Experiment klärt Kinder auf

Polizei: Auf die Kleidung kommt's in der Dunkelheit an

So kann man sicher zur Schule gehen: Um die richtige Bekleidung auf Schulweg ging es in einer speziellen Unterrichtsstunde in Hainbundschule im Göttinger Stadtteil Weende. Für die Kinder gab Bänder mit Reflektoren. Foto: Brüßler

Göttingen. Herbstzeit heißt auch, dass es später hell und früher dunkel wird. Damit steigt die Unfallgefahr - gerade wenn Kleidung ohne die Reflektoren getragen wird.

Polizeikommissar Marco Otte besuchte die Erstklässler der Hainbundschule in Weende für eine Unterrichtstunde und sprach mit ihnen über die richtige Kleidung in der Herbst- und Winterzeit. Für sechs Schulen und 20 ist Kontaktbeamter Otte von der Polizeiinspektion Göttingen zuständig. In diesem Herbst hat er das Programm „Reflexi- aber sicher doch“ entwickelt, mit dem er an den Puppen „Paul und Pauline“ die Unterschiede verschiedener Kleidungsstile illustriert. Paul trägt dunkle vermeintlich „coole“ Kleidung, Pauline eine Feuerwehruniform mit mehreren Reflektoren. Dann gibt Otte das Signal für „Licht aus und Taschenlampen an“. „Pauline sieht man ja viel besser in der Dunkelheit“, ertönen Rufe aus dem Klassenzimmer. Trotzdem ist an diesem Morgen keines der Kinder mit einer der ihnen zum Schulbeginn geschenkten Sicherheitswesten gekommen.

Aber nicht nur die Kleidung ist entscheidend, sondern auch die Ausstattung mit Reflektoren von Schulranzen, Mützen, Schals und Schuhen. So müssen bei einem Schulranzen laut Norm etwa 20 Prozent der Vorderseite des Ranzens mit Reflektoren ausgestattet sein. „Aber auch die Seiten und die Träger müssen Reflektoren haben um am besten ist wie hier noch ein reflektierender Blinki-Anhänger“, erklärte Otte an Erstklässlerin Sarahs vorbildlich ausgestatteten Schulranzen. Das Erstaunen war groß, als Puppe Pauls Kleidung, von den Kindern mit Weste, Kappe und Blinkis nachgebessert, beim zweiten Lichttest im Klassenzimmer viel besser auffiel: „Jetzt ist Paul sogar besser zu sehen, als Pauline!“, riefen einige Kinder.

Die Lehrerin hat schon das Schulweg-Training und den Fugänger-Führerschein von Polizist Otte begleitet: „Ich hoffe sehr, dass die Trainings etwas helfen. Es sind oft nicht nur die Kinder, die die Trainings brauchen, sondern auch die Eltern, das hat man heut wieder daran gesehen, dass keins der zwanzig Kinder seine Weste auf dem Schulweg trug.“

Praktisches Geschenk

Bevor Polizeikommissar Otte wieder gehen durfte , löcherten ihn die Mädchen und Jungen noch mit Fragen zum Polizistenleben und die Baustellendichte in der Stadt. Zum Abschluss gab es auch noch ein praktisches Geschenk: Klick-Bänder aus retroreflektierendem Material, die sich um Arm und Bein geschlungen werden können. „Wenn die Kinder den Eltern zuhause erzählen, dass sie gern eine Jacke mit Reflektoren hätten, dann haben wir schon viel gewonnen“, sagte Otte.

Hintergrund: Hunderte Fußgänger sterben jedes Jahr

Jedes Jahr sterben mehrere hundert Fußgänger in Deutschland. Dabei sind insbesondere die Kinder durch ihre Größe besonders gefährdet.

„Eine Person mit dunkler Kleidung sehen andere erst ab einem Abstand von 25 Metern. Bei einer Person in heller Kleidung sind es schon fünfzig Meter, trägt man allerdings Reflektoren sind es 140 Meter und ein Autofahrer hat somit eine viel höhere Chance zu bremsen“, erklärte Kontaktbeamter Marco Otte den Göttinger Erstklässlern. (zli)

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