwarnung gegeben und der 1000-Meter-Sperrbereich aufgehoben - mit Ausnahme des Areals rund um die Fundstellen im Bereich der S-Arena. Die Bewohner und Bewohnerinnen können ab sofort wieder zurück nach Hause. Für den Rücktransport aus den Evakuierungszentren stehen die Bus-Shuttles der GöVB bereit.

+++ 23:09 Uhr: Die Stadt wird am Sonntag um 10 Uhr bei einer Pressekonferenz im Ratssaal Bilanz ziehen.

+++ 22.55 Uhr: Super Planung und Ausführung! Bei der Bombenentschärfung Ende Januar 2021 in Göttingen konnten die Blindgänger erst in der Nacht nach 1 Uhr gesprengt werden. Diesmal brauchten die Experten deutlich weniger Zeit. Schon gegen 21.30 Uhr, also vier Stunden früher als damals, wurde gesprengt.

+++ 22.47 Uhr: Ein herzlicher Glückwunsch und ein großer Dank geht an die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen. Sie haben erfolgreich die fünf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg in Göttingen gesprengt. Großer Dank gebührt den Hunderten Helferinnen und Helfern der vielen Organisationen und Einrichtungen, die den ganzen Tag über im Einsatz waren. Ohne sie wäre die Entschärfungsaktion nicht so erfolgreich gewesen!

+++ 22.32 Uhr: Die Sprengung der fünf Bomben verlief nach Angaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen erfolgreich. Oberbürgermeister Petra Broistedt und Erster Stadtrat Schmetz zeigen sich erleichtert. Sie schicken ein „Daumen hoch!“ per Handy.  Hinweis: Es ist nach wie vor untersagt das Sperrgebiet zu betreten.

+++ 22.20 Uhr: Der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) Niedersachsen untersucht das Areal. Anschließend werden Erkundungsteams das Gebiet in Bezug auf mögliche Schäden und Gefahrenstellen sichten und die Lage begutachten. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Wichtiger Hinweis: Das Sperrgebiet ist weiterhin nicht freigegeben! Eine Entwarnung liegt noch nicht vor. In der Innenstadt in Göttingen waren die Detonationen kaum zu hören, hingegen in Nachbargemeinden wie Bovenden oder Rosdorf (u.a. Mengershausen) deutlich.

+++ 21.47 Uhr: Noch gibt es keine Informationen über das Ergebnis der Sprengung in Göttingen. Das Warten geht weiter. Es gibt auch noch KEINE Entwarnung.

Ein erstes Foto von der Sprengung: Drei laute Detonationen waren zu hören.
Ein erstes Foto von der Sprengung: Drei laute Detonationen waren zu hören. © Nick Schwarz

+++ 21.35 Uhr: Drei laute Detonationen sind zu hören. Die Sprengung erfolgte soeben. Die Detonationen waren im ganzen Stadtgebiet (auch in Grone und im Ostviertel) zu hören. Nun folgt das Warten auf das Ergebnis der Sprengung.

+++ 21.32 Uhr: Die Sprengung steht unmittelbar bevor. Per Handy (Kat-Warn) erfolgte soeben eine weitere Warnung.

+++ 21.29 Uhr: Anwohnerinnen und Anwohner im Bereich zwischen 1.000 und 1.250-Meter um das Evakuierungsgebiet sollten zu ihrem eigenen Schutz ins Haus gehen und sich nicht in Fensternähe aufhalten. Trotz des Schutzwalls um die Fundstellen herum können Splitter weit fliegen.

Kampfmittelspezialisten: Die Sprengmeister Thorsten Lüdeke (links) und Marcus Rausch können nun mit ihrem Team ihre eigentliche Arbeit beginnen.
Kampfmittelspezialisten: Die Sprengmeister Thorsten Lüdeke (links) und Marcus Rausch sind heute unter anderem vor Ort. © Stefan Rampfel

+++ 21.27 Uhr: Inzwischen steht fest: Alle fünf Bomben lassen sich nicht entschärfen – es muss gesprengt werden. Die Sprengung ist für ungefähr 21.30 Uhr vorgesehen. Anwohner im 1250-Meter-Umkreis um das Evakuierungsgebiet sollten zu ihrem eigenen Schutz ins Haus gehen und sich nicht in Fensternähe aufhalten. Trotz des Schutzwalls um die Fundstellen herum können Splitter weit fliegen. Hinweis: Das Sperrgebiet darf erst nach der offiziellen Freigabe wieder betreten werden!

+++ 21.25 Uhr: Der Polizeihubschrauber überfliegt jetzt Grone. Die Suche nach Personen, die sich im Sperrgebiet aufhalten könnten, ist offenbar noch nicht abgeschlossen. Außerdem gibt es mit Blick auf die Sprengung eine erneute Warnung auf dem Handy.

+++ 21.11 Uhr: Inzwischen ist auch wieder der Polizeihubschrauber im Einsatz. Er soll überprüfen, ob sich noch Personen im Sperrgebiet rund um die S-Arena in Göttingen aufhalten. Oberbürgermeisterin Petra Broistedt appelliert an alle, sich auf keinen Fall im Sperrgebiet aufzuhalten.

+++ 21.09 Uhr: Die Hotline der Stadt Göttingen unter 0551 / 400-5050 ist weiterhin erreichbar! Aufgrund des aktuell hohen Anrufaufkommens ist es mitunter aber notwendig, einen zweiten Versuch zu starten, um durchzukommen. Die Stadt bittet um Verständnis. 

+++ 21.07 Uhr: „Die Sprengung wird gegen 21.30 Uhr erfolgen - wir sind in der heißen Phase“, kündigte eine hörbar konzentrierte Oberbürgermeisterin Petra Broistedt gegenüber unserer Zeitung an. Zuerst werden drei der 500-Kilo-Bomben zusammen gezündet, danach mit geringer Verzögerung von wenigen Sekunden die beiden weiteren. „Es wird einen mächtigen Knall und starke Erschütterungen geben“, sagte Broistedt und bereitete die Einwohner Göttingens so auf die bevorstehende Sprengung, die es mit so viel Sprengstoff auf einmal so noch nicht in der Stadt gegeben hat. Danach würde kontrolliert, ob alle Bomben explodiert seien. Das geschieht über die Experten vom Kampfmittelräumdienst.

