Viel Applaus für Inszenierung

Premiere im Göttinger Theater im OP: Omeletts bei Sommerwetter

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Premiere von „Küsse, Schüsse und Omeletts“ im Theater im OP: Laura Apel als Monica Fisher und Thomas Rühling als Cadwallader.

Göttingen. Weniger wäre mehr gewesen, das hat vielleicht so mancher Zuschauer nach der Premiere im Göttinger Theater im OP gedacht. „Schüsse, Küsse und Omeletts“ heißt die Komödie von John Chapman und Michael Pertwee. Doch in der Agentengeschichte stecken zu viele Winkelschläge – oder doch nicht?

Nicht nur „Schüsse, Küsse und Omeletts“ servieren die Autoren dem Publikum. Frauen „tarnen“ sich in aufreizenden Kostümen und treiben Autohändler Fisher an seinem Geburtstag fast in die Verzweiflung. Weil seine Geschäfte schlecht laufen, hat er den Auftrag eines Geheimdiensts angenommen. Doch angesichts des Durcheinanders bei ihm fällt es auch dem zu ihm geschickten Kompagnon schwer, den Grundsätzen des Auftraggebers treu zu bleiben. Als neben Freundin und „Geburtstagsgeschenk“ mit den Maßen 60 – 90 – 60 auch noch die eigene Frau bei Fisher auftaucht, wird es für diesen immer schwerer, alles zu „erklären“.

So abgefahren die Geschichte auch sein mag, dem sechsköpfigen Team auf der Bühne im ThOP gelingt es, sie überzeugend darzustellen. Mit Passion redet sich Fisher (Jens Tödter) um Kopf und Kragen. Immer wieder erfindet er neue Ausflüchte, in denen er sich so weit verstrickt, dass es ihm schließlich selbst kaum noch gelingt, die Knoten glaubwürdig neu zu binden. Thomas Rühling als Geheimdienstler Cadwallader schafft es immer wieder, sein Gesicht nervös zucken zu lassen; so gibt er seinen Zweifeln sichtbaren Ausdruck. Laura Apel präsentiert eine Monica Fisher, die sich aus der empörten Ehefrau in eine doktorspielende Verrückte (?) verwandelt. Auch Beeke Doßenbach als Freundin Heidi, Julia Ruge als „Geburtstagsgeschenk“ und Kerstin Börst als die Frau, die das Geheimnis zunächst auflöst, spielen ihre Rollen in dem Chaos überzeugend.

Ausgiebiger Applaus

Doch ein Blick aus dem Theater in die Wirklichkeit lassen das Stück dann doch nicht so abgefahren wirken. Man muss nur an den Dieselskandal und die „Logik“ mancher Konzerne denken. Einen besseren Termin hätte sich das ThOP-Team mit Regisseur Peter Schubert für ihre Premiere wohl tatsächlich kaum wünschen können. Nach zwei Stunden gab das leider dünnbesetzte Publikum – echte Konkurrenz war an dem Abend das Sommerwetter – ausgiebigen begeisterten Applaus.

Von Ute Lawrenz

Weitere Vorstellungen: 19., 20., 22., 24., 25. sowie am 26. August, jeweils um 20.15 Uhr.

Kontakt: Theater im OP, Käte-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen, Tel. 05 51/3 92 21 77, E-Mail thop@gwdg.de

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