Jess Glynne und James Bay beim Soundcheck: Power-Frau und cooler Sänger

Power-Paket: Jess Glynne beim Soundcheck-Festival im Deutschen Theater, wo schnell keiner mehr saß. Foto: Kuhl

Göttingen. Die acht Konzerte am Freitag beim NDR-2-Soundcheck-Festival haben viele tausend Besucher begeistert. Abräumer am Ende war James Bay, der um Mitternacht mit seinem Mega-Hit „Hold Back the River“ in der Stadthalle den umjubelten Schlusspunkt setzte.

Unterschiedlicher können zwei aufeinander folgende Konzerte kaum sein: Erst das kleine, hier noch wenig bekannte Power-Paket Jess Glynne mit einer sechsköpfigen Band, darunter zwei Sängerinnen, die das Deutsche Theater selbst auf den Oberrängen zur Tanzfläche umkrempelten.

Danach der schlanke, gefühlvolle, und mega-angesagte James Bay in der prallvollen Stadthalle, der allein und mit der Gitarre die Frauenblicke förmlich ansaugte. Die – nicht überragende – Band braucht der mit einer markanten Stimme und einer spürbaren Liebe zum Gitarrenspiel ausgestattete Bay nicht unbedingt. Denn ganz stark ist der Mann mit Hut dann, wenn er mit einer seiner vielen Gitarren auf der Bühne steht und Balladen singt, ja zelebriert. Dann erinnert Bay an die großen Singer/Songwriter, dann stellen sich bei den Zuhörern die Härchen an Armen und Beinen auf.

Dass er mit „Craving“ rockig beginnt ist verständlich. Wirklich mitreißend ist von den schnelleren Stücken ist aber nur eines, na klar: „Hold Back the River“. Der Mega-Hit, der eine Hymne für Bay-Fans ist. Zuvor verbreitet der 25-Jährige aus dem britischen Hertfordshire seine Magie wie gesagt mit Stücken wie „Scars“ und „Let It Go“, allein mit Gitarre begleitet und eingeleitet.

Jess Glynne braucht ihre Band: Die 26-Jährige ist noch nicht ganz so bekannt wie James Bay, obwohl sie schon einen Grammy abgeräumt hat, als Sängerin der Elektro-Pop Gruppe Clean Bandit. Die war auch schon beim Soundcheck in Göttingen – aber ohne Jess. Nun also Jess solo. Die ausgebildete Sängerin aus Nordlondon kommt mit starker Truppe: Gitarrist, Bassist, Schlagzeuger, bei Bedarf zwei Keyboardern und dazu zwei Sängerinnen. Nach ein paar Takten ist klar: Es geht nach vorn los. Am Ende tanzt der ganze Saal und Moderatorin Elke Wiswedel macht sich berechtigte Sorgen um Bau.

Jess Glynne bereitet einen Gute-Laune-Mix aus Pop, Soul, R&B sowie einer starken Portion Funk. Am Anfang des Sets mit 14 Stücken steht auch „Rather Be“. Als danach alle im Saal stehen, ist Jess gelockert. Zuvor ist die Aufregung zu spüren: Denn Glynne steht in diesen Tagen erstmalig in Deutschland solo auf der Bühne. Dann folgen Balladen, die das Potenzial zeigen, ein Amy-Winehouse-Song, und viele Funky-Stücke. Am Ende brodelt es im Saal. Großartig.

Tag 2 des NDR-2-Sundcheck: Years & Years, Tove Lo und Co.

Gemeinsamkeiten zwischen James und Jess gibt´s dennoch einige: Beide sind fast gleich alt, beide Briten, beide haben Nummer-1-Alben, und beide haben eine große Musik-Zukunft.

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