.+++ 21.01 Uhr: Um den Brandschutz in Göttingen sicherzustellen, wurde die Stadt Göttingen für die Dauer der Entschärfung in zwei Einsatzbereiche unterteilt, der eine westlich der Leine, der andere östlich der Leine. Während im Osten die Fahrzeuge von der Hauptfeuerwache an der Breslauer Straße und von der Feuerwache Klinikum im Einsatzfall ausrücken, sind es im Westbereich vor allem Freiwillige, und zwar die Ortsfeuerwehren Holtensen und Grone mit insgesamt 32 Kräften. Nur zwei Beamte der Berufsfeuerwehr sind im Westbereich als Führungskräfte eingeteilt.

Besuch bei der Feuerwehr in Holtensen. Oberbürgermeisterin Petra Broistedt ließ sich die Einsatzstruktur erklären.
Besuch bei der Feuerwehr in Holtensen. Oberbürgermeisterin Petra Broistedt ließ sich die Einsatzstruktur erklären. © Stefan Rampfel

Bis zum Abend war es sehr ruhig, es gab nur einen Einsatz in Grone abzuarbeiten: Am Morgen musste eine Türöffnung durchgeführt werden, weil eine Person vermisst wurde. Bei einem Pressetermin zeigte Sven Paul, Ortsbrandmeister von Holtensen, Oberbürgermeisterin Petra Broistedt die Fahrzeuge, Dietmar Gloth erklärte die Einsatzstruktur.

+++ 20.59 Uhr: Am Bahnhof Eichenberg blieb das befürchtete Chaos am Samstag aus. „Hier ist bislang alles ruhig“, sagte ein Bahnmitarbeiter. Die drei Busse, die für den Schienenersatzverkehr für die aus Richtung Süden kommenden Regionalzüge eingesetzt wurden, für die wegen der Bombenentschärfung in Göttingen hier in Neu-Eichenberg Endstation war, würden vollkommen ausreichen.

Nicht viel los am Bahnhof Eichenberg: Das befürchtete Chaos durch den Schienenersatzverkehr blieb aus.
Nicht viel los am Bahnhof Eichenberg: Das befürchtete Chaos durch den Schienenersatzverkehr blieb aus. © Per Schröter

„Einer der Busse ist vorhin sogar leer in Richtung Göttingen gefahren“, berichtete der Mitarbeiter. Warum das Passagieraufkommen in den Zügen so verhältnismäßig gering sei, darüber können man nur spekulieren. „Vielleicht liegt es daran, dass die Menschen im Vorfeld gut informiert wurden, vielleicht liegt es aber auch am Wetter“, meinte er.

+++ 20.56 Uhr: Bei der Bewältigung der aktuellen Lage erhält die Stadt Göttingen auch tatkräftige Unterstützung durch den Einsatz der neuen mobilen Sirene der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Landkreis Göttingen. Die Sirene, bei der neben dem Signalton auch Sprachdurchsagen möglich sind, kam bereits am frühen Morgen im Sperrgebiet zum Einsatz.  Vor der Sprengung der Blindgänger fahren ab sofort zwei Lautsprecher-Wagen der Polizei und das Fahrzeug mit der mobilen Sirene noch einmal zur Warnung durch den 1250-Meter-Radius. Anwohner in diesem Bereich werden so erneut gewarnt, sich zum eigenen Schutz nicht im Freien oder in Fensternähe aufzuhalten.

+++ 20.53 Uhr: Über das Warn-System KAT-Warn wird auf dem Smartphone angekündigt, dass bald eine Sprengung geplant ist. Ein genauer Zeitpunkt wird noch nicht genannt.

+++ 20.45 Uhr: Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen bereitet nun die Sprengungen vor. Wann die Sprengung der fünf 10-Zentner-Bomben erfolgt, wird bekanntgegeben, sobald es feststeht. Allerdings ist auch danach Geduld gefragt. Drei der Bomben liegen so eng beieinander, dass sie gleichzeitig gesprengt werden müssen. Mit einer entsprechenden Druckwelle und herumfliegenden Trümmern ist daher zu rechnen. Deshalb müssen der Kampfmittelbeseitigungsdienst und Sicherungsteams der Stadt Göttingen das Gebiet nach den Sprengungen sichten und absichern. Die Straßen im Evakuierungsgebiet können aus Sicherheitsgründen also erst nach dieser Prüfung wieder freigegeben werden. Dies braucht viel Zeit, Sorgfalt und erfordert von allen Beteiligten noch einmal einen langen Atem. Wir halten Sie hier weiterhin auf dem Laufenden.

Das Sperrgebiet darf erst nach der offiziellen Freigabe wieder betreten werden.

+++ 20.32 Uhr: Drei Sprengmeister und vier Munitions-Facharbeiter vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) Niedersachen sind am heutigen Samstag in Göttingen im Einsatz. „Der KBD ist zuständig für die systematische Auswertung von Kriegsluftbildern zum Auffinden von Bombenblindgängern, die Luftbildauswertung für einzelne Grundstücke auf Antrag, die tatsächliche Bergung, die Entschärfung/Sprengung, den Transport und die Zwischenlagerung von Kampfmitteln. Daneben sind die Gemeinden als zuständige Gefahrenabwehrbehörden bei ihrer Aufgabenwahrnehmung beratend zu unterstützen und sämtliche Kampfmittelräummaßnahmen zu dokumentieren“, heißt es. Die mehr als 50 Beschäftigte sind an den Standorten Hannover, Munster und Wardenburg tätig. Etwa 35.500 Tonnen an Kampfmitteln sind durch den niedersächsischen KBD in den vergangenen über 75 Jahren vernichtet worden. Wie viele Kampfmittel in Deutschland und im benachbarten Ausland noch im Erdreich schlummern, das kann niemand sagen, aber allein in der Nordsee wird von vermuteten 1,3 Millionen Tonnen versenkter Kampfmittel ausgegangen.

Bildimpressionen vom Tag der Bombenentschärfung in Göttingen

+++ 20.07 Uhr: Fünf von fünf – auch bei dem letzten Verdachtsfall handelt es sich um einen Blindgänger mit Langzeitzündern aus dem Zweiten Weltkrieg aus US-amerikanischer Produktion. Es gibt nun Gewissheit: Alle fünf 10-Zentner-Bomben müssen kontrolliert gesprengt werden.

Eine 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die in Göttingen gefunden worden war.
Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg: Eine solche 250-Kilogramm-Bombe war in der Vergangenheit in Göttingen gefunden worden. Experten des Kampfmittelbeseitigungsdiensts Niedersachsen haben es in der Uni-Stadt Ende Juli 2022 mit circa doppelt so schweren Bomben zu tun. © Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen

+++ 19.17 Uhr: Noch immer kommt es wegen des Sperrgebiets im Stadtgebiet Göttingen zu umfangreichen Umleitungen im Busverkehr. Informationen dazu finden Sie auf der Website der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) und des Verkehrsbunds Süd-Niedersachsen (VSN).

