Premiere im Jungen Theater: „Bilder deiner großen Liebe“

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Junges Glück: Eva Schröer und Jan Reinartz sind in „Bilder deiner großen Liebe“ zu sehen.

Göttingen. Göttingen hat Wolfgang Herrndorf nicht mehr fertig geschrieben. Ein Hirntumor wurde bei ihm diagnostiziert, er setzte seinem Leben ein Ende. Im Jungen Theater hat am Samstag, 31. Oktober, die Bühnenfassung seines Romanfragments Premiere.

Einen Kraftakt leistet das Junge Theater mit zwei Premieren innerhalb von drei Tagen. Am Donnerstag „Die Leiden des jungen Werthers“, am Samstag kommt der Roman von Wolfgang Herrndorf in der Bühnenfassung von Robert Koall auf die Bühne. Ungewöhnlich sei es in dem kleinen Theater, dass zwei Produktionen in so kurzer Zeit Premiere hätten, sagt der künstlerische Leiter Tobias Sosinska. Es sei eine technologische Herausforderung gewesen, sie bei den Proben aneinander vorbei zu rangieren. Nun ist es geschafft: Mit „Bilder deiner großen Liebe“ wird das zweite Stück am Samstag aufgeführt.

Durchbruch

Der Durchbruch gelang dem Autor des Stoffes, Wolfgang Herrndorf, vor fünf Jahren. Über ein Jahr lang stand sein Roman „Tschick“ mit zwei 14-jährigen Aussteigern auf der Bestsellerliste. In „Bilder deiner großen Liebe“ erzählt er die Geschichte von Isa Schmidt weiter, deren Weg sich mit dem von Maik und Tschick kreuzt. Wie die beiden unternimmt Isa (Eva Schröer) eine „Reise“: Sie bricht aus einer psychiatrischen Klinik aus und versucht, ihre Ordnung in der Welt zu finden. „Verrückt sein heißt ja auch nur, dass man verrückt ist und nicht bescheuert“, ist das Motto, unter dem sie loszieht.

Auf ihrem Weg durch Brandenburg ist sie auch auf der Suche nach sich selbst. Dabei begegnet sie verschiedenen Männern (Jan Reinartz) und wird in nicht ganz gewöhnlicher Umgebung mit ganz alltäglichen Problemen konfrontiert: Was tun, wenn man im Wald seine Tage bekommt? Und wie findet man dort etwas zu essen?

Wilcke führt Regie

Vanessa Wilcke hat die Regie übernommen. Seit Anfang der Spielzeit ist sie leitende Regieassistentin am Jungen Theater Göttingen. Jetzt stellt sie sich als Regisseurin vor. Vera Koch hat für sie Bühne und Kostüme entworfen. Dabei ist es Wilcke wichtig, dass der Raum abstrakt geblieben ist. So lässt die Bühne Raum für Fantasien. „Jeder, der im Publikum sitzt, hat am Schluss eine ganz andere Geschichte gesehen“, das möchte Wilcke. Ob sie es schafft, können die Theaterbesucher am Sonnabend herausfinden.

Die Premiere im Jungen Theater wird gespielt am Sonnabend, 31. Oktober, um 20 Uhr. Karten gibt es unter Tel. 05 51/49 50 15. (zul)

www.junges-theater.de

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