Polizisten in Niedersachsen sollen tragbare Computer erhalten

Hannover. Zur schnelleren Bearbeitung von Straftaten und Verkehrsunfällen soll die niedersächsische Polizei vom Herbst an mit Tablet-PCs ausgerüstet werden.

Die tragbaren Computer ermöglichen den Beamten im Streifenwagen einen direkten Zugriff auf Polizeidaten und machen lästige Schreibarbeit auf der Wache überflüssig, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) gestern.

Ein Pilotversuch mit 60 Mini-Computern beginnt in den Polizeiinspektionen Osnabrück, Oldenburg/Ammerland und Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Die Kosten dafür belaufen sich auf 300 000 Euro.

Zunächst soll je ein Tablet-PC pro Streifenwagen ausreichen. Eingerichtet werden soll auch eine Art WhatsApp-Messenger für die Polizei, wie ihn bereits die Hamburger Polizei erprobt, die ebenfalls an der Einführung von Mini-Computern arbeitet. Bislang müssen Streifenbeamte Informationen etwa zum Halter eines Autos per Funk auf der Wache abfragen. Informationen zu Einsätzen notierten die Polizisten noch handschriftlich in Merkbüchern, die sie später auf der Wache in den Dienstcomputer füttern.

Der Datenschutz und die Netzwerksicherheit spielen bei der Einführung der tragbaren Computer für die Polizei eine entscheidende Rolle, sagte Pistorius.

Deshalb werden die Daten verschlüsselt, damit keiner die Kommunikation der Polizisten mitlesen kann. Zunächst soll das Netz der Telekom genutzt werden. Später kann möglicherweise auf die Frequenz des digitalen Polizeifunks umgestiegen werden.

Tragbare Mini-Computer werden zwar bereits von der Polizei in Großbritannien und Zürich eingesetzt, da die Datenschutzvorschriften dort anders sind, kann die Technik aber nicht einfach übernommen werden, erklärte das Ministerium. In den Niederlanden begann vor zwei Wochen in der Stadt Gouda ebenfalls ein Test mit Tablet-PCs.

Zudem will Niedersachsen seine Polizisten gegen Spuck-Attacken schützen, mit denen sich vor allem Gefesselte gegen den Zugriff der Beamten wehren.

Für solche Situationen wird die Polizei nun mit Schutzmasken aus der Notfall- und Katastrophenmedizin ausgerüstet. Halbmasken sollen in begründeten Fällen Festgenommenen aufgesetzt werden, die anfangen zu spucken oder damit drohen. Spuckhauben wie bei der Bremer Polizei, die Festgesetzten komplett über den Kopf gestülpt werden, habe man nicht einsetzen wollen, weil die Betroffenen damit unnötig zur Schau gestellt werden, meinte der Minister.

Rubriklistenbild: © dpa

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