+++ 19.04 Uhr: Im Evakuierungszentrum im Felix-Klein-Gymnasium (FKG) kommen nicht nur evakuierte Menschen, sondern auch ihre Haustiere unter. Das hatte die Stadt Göttingen schon bei einer Pressekonferenz am Dienstag (26.07.2022) angekündigt. Einige Personen haben von dem Angebot Gebrauch gemacht und ihre pelzigen Vierbeiner mitgebracht.

Katze „Buffer“ und ihr Frauchen im Evakuierungszentrum FKG in Göttingen.
Katze „Buffer“ und ihr Frauchen fühlen sich im Evakuierungszentrum FKG in Göttingen während der Bombenentschärfungen gut betreut. © Stadt Göttingen/Mischke

+++ 18.43 Uhr: Bombe, die vierte: Die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen bestätigen, dass es sich auch beim vierten Verdachtspunkt um einen Blindgänger handelt. Es handelt sich dabei – wie bereits bei den ersten drei bestätigten Funden – um eine amerikanische 10-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Auch hier wird kontrolliert gesprengt werden müssen.

+++ 17.59 Uhr: ACHTUNG – Die Stadt Göttingen fordert ausdrücklich dazu auf, das Sperrgebiet zur eigenen Sicherheit in keinem Fall zu betreten. Immer wieder sind heute vereinzelt Personen im Sperrgebiet gesichtet worden. Wer sich im Sperrgebiet aufhält und aufgegriffen wird verzögert den Einsatz der Sprengmeister und riskiert ein Bußgeld.

+++ 17.55 Uhr: Die Sprengmeister vom Kampfmittelräumdienst arbeiten sich zum vierten und fünften Verdachtspunkt vor. Die beiden liegen nah beieinander, ganz in der Nähe des Skaterparks an der Westseite der S-Arena und vor dem Leine-Ufer. Zuerst war der südlichste Verdachtspunkt erkundet und als amerikanische 500-Kilo-Bombe erkannt worden, danach die beiden südlichsten Verdachtspunkte ebenfalls als zwei 10-Zentner-Bomben gleicher Art festgestellt worden.

Mit einer Sprengung aller Bombenblindgänger ist voraussichtlich in der Dunkelheit zu rechnen.

Christian Schmetz, Dezernent für Ordnung bei der Stadt Göttingen

„Mit einer Sprengung aller Bombenblindgänger ist voraussichtlich in der Dunkelheit zu rechnen“, sagte Christian Schmetz, Dezernent für Ordnung bei der Stadt Göttingen, am frühen Abend. Vorher werde aber noch einmal intensiv von Seiten der Stadt berichtet.

+++ 17.18 Uhr: Evakuierte und Einsatzkräfte am Evakuierungszentrum im Felix-Klein-Gymnasium (FKG) erfreuen und erfrischen sich an einem wohlverdienten Eis. Die Stimmung ist allgemein positiv und entspannt.

Evakuierte und Einsatzkräfte am Evakuierungszentrum Felix-Klein-Gymnasium essen ein Eis.
Ein Eis für Evakuierte und Einsatzkräfte am Evakuierungszentrum Felix-Klein-Gymnasium sorgt für gute Stimmung. © Stadt Göttingen/Mischke

+++ 16.51 Uhr: Test bestanden – der Sprengtest verlief erfolgreich und war im Stadtgebiet kaum zu hören. Damit hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen den Testdurchlauf am Schützenplatz beendet. So können die Sprengmeister sichergehen, dass eine mögliche Sprengung via Funk auch bei den herrschenden widrigen Wetterverhältnissen möglich ist.

+++ 16.24 Uhr: Um 16.30 Uhr wird es zu einer Probesprengung einer Zündladung kommen – abseits der freigelegten Bomben. Es geht darum die Funktionsfähigkeit dieser Mini-Sprengladungen zu testen. Mit ihnen werden später die Zünder der Bomben ausgelöst.

+++ 16.21 Uhr: Bevor es zu einer Sprengung der amerikanischen Fliegerbomben-Blindgänger im Bereich Schützenplatz/S-Arena und Leine-Ufer in Göttingen kommt, werden noch einmal zwei Lautsprecher-Wagen durch das Sperrgebiet fahren. So sollen möglicherweise sich immer noch in Häusern und Wohnungen aufhaltende Menschen gewarnt und zum Verlassen des Gebietes aufgefordert werden. Das sagte Christian Schmetz, während einer Pressekonferenz in den Räumen der Berufsfeuerwehr am Mittag.

+++ 15.48 Uhr: Im Evakuierungszentrum Felix-Klein-Gymnasium sind zurzeit circa 270 Bürgerinnen und Bürger untergebracht. Dort erhalten sie von der Stadt Verpflegung, Feldbetten und bei Interesse Corona-Tests. Ein Eiswagen vor der Tür trägt zur guten Stimmung bei. Oberbürgermeisterin Petra Broistedt informiert sich bei den Evakuierten über ihre Situation.

Die Oberbürgermeisterin der Stadt Göttingen Petra Broistedt informiert sich bei den Menschen im Evakuierungszentrum im Felix-Klein-Gymnasium über ihre derzeitige Situation.
Die Oberbürgermeisterin der Stadt Göttingen Petra Broistedt informiert sich bei den Menschen im Evakuierungszentrum im Felix-Klein-Gymnasium über ihre derzeitige Situation. © Stadt Göttingen/Mischke

+++ 15.14 Uhr: Verdachtspunkt Nummer drei geklärt: Auch der dritte Blindgänger ist soeben identifiziert worden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) bestätigt, dass es sich auch hierbei um eine amerikanische 10-Zentner-Bombe mit einem Langzeitzünder handelt – auch hier muss kontrolliert gesprengt werden. Der genaue Zeitpunkt der Sprengung wird jedoch erst nach Abschluss aller Untersuchungen festgelegt und bekanntgegeben. Es fehlen jetzt noch zwei Verdachtspunkte.

+++ 14.54 Uhr: Oberbürgermeisterin Broistedt hat sich am Evakuierungszentrum im Felix-Klein-Gymnasium (FKG) in Göttingen eingefunden, um sich über den Zustand der evakuierten Menschen, der Helfer und deren Einsatz zu informieren. In einem Live-Interview steht sie dem NDR Rede und Antwort.

Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt und Oliver Bruse, Pressereferenten der Johanniter (Mitte).
Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt und Oliver Bruse, Pressereferenten der Johanniter (Mitte), äußern sich im NDR-Interview zum laufenden Bomben-Entschärfungs-Einsatz und der Situation am Evakuierungszentrum im Felix-Klein-Gymnasium (FKG). © Stadt Göttingen/Mischke

+++ 14.29 Uhr: Stadt und Polizei Göttingen zeigen in einem kurzen Film das Einsatzgebiet der laufenden Bombenentschärfungen vom Wasser und aus der Luft. 78 Übersee-Container – etwa die Hälfte mit jeweils 24 Kubikmeter Wasser gefüllt, 56 Wassersäcke, 70 Big-Packs, 100 Kubikmeter Bausand, 100 Sandsäcke, 160 Strohballen (gespendet vom Landvolk) und fünf Holzkonstruktionen des Technischen Hilfswerks schützen die Sprengmeister und weiteren Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen beim Arbeiten an den Blindgängern.

+++ 14.01 Uhr: Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen bestätigt den nächsten Fund. Auch bei dem zweiten untersuchten Objekt handelt es sich um einen Blindgänger – wie im ersten Fall eine amerikanische 10-Zentner-Bombe mit einem Langzeitzünder. Das macht spätere Sprengungen unumgänglich. Nun folgen die Untersuchungen der fehlenden drei Verdachtspunkte.

+++ 13.58 Uhr: Oberbürgermeisterin Petra Broistedt auf Stippvisite in der Hotline-Station: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter strahlen trotz ihres stressigen Jobs Zufriedenheit aus. Sie reagieren ruhig und gelassen auf alle Fragen der Anrufer. „Andere junge Menschen haben jetzt Wochenende, aber sie haben sich freiwillig für diese wichtige Aufgabe gemeldet“, bedankt sich die Oberbürgermeisterin ausdrücklich für ihren Dienst am Headset.

Oberbürgermeisterin Petra Broistedt auf Stippvisite in der Hotline-Station.
Oberbürgermeisterin Petra Broistedt auf Stippvisite in der Hotline-Station. © Stadt Göttingen/Mischke

+++ 13.54 Uhr: Das generell gut besuchte „Kaffeehus“ liegt am Weender Tor in Göttingen, direkt am Rande der Sperrzone, profitiert an normalen Tagen kräftig vom Publikumsverkehr der Menschen, die aus Richtung Uni-Campus und Nordstadt in die Stadt gehen. Am Morgen ist es ruhig in dem gemütlichen Café samt schönen Innenhof. Zu Fünft arbeitet das Team hinter der Theke. „Wir können die Gäste sehr individuell bedienen“, scherzt ein Mitarbeiter. Kurz darauf kommt eine Gruppe von zehn Café-Gästen. So kann man sich täuschen... Eine Bedienung scherzt: „Wir haben hier eine Bombenstimmung.“

Im Kaffeehus in der Göttinger Innenstadt herrscht reger Betrieb
Im „Kaffeehus“ in der Göttinger Innenstadt herrscht reger Betrieb. © Thomas Kopietz

+++ 13.51 Uhr: Die Straßencafés und -restaurants in der Flaniermeile und Fußgängerzone Weender Straße haben Hochkonjunktur. In der City ist es wie immer samstags um diese Zeit – viele Besucher, viele auf Shopping-Tour, viele Gäste, die etwas Leckeres essen oder nur ein kühles, beziehungsweise heißes Getränk nehmen und einfach nur bummeln wollen. Auch auf dem Wochenmarkt rund um die Johanniskirche ist es wie immer am starken Markttag Samstag. „Ein bisschen weniger Kunden sind da“, sagt ein Standbeschicker. Davon, dass in etwa 1,5 Kilometer Luftlinie entfernt Bombenexperten unter höchster Anspannung gerade fünf Verdachtspunkte nach und nach untersuchen – dabei Weltkriegsbombenblindgänger mit Samthandschuhen freilegen – ist in der City nichts zu spüren.

+++ 13.44 Uhr: Ordungsdezernent Christian Schmetz lobt bei einer kurzen Pressekonferenz ausdrücklich das Verhalten der Bürgerinnen und Bürger, besonders in der Weststadt: Fast alle hätten sich bisher hervorragend kooperativ verhalten, hätten das Sperrgebiet früh genug verlassen. Manche waren sogar zu früh, nämlich schon gestern Abend um sechs Uhr „ausgereist“, wie ein städtischer Mitarbeiter, der die Hotline betreut, schilderte. „Das war ein Missverständnis.“ Christian Schmetz sagte auch: „Ein Lob an alle die, die sich vorbildlich verhalten.“

Ein aktueller Eindruck aus dem Hauptquartier des Einsatzstabs.
Bombenentschärfungen in Göttingen: Ein Blick in den Krisenstabsraum an der Breslauer Straße. © Thomas Kopietz

+++ 13.23 Uhr: Wie Pia Zojer vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) mitteilt, haben sich bisher circa 230 Personen in der Evakuierungsunterkunft im Felix-Klein-Gymnasium (FKG) eingefunden, etwa 150 können dort noch aufgenommen werden. Für den ASB bedeutet das den erstmaligen Rückbau und eine minimierte Anzahl der Einsatzkräfte vor Ort. In seine Hallen zurückkehren kann auch der ASB zurzeit nicht, da er ebenfalls im Evakuierungsradius liegt.

+++ 13.08 Uhr: Pressetermin am Polizeihubschrauber mit der Oberbürgermeisterin: Petra Broistedt informierte sich bei der Besatzung von „Phoenix 91“, so der Funkrufname des Helis, gegenüber der Polizeiwache in Weende. Pilot Stefan Scharfschwerdt, Co-Pilot Jörg Maaß und Einsatzoperator Stefan Jahn gaben ihr und den Journalisten bereitwillig Auskunft. Der Hubschrauber war erst kurz zuvor gelandet. Er kam aus Duderstadt, wo er bei der Bundespolizei tankte. Nun geht es für diesen zurück nach Hannover zum Flughafen, in rund 30 Minuten Flugzeit. Dann steht ein anderer Polizeihubschrauber in Göttingen bereit.

