Beamte mussten nur vereinzelt eingreifen

Polizei: Total ruhiger Jahreswechsel - kaum Andrang in den Notaufnahmen

Jahreszahl 2021: Annika Lütje, Nick Schwarz, Timon Schlieper und Stephan Kümmel
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Malten mit Wunderkerzen die Jahreszahl 2021 vor dem Göttinger Gänseliesel: (von links) Annika Lütje, Nick Schwarz, Timon Schlieper und Stephan Kümmel.

So ruhig war es zum Jahreswechsel in Göttingen wohl noch nie: Keine feiernden Massen auf den Straßen, dafür gähnende Leere selbst um Mitternacht am Weender Tor, wo sonst kräftig gefeiert und geböllert wird. Nur vereinzelt musste die Polizei eingreifen.

Göttingen – So gab es in der Innenstadt einige kleinere Menschenansammlungen. Die Beamten wiesen die Passanten auf die Verstöße hin. Anschließend zerstreuten sich die Gruppen. „Die Passanten zeigten Verständnis und waren einsichtig“, sagte ein Polizeisprecher, der von einer „total ruhigen Nacht“ sprach.

In der Notaufnahme der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) gab es keine Verletzungen durch Feuerwerkskörper zu versorgen - eine außergewöhnliche Situation für einen Jahreswechsel. Lediglich ein Armbruch musste behandelt werden. Insgesamt blieb es ruhig, das Patientenaufkommen und die Fälle verhielten sich wie an einem normalen Wochenende.  Es gab nur „wenige traumatologische Fälle“ und nur wenige Patienten mit Alkohol-Vergiftungen. Nach wie vor in hohem Maße beansprucht ist in der Zentralen Notaufnahme das hohe Aufkommen von Corona-Verdachtsfällen, die dort ankommen und aufgenommen werden.

Ruhig war es in der Silvesternacht auch in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) des Ev. Krankenhauses Göttingen-Weende. Es gab keine besonderen Vorkommnisse, die in Zusammenhang mit Silvester standen.

Kurz nach dem Jahreswechsel waren immer wieder vereinzelt Feuerwerks-Raketen zu sehen, die in den Himmel steigen – vor allem in den Stadtteilen Grone, Weende und Geismar. Auch in Bovenden gab es ein durchaus beachtliches Feuerwerk, sagte eine Anwohnerin. Die Menschen müssen also entweder die Feuerwerksartikel aus dem Vorjahr aufbewahrt haben oder sie auf anderen Wegen als über den Einzelhandel erhalten haben. Verstöße gegen das Feuerwerksverbot in der Innenstadt wurden nicht gemeldet.

Ganz Corona-konform verhielten sich auch die 24-jährige Hotelfachfrau Luisa Bode und ihre Freundin Anna-Lena Blatt aus Göttingen bei der Silvesterfeier. Sie machten sich zu Hause Burger, tranken und zogen um Mitternacht in Richtung Innenstadt. „Wir wollten einfach mal schauen, ob nicht vielleicht doch irgendwo etwas los ist“, sagt die 23-jährige Anna-Lena Blatt, die eine Ausbildung zur Tourismuskauffrau bei Beluga-Reisen macht. „Weil aber nichts los ist, gehen wir vermutlich wieder nach Hause.“

Dementsprechend ruhig war die Silvesternacht auch für die Feuerwehr. „Wir haben ein vergleichsweise ruhiges Silvester erlebt“, sagt Matthias Wilke von der Göttinger Berufsfeuerwehr. Neben diversen Rettungsdiensteinsätzen wurden die Brandschützer bis 1 Uhr nur zu einem brennenden Rasenmäher im Neuen Weg alarmiert, der jedoch von den Anwohnern selbst gelöscht werden konnte. Um 21.55 Uhr brannte in der Ottostraße in Geismar ein Kleidercontainer.

Am 31. Dezember musste die Berufsfeuerwehr jedoch auch dreimal ausrücken, weil Essen angebrannt war. Der erste Einsatz ereignete sich schon morgens um 9.50 Uhr. Gemeldet wurde ein Zimmerbrand in der Harzstraße in Grone-Süd. Dort war jedoch nur das Essen auf dem Herd vergessen worden, das die Rauchentwicklung verursachte. Der Bewohner musste vom Rettungsdienst behandelt werden. Um 20.14 Uhr dann der nächste Einsatz in der Straße „Am Kalten Born“ in Geismar. Hier verdampfte Öl beim Braten und rief die Feuerwehr auf den Plan. Um 22.28 Uhr ein Alarm in der Annastraße in der Nordstadt. Eine angebrannte Pizza im Ofen löste den Heimrauchmelder aus.

Kaum etwas los: Zum Jahreswechsel war es diesmal in der Göttinger Innenstadt ruhig.

Auch Busfahrer Sven Bossmann, der am Silvesterabend Dienst hatte, berichtete, dass es auf den Straßen im Vergleich zu anderen Jahren ruhig war und nur wenige Fahrgäste unterwegs fuhren. „Es ist sogar ruhiger als beim WM-Endspiel, als alle vor dem Fernsehen saßen.“ Die letzten Busse fuhren gegen 22 Uhr, Nachtlinien wurden in der Silvesternacht nicht eingesetzt. (Stefan Rampfel, Bernd Schlegel und Thomas Kopietz)

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