Premiere von "The Black Rider: Ein teuflisch schöner Pakt

In ausgeglichener Schräglage: Musikalischer Leiter Michael Frei und Regisseurin Beate Baron bei den Proben für das neue Musikstück „The Black Rider“ am Deutschen Theater in Göttingen. Foto: Triesch

Göttingen. Der deutsche Wald ist ein mythenbehafteter Ort – eigenwillig, rau und düster. Inspiriert von Carl Maria von Webers „Freischütz“-Oper aus dem 19. Jahrhundert erzählt das Musiktheaterstück „The Black Rider: The Casting of the Magic Bullets“ die Volkssage ab dem 28. März am Deutschen Theater (DT) in einer Alternative-Pop-Version nach.

Wie in Shakespeares „Sommernachtstraum“ gilt auch hier: Wer den Wald betritt, kommt nicht als der Gleiche heraus als der er hineingegangen ist.

Die extravagante Neufassung des Freischütz stammt aus der Feder von Starregisseur Robert Wilson, für die er 1990 Rocklegende Tom Waits und den bekanntesten Autor der Beat-Generation William S. Burroughs als Mitstreiter gewinnen konnte.

So wurden aus den Zauberkugeln plötzlich „magic bulletts“, aus dem Verführer Stelzfuß ein satanischer Killer und die Musik um einiges extrovertierter. Alles eben etwas cooler – lässiger als der romantische Urtext.

„Die bejubelte Uraufführung von The Black Rider fand im Thalia Theater Hamburg statt“, erinnert sich Michael Frei, der musikalische Leiter der Göttinger Inszenierung des schwarzen Reiters. Die Hamburger Bühnenvorgabe setzte Maßstäbe, ist sich der 55-Jährige sicher und schwärmt vom musikalischen Ideenreichtum Tom Waits’: „So geht Musiktheater im besten Sinne. Und das holen wir nun auf die Göttinger Bühne.“

Mit einer siebenköpfigen Live-Band wird das zweistündige Programm musikalisch unterstützt. „Englischsprachige Songs – verbunden mit deutschen Sprachtexten, die aber durchaus für alle verständlich sein werden“, erklärt Frei, der ab diesem Sommer, nach 23 Jahren in Bern, die Leitung der Schauspielmusik am DT übernimmt.

Auch Regisseurin Beate Baron schwärmt über die Irrungen und Wirrungen des Stück, die Erzählweise und das dämonisch-skurrile Sinnbild des modernen Menschen: seine Maßlosigkeit, seine Entfremdung von der Natur, seine Untreue zu sich selbst und sein Verhältnis zum Bösen.

„Das Stück ist ein ganz großer Wurf und nicht leicht umzusetzen“, erklärt die 37-Jährige Wahl-Berlinerin. Für die freischaffende Musiktheaterregisseurin, die ursprünglich Opern in Szene setzt, ist dieses Stück eine „fantastische Herausforderung“, wie sie sagt.

Fast ein Jahr Vorbereitung, die auch in den einzigartigen Bühnenkonstruktionen oder Schrankwäldern für dieses surreale Stück stecken, gipfeln nun bald in der Premiere am Samstag, 28. März, ab 19.45 Uhr im Deutschen Theater Göttingen.

Karten gibt es an der Abendkasse oder unterim Internet.

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