Oberbürgermeisterin Petra Broistedt und Rainer Nolte lassen sich von Pilot Stefan Scharfschwerdt die Funktionsweise der Wärmebildkamera beschreiben.
Der Polizeihubschrauber „Phönix 91“ ist an der Leitstelle an der Otto-Hahn-Straße gelandet. Oberbürgermeisterin Petra Broistedt und Polizeidirektor Rainer Nolte lassen sich von Pilot Stefan Scharfschwerdt die Funktionsweise der Wärmebildkamera beschreiben. © Stadt Göttingen/Mischke

Seit dem Morgen kreiste „Phoenix 91“ mehrere Runden über dem Evakuierungsgebiet, um Personen zu finden, die sich dort nicht aufhalten durften. „Wir haben mehrere Menschen mit unserer hochauflösenden HD-Kamera ausfindig machen können“, sagt Stefan Jahn. „Unter anderem am Iduna-Zentrum.“

+++ 13.01 Uhr: Krasse Gegensätze: Während es in der Göttinger Fußgängerzone in der Innenstadt voll ist, herrscht nur wenige hundert Meter weiter in den Straßen im Evakuierungsgebiet und am Göttinger Bahnhof Totenstille. Die Polizei sorgt für die entsprechenden Absperrungen. Dennoch wollen immer wieder Personen zum Bahnhof, um einen Zug zu bekommen, erzählt ein Polizist. Es gebe schon einige Menschen, die von der Bombenentschärfung nichts mitbekommen hätten, so der Beamte. Glück hat die Esso-Tankstelle an der Weender Landstraße. Diese ist erreichbar, jedoch müssen die Autofahrer beim Verlassen über die Mittelinsel der Hauptverkehrsstraße fahren, um so wieder in Richtung Weender Tor zu gelangen. 

+++ 12.54 Uhr:  Wie der Dezernent für Ordnung in Göttingen Christian Schmetz mitteilt, erwägen die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes eine kontrollierte Testsprengung an einem Zünder. Grund ist das regnerische Wetter. „Bitte wundern Sie sich nicht, wenn sie einen Knall hören“, warnt Schmetz die Bürger. Die Testsprengung würde nur an dem Zünder, fernab des Blindgängers erfolgen. Definitiv werde keiner der Blindgänger einzeln gesprengt, da eine Sprengung auch die Zünder der naheliegenden Bomben auslösen könnte.

+++ 12.29 Uhr: Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt lobt bei einem Besuch im Stab die positive Gesamtstimmung. „Es ist aber ärgerlich, dass immer wieder Menschen im Sperrgebiet sind.“ So seien insgesamt drei Personen, die sich im Sperrbereich illegal aufhielten, gemeldet worden. „Das ist sehr ärgerlich.“ Sie freut sich, dass der Kampfmittelbeseitigungsdienst gut voran kommt. Der erste Blindgänger sei identifiziert. Die Bombe mit Langzeitzünden sei identifiziert und müsse später gesprengt werden. Sie sieht gute Chancen, dass die Entschärfungsaktion noch heute gut zu Ende geht.

Stadt und Landkreis bilden Einsatzstab

Der heutige Einsatz wird von einem zentralen Stab geleitet. Darin sind Vertreter der Stadt- und der Kreisverwaltung zu finden. Außerdem sind die einzelne Organisationen mit Fachberatern in dem Stab vertreten.

+++ 11.55 Uhr: Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen hat das erste verdächtige Objekt am Leineufer freigelegt und identifiziert. Es handelt sich um eine amerikanische 10-Zentner-Bombe mit Langzeitzünder.

Zunächst werden die weiteren vier Verdachtspunkte untersucht. Eine kontrollierte Sprengung des Kampfmittels ist erst danach vorgesehen. 

+++ 11.40 Uhr: Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen hat zweimal seine Arbeiten unterbrechen müssen. Der Grund: Es wurden Personen im Sperrgebiet gemeldet. Die Polizei musste die Sperrzone betreten, um die Lage zu klären. Inzwischen ist das Gebiet wieder geräumt. Es gilt: Das Betreten des Sperrgebiets ist ausdrücklich verboten – es geht um Ihre Sicherheit! Durch die Unterbrechungen liegen die Arbeiten hinter dem Zeitplan.

+++ 11.35 Uhr: Der Albaniplatz ist zum zentralen Umsteigepunkt für den Schienenersatzverkehr geworden. Von dort aus fahren Busse nach Northeim, Eichenberg, Heiligenstadt, Adelebsen und Kassel-Wilhelmshöhe. An diesen Punkten werde die Züge erreicht. Die Reisenden warten geduldig auf die Abfahrt ihrer jeweiligen Busse. Damit sie die richtige Verbindung finden, helfen vier Mitarbeiter vor Ort. Tobias Festerling, Leiter des Bahnhofsmanagaments Braunschweig/Göttingen zeigte sich voll zufrieden. Das Konzept sei aufgegangen. Um das Aufkommen bewältigen zu können, waren Busse aus vielen Regionen Deutschland, darunter auch aus Südniedersachsen, dem Eichsfeld und Witzenhausen, für die Aktion gechartert worden. Anscheinend hatten sich aber die Reisenden auf die Situation eingestellt, denn der Andrang in den Bussen war lange nicht so groß wie erwartet. Die Bahn hatte vorab Empfehlungen herausgegeben.

Albaniplatz: Der Schienenersatzverkehr wird über diesen zentralen Punkt in Göttingen abgewickelt. Tobias Festerling, Leiter des Bahnhofsmanagements Braunschweig/Göttingen ist mit der Aktion zufrieden.
Albaniplatz: Der Schienenersatzverkehr wird über diesen zentralen Punkt in Göttingen abgewickelt. Tobias Festerling, Leiter des Bahnhofsmanagements Braunschweig/Göttingen ist mit der Aktion zufrieden. © Bernd Schlegel

+++ 11.25 Uhr: Aktuell sind im Evakuierungszentrum 235 Menschen registriert. Mehr als die Hälfte der Plätze ist noch verfügbar. Für den Fall, dass das Evakuierungszentrum nicht ausreicht, steht eine weitere Einrichtung bereit. Diese wird aller Voraussicht nach nicht benötigt.  

