Postboxen, Abgeordnete und die Wulffs - Mlodochs Notizen aus Hannover

Hannover/Göttingen. Unser Korrespondent in Hannover, Peter Mlodoch, hat in dieser Woche wieder die Themen am Rande des politischen Alltags in der Landeshauptstadt aufgeschnappt.

Gelbe Boxen der Post. Ärger mit der Deutschen Post AG bekam Niedersachsens CDU-Fraktion. Die hatte ihre Akten für die Auskunftsklage gegen die rot-grüne Landesregierung mit den gelben Plastikboxen des Logistikers zum Staatsgerichtshof in Bückeburg transportiert. Ein Fernsehteam des NDR hielt dies bildlich fest und rief damit prompt das Unternehmen auf den Plan. Ein Post-Mitarbeiter erschien eigens im Landtag und klärte die Fraktion empört auf, dass die Behälter ausschließlich für Briefe vorgesehen seien. Man möge also künftig doch unbedingt einen derartigen Missbrauch vermeiden. Daran wird sich die CDU tatsächlich halten; die Fraktion schafft sich jetzt eigene, neutrale Boxen an. Das Geld dafür will die Union erwirtschaften, indem sie ihre Weihnachtspost – immerhin 2000 Briefe und Karten – nicht mehr mit dem gelben Riesen, sondern über dessen billigeren Konkurrenten Citypost verschickt.

Die Wulffs und Hochzeit. Der Auftritt war öffentlich, die Information eher spärlich. Lächelnd ließ die ehemalige First Lady Bettina Wulff beim ADAC-Medientreff alle Fragen des Moderators zur kirchlichen Hochzeit mit Ex-Bundespräsident Christian Wulff abperlen. War es am 17. Oktober? „Das Datum ist falsch.“ War es auf Norderney? „Das ist eine schöne Insel.“ Waren die Frischvermählten in Flitterwochen? „Wir waren ein paar Tage im Urlaub.“ Immerhin gab Bettina Wulff die Tatsache der Heirat als solche zu, auf Nachhaken auch den Oktober als groben Zeitraum. Und einen kleinen Einblick ins Burgwedeler Familienleben gewährte sie schließlich auch. Befragt, ob sich ihr Mann an Hausarbeiten beteilige, antwortete sie: „Er leert den Briefkasten und schaltet die Spülmaschine ein.“

Abgeordneter und Fotograf. Eine ungewöhnliche Nebentätigkeit übte der Parlamentarier Uwe Santjer aus. Der SPD-Mann aus Cuxhaven schlich durch die Abgeordnetenreihen und fotografierte mit seinem Handy seine Fraktionskollegin Petra Thiemann am Rednerpult. „Das braucht sie für ihre Homepage“, berichtete Santjer. In der ersten Reihe bei CDU-Fraktionschef Björn Thümler und CDU-Fraktionsgeschäftsführer Jens Nacke löste dies allerdings gewisse Lästereien aus. „Das Foto kommt auf meinen Nachttisch“, konterte der Genosse. „Damit ich wie ihr auch mal schlaflose Nächte habe.“

Spontane Flüchtlingshilfe. Spontan als Flüchtlingshelfer betätigte sich der CDU-Abgeordnete Stephan Siemer aus Vechta. Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses half im Hauptbahnhof Hannover einem jungen Pakistani aus der Patsche, der kein Wort Deutsch und nur ein paar Brocken Englisch konnte. Der Mann rief einen Freund mit besseren Sprachkenntnissen an, erklärte diesem sein Anliegen und reichte sein Handy an Siemer weiter. Dies ging dann ein paar Mal so hin und her; am Ende brachte die muntere Übersetzerei den gewünschten Erfolg: „Gemeinsam“, berichtete Siemer stolz, „konnten wir ihm eine günstige Zugverbindung nach München vermitteln.“

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