Ein Auto-Wrack mit Geschichte

Für mehr Sicherheit an Bahnübergängen: Präventionsmobil macht in Göttingen halt

Sie präsentieren das Präventionsmobil für Unfälle an Bahnübergängen am Bahnhof Göttingen: (Von links) Matthias Lange, Präventionsbeauftragter der DB-Sicherheit, und Polizist Hermann Lampen.
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Sie präsentieren das Präventionsmobil für Unfälle an Bahnübergängen am Bahnhof Göttingen: (Von links) Matthias Lange, Präventionsbeauftragter der DB-Sicherheit, und Polizist Hermann Lampen.

An den 2100 Bahnübergängen in Niedersachsen zählte die niedersächsische Polizei 2018 und 2019 jeweils 22 Unfälle.

Göttingen –Nach eigenen Angaben waren es 2017 sogar 33. Damit die Zahl der Unfälle weiter sinkt machen die Polizei und die DB-Sicherheit auf das Problem aufmerksam – auch am Bahnhof Göttingen.

Die Polizei und die DB-Sicherheit haben ein besonderes Unfallauto mitgebracht, um die Passanten für die Gefahr von Bahnübergängen zu sensibilisieren. Eine 86-Jährige ist mit dem Auto vor sieben Jahren von der Straße abgekommen, überschlug sich und landete mit dem Dach auf einem Bahnübergang. Zwei Männer zogen sie aus dem Auto. Drei Minuten später erfasste es ein Zug.

Kurz zuvor überquerte ein Jugendlicher, der in einer Jugendhilfe-Einrichtung tätig war, in der Nähe des Unfallorts die Schienen und wurde von einem Zug erfasst. Er starb.

Zwei seiner Freunde aus der Einrichtung, die von dem Unfall der Frau hörten, richteten einen Anhänger her, um das Auto zu präsentieren. So wollen sie dazu beitragen, dass weniger Menschen wie ihr Freund durch Zug-Unfälle sterben.

„Bisher haben die Passanten die Aktion gut aufgenommen“, sagt Polizist Herman Lampen: „Viele gucken erst mal skeptisch und fragen sich: Was ist das?“ Ihnen erklärt er dann, was besonders wichtig ist. „Sie sollten Schienen nur bei Bahnübergängen überqueren“, sagt er: „Und auf Verkehrszeichen wie das Andreaskreuz, das Achtung-Bahnübergang-Schild und Ampeln achten.“

Ein Zugführer habe keine Chance, den Zug rechtzeitig zum Stehen zu bringen, wenn jemand plötzlich über die Schienen geht. „Er hat einen Bremsweg von etwa 1000 Metern“, sagt Lampen.

Die Aktion ist Teil der „Rail Action Week“ von „RAILPOL“, einem internationalen Netzwerk europäischer Polizisten. Es wurde 2008 gegründet.

Außer dem Gründungsmitglied Deutschland gehören ihm 18 weitere europäische Länder und die USA an. Von Cloppenburg über Oldenburg kam die Aktion nach Göttingen. Zum Abschluss folgt Lüneburg.  fab

Von Fabian Becker

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