+++ 11.10 Uhr: Oberbürgermeisterin Petra Broistedt ist zu Gast bei der Polizeidienststelle an der Otto-Hahn-Straße. Rainer Nolte, Leiter der Polizeiinspektion Göttingen, meldet: „Seit 10 Uhr ist Sicherheit.“ Broistedt: „Ich bedanke mich bei ihnen allen für diesen außergewöhnlichen Einsatz.“

+++ 10.52 Uhr: Der Materialeinsatz für die Entschärfung der Weltkriegsbomben ist beachtlich: 78 Übersee-Container sollen die S-Arena bei der Bombenentschärfung an diesem Wochenende schützen. Sie wurden im Laufe der Woche im Bereich zwischen der Sportarena und Leine aufgestellt. Die Fensterfronten der Arena wurden zusätzlich mit schwerem Bauvlies verhängt. Etwa die Hälfte der „Stahlkisten“ wurden von der Berufsfeuerwehr mit jeweils 24 Kubikmeter Wasser gefüllt und sollen so die S-Arena, falls Blindgänger vor Ort gesprengt werden müssen, vor Schäden schützen. 56 Wassersäcke, 70 Big-Packs, 100 Kubikmeter Bausand, 100 Sandsäcke, 160 Strohballen (gespendet vom Landvolk) und fünf Holzkonstruktionen des Technischen Hilfswerks wurden am Einsatzort installiert und sollen im Falle einer Sprengung Schutz bieten.

Michael Neugebauer (rechts), Geschäftsführer der Göttinger Verkehrsbetriebe, berichtete über die Evakuierungsfahrten.
Michael Neugebauer (rechts), Geschäftsführer der Göttinger Verkehrsbetriebe, berichtete über die Evakuierungsfahrten. © Verena Schulz

+++ 10.45 Uhr: Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt ist bei den Göttinger Verkehrsbetrieben (GöVB) eingetroffen. Geschäftsführer Michael Neugebauer berichtete, dass die Evakuierungsfahrten problemlos liefen. Insgesamt fünf Busse wurden eingesetzt. Die Oberbürgermeisterin bedankte sich bei den Busscouts der Freiwilligen Feuerwehr Reinhausen, die die Einsatzfahrten mit Rat und Tat begleitet haben.  Die Oberbürgermeisterin informierte sich auch bei den eingesetzten Busfahrerinnen und Busfahrern. „Unter dem Motto Jeder hilft jedem haben sie die von der Evakuierung betroffenen Menschen sicher an ihr Ziel gebracht“, sagte Broistedt.

+++ 10.29 Uhr: Nach sechs Stunden werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Technischen Einsatzleitung erstmals abgelöst. Die nächste Schicht übernimmt.

+++ 10.22 Uhr: Bei dem Einsatz eines Polizeihubschraubers in der Nacht zum Samstag gegen 4 Uhr über Geismar ging es um die Suche nach einer vermissten Person aus einem Pflegeheim, wie Polizeisprecherin Jasmin Kaatz auf Anfrage mitteilte. Ob die Person gefunden wurde und um welches Heim es sich handelte, konnte sie noch nicht beantworten. 

+++ 10.19 Uhr: In den vergangenen Tagen gab es umfangreiche Vorbereitungsarbeiten für die Bombenentschärfung. So wurde das Erdreich rund um Blindgänger, die in einer Tiefe von etwa sechs Metern liegen, bis zu einer Tiefe von in etwa fünf Metern ausgehoben. Jetzt müssen sich die Experten die Blindgänger per Hand freilegen. Wie genau die Blindgänger entschärft werden können, entscheidet sich erst, wenn sie freigelegt sind. Sollte es sich um einen gefährlichen „Langzeitzünder“ handeln, so muss gesprengt werden. Bei einem „Aufschlagzünder“ können die Kampfmittelexperten diesen unter Umständen behutsam ausbauen und damit den Blindgänger unschädlich machen. Zwischen S-Arena und Leine laufen seit Tagen zahlreiche Pumpen, um den Grundwasserspiegel zu senken, damit die Experten an den Bomben problemlos arbeiten können.

+++ 10.06 Uhr: Das Evakuierungsgebiet ist jetzt vollständig geräumt. Die Einsatzkräfte haben sich aus dem Sperrbereich zurückgezogen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst kann nun seine Arbeit aufnehmen. 

Kampfmittelspezialisten: Die Sprengmeister Thorsten Lüdeke (links) und Marcus Rausch können nun mit ihrem Team ihre eigentliche Arbeit beginnen.
Kampfmittelspezialisten: Die Sprengmeister Thorsten Lüdeke (links) und Marcus Rausch können nun mit ihrem Team ihre eigentliche Arbeit beginnen. © Stefan Rampfel

+++ 09.53 Uhr: Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt will sich aus erster Hand über das Geschehen informieren. Deshalb startet sie zu einer Tour. Bei einem Zwischenstopp im Stabsraum bei der Berufsfeuerwehr ließ sie sich über die aktuelle Lage informieren und ist nun auf dem Weg zu den Göttinger Verkehrsbetrieben (GöVB). Weitere Stationen auf ihrer Tour sind unter anderem die Polizei, der Albaniplatz, das Evakuierungszentrum, das Technische Hilfswerk und die Ortsfeuerwehr in Holtensen.

+++ 09.49 Uhr: Noch können die Sprengstoffexperten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niederachsen nicht mit ihrer eigentlichen Arbeit beginnen. Dazu brauchen sie erst die abschließende Bestätigung, dass ALLE das Evakuierungsgebiet verlassen haben. Der Hubschrauber überfliegt weiter das Evakuierungsgebiet.

Mit mehr als 70 Übersee-Containern wird die S-Arena während der Entschärfung geschützt. Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg werden an fünf Punkten vermutet.
Mit mehr als 70 Übersee-Containern wird die S-Arena während der Entschärfung geschützt. Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg werden an fünf Punkten vermutet. © Stefan Rampfel

+++ 09.37 Uhr: Das Verlassen des Sperrgebietes ist auch aus Sicherheitsgründen unerlässlich: Wie Thorsten Lüdeke bei seinem vorherigen Einsatz in Göttingen, der Entschärfung einer Weltkriegsfliegerbombe am Alten Botanischen Garten, sagte, können Splitter bis zu einem Kilometer weit fliegen, vor allen Fenster durchschlagen und so lebensgefährlich sein. So sei auch unberechenbar, welchen Weg die Splitter nähmen. Die 1000-Meter-Sperrzone werde bewusst gewählt. Sie diene der Sicherheit, so Lüdeke.

+++ 09.32 Uhr: Bislang waren und sind heute 602 Einsatzkräfte aktiv: Sie kommen von der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr, der Polizei, vom Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen, den Göttinger Verkehrsbetrieben, dem Technischen Hilfswerk, der Johanniter-Unfall-Hilfe, dem Deutschen Roten Kreuz, einem Sicherheitsdienst und von der Stadt Göttingen. Die Einsatzleitung dankt allen Mitwirkenden für ihren Einsatz! 

