Präsident in Haft: Göttinger Hells Angels sind führungslos

Die Symbole und Schriftzüge der Hells Angels sind verboten: Weil er beides in der Öffentlichkeit gezeigt hat, muss demnächst ein Göttinger Mitglied der umstrittenen Gruppierung vor Gericht. Außerdem sitzt offenbar der Göttinger Präsident in Haft. Foto: dpa

Göttingen/Adelebsen. Nach der jüngsten Polizeiaktion gegen die Hells Angels ist die umstrittene Gruppierung in Südniedersachsen führungslos. Bei einem der in Untersuchungshaft genommenen Männer handelt es sich offenbar um den Präsidenten der Göttinger Gruppe der Hells Angels.

Der 48-Jährige soll zusammen mit einem Komplizen versucht haben, einen 60-Jährigen aus dem nordhessischen Lippoldsberg unter Drohungen um 100.000 Euro zu erpressen. Bei einer fingierten Geldübergabe waren die Männer von einem Spezialeinsatzkommando der hessischen Polizei festgenommen worden. Die federführende Staatsanwaltschaft in Kassel wollte sich zu dem 48-Jährigen nicht äußern. Der mehrfach vorbestrafte Kampfsportler wird von Ermittlern als äußerst gefährlich bezeichnet.

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Der Göttinger Gruppierung der Hells Angels gehören nach Angaben der Polizeidirektion knapp ein Dutzend Männer an. Drei davon waren als mutmaßliche Helfer des Erpressungsversuches bei einer Durchsuchung der Clubräume in Adelebsen bei Göttingen vorübergehend festgenommen worden. Gegen sie wird weiter ermittelt.

Anklage gegen Mitglied

Weil er verbotene Symbole und Schriftzüge der Hells Angels in der Öffentlichkeit gezeigt hat, muss zudem ein Göttinger Mitglied der Rockerbande demnächst vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Göttingen bereite gegen den 41-Jährigen eine Anklage vor, sagte ein Sprecher der Behörde.

Die Symbole der als kriminell eingestuften Hells Angels sind in Niedersachsen seit Juli verboten. In diesem Zusammenhang läuft gegen den Göttinger Ableger der Gruppierung ein weiteres Ermittlungsverfahren. Symbole der Hells Angels sollen noch nach dem Verbot auf der Homepage im Internet gezeigt worden sein. (lni)

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