„Leinefischer im Netz“ bringt jugendliche Strafgefangene und Senioren zusammen

Preis für Göttinger Medienprojekt

3000 Euro für neue Projekte: Den Sonderpreis für ihr Projekt nahmen Cornelia Lüer-Hempfing (Bereichsleiterin der LEB Göttingen) und Wendy Ramola entgegen. Foto: privat/ nh
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3000 Euro für neue Projekte: Den Sonderpreis für ihr Projekt nahmen Cornelia Lüer-Hempfing (Bereichsleiterin der LEB Göttingen) und Wendy Ramola entgegen.

Göttingen. Das Göttinger Projekt „Leinefischer im Netz“ hat den Sonderpreis für Medienkompetenz im Rahmen des Innovationspreises 2013 erhalten.

Das Projekt, bei dem jugendliche Strafgefangene und Senioren an einem Bildschirm sitzen, ist ein Gemeinschaftsprojekt des Göttinger Beratungsbüros der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB), des Stadtteilbüros Leineberg und der Jugendhilfe Göttingen. Vergeben wurde der mit 3000 Euro dotierte Preis vom Niedersächsischen Bund für freie Erwachsenenbildung (nbeb).

Alle drei Jahre verleiht der nbeb die Auszeichnung an ungewöhnliche und beispielhafte Bildungsformate in Niedersachsen. Den Sonderpreis erhalten Projekte, die Medienkompetenz im Umgang mit Film, Hörfunk, Fernsehen oder Internet vermitteln. Bei den „Leinefischern im Netz“ ist es das Internet, das Generationen zusammenbringt. Dabei geben junge Gefangene aus dem offenen Vollzug der Jugendanstalt am Leineberg ihr Netz- und Computer-Wissen an Senioren weiter. Die Idee: Erfahrungsaustausch zwischen Jung und Alt.

Neben dem praktischen Lerneffekt am PC geht es dabei auch darum, aufeinander zuzugehen und Vorurteile abzubauen. „Die Menschen am Leineberg haben teilweise Befürchtungen“, sagt Wendy Ramola von der Göttinger LEB, die das Projekt 2009 auf den Weg gebracht hat. „Gleichzeitig haben die Jugendlichen häufig Vorbehalte gegen ältere Menschen.“ Das ist bei den rund 20 Teilnehmern des Projekts inzwischen kein Thema mehr. „Es finden natürlich auch viele private Gespräche statt“, sagt Ramola. „Es ist zusätzlich so etwas wie Seele streicheln für die Jugendlichen und die Senioren.“

Mit den 3000 Euro Preisgeld plant das Göttinger Beratungsbüro der LEB unter anderem das Projekt am Leineberg noch zu erweitern. Dann geht es für Jugendliche und Senioren nicht nur gemeinsam an den Bildschirm, sondern auch an den Touchscreen, wenn der Umgang mit dem Handy geübt wird. (vsz)

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