+++ 09.28 Uhr: Der Polizeihubschrauber „Phoenix“ ist soeben zum letzten geplanten Sicherheitsüberflug gestartet. Er kontrolliert abschließend, ob alle Menschen das Evakuierungsgebiet verlassen haben.

+++ 08.57 Uhr: In der vergangenen Nacht war ebenfalls ein Polizeihubschrauber über Göttingen im Einsatz, allerdings in Geismar. Dies hatte jedoch mit dem Bombeneinsatz nichts zu tun.

+++ 08.37 Uhr: Der Polizeihubschrauber „Phoenix“, stationiert am Flughafen Hannover, ist inzwischen eingetroffen, um das Evakuierungsgebiet zu überfliegen und so sicherzustellen, dass sich keine Menschen mehr dort aufhalten. Er ist unter anderem mit Wärmebildkameras ausgestattet. Die Drohnen haben vorerst ihren Einsatz beendet. 

+++ 08.23 Uhr: Im Sperrgebiet sind weitere Personen gemeldet worden. Damit verzögert sich der Abschluss der Evakuierung.  Erneut der Appell der Einsatzleitung: „Meiden Sie unbedingt das Sperrgebiet! Jeder Zwischenfall führt zu Verzögerungen. Bitte halten Sie sich im Interesse aller an die Regeln.“

+++ 08.08 Uhr: Nicht jeder kann das Evakuierungsgebiet selbstständig verlassen: Für 22 Personen wurde im Vorfeld bei der Hotline der Stadt ein Krankentransport angemeldet. Sie werden je nach Bedarf untergebracht und betreut. 

+++ 08.03 Uhr: Seit mehreren Tagen weisen Schilder darauf hin, dass die Geschäfte im Evakuierungsbereich am Samstag geschlossen sind, so wie in einem großen REWE-Markt an der Weender Landstraße. 

Auch Supermärkte liegen im Evakuierungsgebiet: Sie müssen während der Entschärfung der Blindgänger geschlossen bleiben.
Auch Supermärkte liegen im Evakuierungsgebiet: Sie müssen während der Entschärfung der Blindgänger geschlossen bleiben. © Stefan Rampfel

+++ 07.48 Uhr: Die beiden Drohnen sichten weiterhin mehrere Personen im Sperrgebiet. Die Einsatzleitung bei der Stadt Göttingen appelliert dringend an alle: „Bitte verlassen Sie umgehend das Gebiet! Je schneller der Sperrbereich geräumt ist, desto früher kann der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen mit seiner Arbeit beginnen – und umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Arbeiten bereits am Abend oder in der Nacht abgeschlossen werden können.“

+++ 07.42 Uhr: Inzwischen sind gut 100 Menschen im Felix-Klein-Gymnasium (FKG) eingetroffen. Aktuell kommen laufend weitere dazu. Das Evakuierungszentrum bietet Platz für bis zu 600 Personen. Sollte es noch mehr Bedarf geben, steht ein weiterer Standort bereit. 

+++ 07.35 Uhr: Die Polizeibeamten treffen aktuell immer noch Personen im Evakuierungsbereich an. „Wir bitten Euch den Evakuierungsradius zu verlassen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen“, heißt es von der Polizei. Je schneller das Gebiet geräumt ist, desto früher können die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mit ihrer Arbeit beginnen.

+++ 07.32 Uhr: Ein ungewöhnlicher Hilferuf hat uns vorhin vom Verein „Göttinger Stadttauben“ erreicht. Für die Vögel besteht natürlich kein Flugverbot. Aber die Aktiven brauchen Hilfe bei der Pflege der Tauben im neuen Schlag im Parkhaus Hospitalstraße. „Für den Betrieb des Schlages brauchen wir händeringend neue Ehrenamtliche. Auch bräuchten wir weitere Unterstützung bei unseren täglichen Fütterungen. Aktuell lastet sehr viel mehr Arbeit auf der gleichen Anzahl an Schultern“, heißt es von dem Verein. Deshalb kommt die Frage: Wer kann bei den täglichen Fütterungen in der Stadt, der Notfallversorgung und Pflege von Tauben etc. helfen? Weitere Infos gibt es unter Tel. 0151/61009661 oder hier.

+++ 07.23 Uhr: Der Göttinger Bahnhof ist geräumt. Es ist nicht mehr erlaubt, ihn zu betreten. Der Schienenersatzverkehr startet am Albaniplatz. 

+++ 07.06 Uhr: Bereits am Freitagabend kamen für den Schienenersatzverkehr gecharterte Busse aus Berlin und Dortmund am Albaniplatz in Göttingen an. Von dort fahren am Samstag alle Busse ab, unter anderem nach Northeim, Adelebsen oder Eichenberg. Eine Übersicht über die Ersatzverkehre gibt es hier. Am Bahnhof Göttingen halten die Züge seit 6 Uhr nicht. Durchfahrten sind etwas länger möglich. Die Deutsche Bahn (DB), die Metronom Eisenbahngesellschaft, die Cantus Verkehrsgesellschaft und die Nordwestbahn informieren auf ihren Webseiten. Wann der Bahnverkehr wieder in Betrieb genommen wird, ist noch unklar. Das hängt vom Verlauf des Einsatzes ab. 

Schienenersatzverkehr ab Albaniplatz in Göttingen: In den Bussen stehen die Zielpunkte der Fahrten.
Schienenersatzverkehr ab Albaniplatz in Göttingen: In den Bussen stehen die Zielpunkte der Fahrten. © Stefan Rampfel

+++ 06.55 Uhr: Über dem gesamten Evakuierungsgebiet gilt während des Einsatzes ein absolutes Flugverbot. Die Flugverbotszone wurde gegen 6.05 Uhr eingerichtet. Eine Ausnahme gilt für die beiden Kontrolldrohnen von Polizei und Feuerwehr. 

+++ 06.44 Uhr: Die Polizei sperrt das Gebiet im 1000-Meter-Radius um die Bomben-Fundorte an der Sparkassen-Arena ab, so zum Beispiel an der Ecke Annastraße und Emilienstraße. Viele Anwohner haben das Areal bereits am Freitagabend verlassen. Doch auch am Samstagmorgen brachen noch einige Anwohner um kurz vor sechs Uhr auf, packten die wichtigsten Sachen in ihre Autos und verließen den Evakuierungsbereich. In den betroffenen Straßen der Nordstadt wohnen viele Studenten, diese radeln mit ihren Fahrrädern in nicht gesperrte Gebiete. Die Polizei geht derweil von Haus zu Haus und überprüft, ob alle Anwohner ihre Wohnungen verlassen haben.

