Preis für Forscher-Trio

Göttinger Wissenschaftler kommen Alzheimer auf die Spur

Das Forscher-Trio: Dr. Nasrollah Rezaei-Ghaleh, Katharina Dietrich, Yvonne Bouter

Göttingen. Ein Göttinger Forscher-Trio ist mit dem Inge und Fritz-Kleekamm-Forschungspreis der Alzheimer Stiftung ausgezeichnet worden.

Den Preis für Forschungen auf dem Gebiet der Alzheimer-Erkrankung teilen sich die Wissenschaftler Yvonne Bouter und Katharina Dietrich aus der Arbeitsgruppe „Molekulare Psychiatrie“ der Universitätsmedizin Göttingen und Dr. Nasrollah Rezaei-Ghaleh vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).

Die jungen Wissenschaftler haben ein weltweit einzigartiges Tiermodell für die häufigste Form von Alzheimer, die sogenannte sporadische Alzheimer Krankheit, entwickelt. Die Forschungsergebnisse wurden im Mai in der Fachzeitschrift für Neuropathologie „Acta Neuropathologica“ veröffentlicht.

Der Inge- und Fritz-Kleekamm-Forschungspreis wird seit 2011 jährlich vergeben und ist mit 5000 Euro dotiert. Die Verleihung fand am Samstag während einer DZNE-Veranstaltung zum Welt-Alzheimertag im Deutschen Theater statt.

Warum und wie die Alzheimer-Krankheit entsteht, ist noch immer nicht endgültig geklärt. Bislang ging die Forschung davon aus, dass es Plaques sind, die die Nervenzellen von außen zerstören. Dabei soll ein spezielles Eiweiß eine Schlüsselrolle spielen. Es verklumpt zu Plaques, die für die Alzheimer-Krankheit typisch sind.

Das Team um Prof. Dr. Thomas Bayer aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen, zu dem zwei der Preisträger gehören, verfolgt in Kooperation mit der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Markus Zweckstetter vom DZNE einen anderen Ansatz: Nicht die Plaques sind nach ihren Forschungsergebnissen ursächlich für den Zelltod. Die Forscher haben stattdessen spezielle Eiweiße im Verdacht. Im Gehirn von Alzheimer Patienten kommen vor allem solche verkürzten Eiweiße vor.

Spezielles Eiweiß

In der mit dem Forschungspreis ausgezeichneten Arbeit ist es Yvonne Bouter, Katharina Dietrich und Dr. Nasrollah Rezaei-Ghaleh gelungen, die Bedeutung eines verkürzten Eiweißes (Beta-Amyloid 4-42) bei der Entstehung der Alzheimer Krankheit zu beweisen. Das Eiweiß bildet sehr rasch lösliche Aggregate, die in Zellkultur und im Tiermodell Nervenzellen zerstören.

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Die Alzheimer Stiftung Göttingen wurde 2008 an der UMG ins Leben gerufen. Sie unterstützt herausragende junge Nachwuchswissenschaftler finanziell, die auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung arbeiten und ihren Forschungsschwerpunkt in Göttingen haben. Mit dem Alter steigt das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. In Deutschland sind schätzungsweise rund 1,4 Millionen Menschen derzeit betroffen, jedes Jahr kommen 200 000 neue Erkrankungen dazu. (bsc)

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