Spitzensportler und Depression

Preis des Deutschen Olympischen Sportbunds für Felix Kühnle

Preisgekrönte Dissertation: Dr. Felix Kühnle von der Uni Göttingen erhält eine DOSB-Auszeichnung.
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Preisgekrönte Dissertation: Dr. Felix Kühnle von der Uni Göttingen erhält eine DOSB-Auszeichnung.

„Depression im Spitzensport“, dieses Thema hat der Sportsoziologe der Uni Göttingen, Dr. Felix Kühnle, beackert – und wird für seine Dissertation den Wissenschaftspreis des Deutschen Olympischen Sportbundes erhalten.

Göttingen – Mit dem Preis zeichnet der DOSB alle zwei Jahre herausragende sportwissenschaftliche Qualifikationsarbeiten aus. Kühnles Arbeit mit dem Titel „Depression im Spitzensport: Psychisches Leiden als Kommunikationsthema“ wurde im August 2019 veröffentlicht.

Depressionen im Spitzensport sind nicht erst seit den Suiziden bekannter Athletinnen und Athleten ein öffentliches Thema. Verantwortlich gemacht für die psychischen Probleme von Spitzenathelten, wird häufig der Leistungsdruck, aber auch Ängste bezüglich der aktuellen und künftigen Lebenssituation. Felix Kühnle geht davon aus, dass sich der Leidensdruck betroffener Akteurinnen und Akteure nicht allein aus innerpsychischen Vorgängen ergibt, sondern auch von der Art und Weise abhängt, wie über Depressionen kommuniziert wird – auch in der Öffentlichkeit.

Laut Kühnle, betrachten die Leidenden ihre Situation vor allem anhand narrativer Muster und sprachlicher Konstruktionen, die in der Gesellschaft vorkommen. Kühnle klärt deshalb in seiner Dissertation über die sozialen Bedingungen auf, die die Kommunikation über Depressionen im Spitzensport antreiben und letztlich das Schicksal der Betroffenen wesentlich beeinflussen.

Der preisgekrönte Sportwissenschaftler Kühnle, Jahrgang 1983, studierte an der Uni Tübingen und der Victoria University of Wellington in Neuseeland. 2018 wurde er an der Technischen Universität Darmstadt promoviert. Seitdem ist er als akademischer Rat auf Zeit im Arbeitsbereich Sport- und Gesundheitssoziologie der Universität Göttingen angestellt.

Kühnles Forschungsschwerpunkte bilden sportsoziologische Analysen zum Umgang mit Krankheit und Gesundheit im Nachwuchsleistungs- und Spitzensport. Dabei stehen Fragen der Athletenentwicklung, der Dopingprävention und des Managements psychischer Symptomlagen im Mittelpunkt.

Die Preisverleihung ist für den 23. April 2021 im Rahmen einer DOSB-Festakademie geplant. (tko)

Weitere Infos gibt es hier.

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