Die Polizei hat den 1000-Meter-Evakuierngsradius abgesperrt. Das Gebiet darf nicht mehr betreten werden.
Die Polizei hat den 1000-Meter-Evakuierngsradius abgesperrt. Das Gebiet darf nicht mehr betreten werden. © Stefan Rampfel

+++ 06.36 Uhr: Zwei Drohnen sind gestartet, um das Sperrgebiet zu kontrollieren. Sie sollen sicherstellen, dass sich keine Menschen mehr im Evakuierungsgebiet aufhalten. Die Drohnen stammen von der Polizei und der Feuerwehr.  

+++ 06.31 Uhr: Die Bombenentschärfung hat auch Auswirkungen auf die Zustellung von Briefen und Paketen in Göttingen: Am heutigen Samstag, den 30.07.2022, ist die „Zustellung der Deutschen Post aufgrund einer Bombenentschärfung im Innenstadtbereich von Göttingen stark eingeschränkt“. Die „dadurch verzögerten Briefe und Pakete werden dann am kommenden Montag an die Empfänger“ ausgeliefert. „Da sich unser Zustellstützpunkt auch im Evakuierungsbereich befindet, können wir die Zustellung von Paket- und Pressesendungen nur sehr begrenzt im Rahmen der organisatorischen Möglichkeiten durchführen“, heißt es in einer Mitteilung.

+++ 06.13 Uhr: Der Bahnhof Göttingen wird seit 6 Uhr nicht mehr bedient. Durchfahrten sind noch möglich. Stattdessen ist ein Schienenersatzvekehr eingerichtet. Zentraler Umsteigepunkt ist der Albaniplatz. Dort fahren die Busse, unter anderem in Richtung Eichenberg, Northeim und Adelebsen, ab. Außerdem gibt es laut Bahn einen Bus nach Kassel-Wilhelmshöhe. An diesen drei Bahnhöfen werden die Züge erreicht. Weitere Infos gibt es auch auf den entsprechenden Webseiten der Schienenverkehrsunternehmen www.der-metronom.dewww.cantus-bahn.de, www.nordwestbahn.de, www.bahn.de und hier.

+++ 06.01 Uhr: Jetzt müssen alle Anwohner aus dem 1000-Meter-Radius rund um die S-Arena das Evakuierungsgebiet verlassen haben. In diesen Minuten beginnen Mitarbeiter der Feuerwehr und Beamte der Polizei, von Haus zu Haus zu gehen. Außerdem steigen in Kürze ein Hubschrauber und Drohnen auf, die alle mit Wärmebildkameras ausgestattet sind. So kann ebenfalls überprüft werden, ob sich noch Menschen in den Häusern aufhalten.

+++ 05.45 Uhr: Jetzt sind noch 15 Minuten Zeit: Bis 6 Uhr müssen die Bewohner das Evakuierungsgebiet verlassen haben. Je früher dies passiert ist, desto schneller können die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mit ihrer Arbeit beginnen. Schließlich gibt es fünf Verdachtspunkte und damit jede Menge Arbeit.

Der Bereich Schützenplatz, S-Arena und Skaterpark in Göttingen.
Bombensondierungen: Östlich der Leine im Bereich Schützenplatz, S-Arena und Skaterpark gibt es fünf Verdachtspunkte. Sie werden am 30. und 31. Juli untersucht, die Blindgänger dann gesprengt oder entschärft. © Stadt Göttingen

+++ 05.31 Uhr: Bis 6 Uhr haben die Anwohner im 1000-Meter-Radius rund um die S-Arena Zeit, das Evakuierungsgebiet zu verlassen - also haben sie noch knapp eine halbe Stunde Zeit. In diesem Gebiet wohnen etwa 10.000 Menschen. Viele sind auch bei Freunden, Verwandten und in Hotels untergekommen oder sind auch verreist.

+++ 05.26 Uhr: Die Evakuierungsfahrten der kostenlosen Shuttle-Busse zum Evakuierungszentrum im Felix-Klein-Gymnasium (FKG) sind auf zwei Linien unterwegs. Auf den Bussen der Göttinger Verkehrsbetriebe steht: „Evakuierungsfahrt“. Sie sind im Zehn-Minuten-Takt unterwegs. Anwohner werden gebeten, nicht das eigene Auto für die Fahrt zum Evakuierungszentrum zu nutzen, da dort nicht ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen. Die Busse stoppen an folgenden Haltestellen:

+++ 05.20 Uhr: Guten Morgen! Ab sofort beginnt der Live-Ticker mit allen wichtigen Informationen zur Bombenentschärfung in Göttingen.

Göttingen – Zwei Tage Ausnahmezustand am Wochenende in Göttingen: So lässt sich die Situation wegen der Entschärfung von fünf Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg in der Weststadt am Samstag und Sonntag, 30. und 31. Juli, betiteln.

Da es fünf Verdachtspunkte gibt, kommt auf die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen viel Arbeit zu. Die drei eingesetzten Sprengmeister und vier Munitionsfacharbeiter haben sich zum Ziel gesetzt, die Entschärfung noch am Samstag abzuschließen.

Bombenentschärfung in Göttingen: Berichterstattung vom Einsatzort im Live-Ticker

Bis zu 10.000 Einwohner müssen im Ein-Kilometer-Radius evakuiert werden. Viele kommen bei Verwandten, Freunden oder in Hotels unter, andere sind verreist. Betroffene müssen das Gebiet bis Samstag, 30. Juli, 6 Uhr, verlassen haben. Wer kein anderes Quartier zur Verfügung hat, kann vorübergehend im Felix-Klein-Gymnasium (FKG) unterkommen.

Die Schule in der Südstadt, in der Platz für bis zu 600 Gäste ist, wird von den beiden Linien bei den Evakuierungsfahrten der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) angefahren. Weitere Infos zur Evakuierung gibt es hier.

Göttingen im Ausnahmezustand: Großeinsatz zur Entschärfung von Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg

Der Bahnhof Göttingen kann während der Sperrung nicht von Zügen angefahren werden. Deshalb wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Weitere Infos gibt es hier. Die Stadt Göttingen hat weitere Infos hier zusammengestellt. (Bernd Schlegel, Thomas Kopietz, Raphael Digiacomo, Stefan Rampfel, Michael Caspar)

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