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Private Hochschule in Göttingen sucht Teilnehmer für Studie zu Coronawirkung

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Von: Thomas Kopietz

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Die Private Hochschule Göttingen: Sie sucht Teilnehmer für eine Corona-Studie.
Die Private Hochschule Göttingen: Sie sucht Teilnehmer für eine Corona-Studie. © PFH/nh

Die Corona-Pandemie belastet viele Menschen psychisch. Das zeigen auch die Ergebnisse einer internationalen Studie unter Leitung der Privaten Fachhochschule Göttingen (PFH).

Göttingen – Sie lassen auch vermuten, dass die psychische Belastung mit zunehmender Pandemie-Dauer steigt (wir berichteten). Die PFH sucht jetzt Teilnehmer für die Studie und die damit verbundene vierte Befragung.

Federführend ist die Abteilung Klinische Psychologie des Fachbereiches Psychologie unter Leitung von Prof. Youssef Shiban

„Wir erhoffen uns durch die nun vierte Befragung weitere Erkenntnisse darüber, inwiefern die Pandemie und die bundesweiten Maßnahmen die Entwicklung psychischer Krankheiten über die Jahre hinweg beeinflussen“, sagt Shiban.

„Bereits vor der Pandemie gab es mehr Menschen mit hoher psychischer Belastung als das Gesundheitssystem aufnehmen konnte. Diesen Missstand wird die Pandemie nach vielen bisherigen Erkenntnissen weiter anfachen“, so Shiban.

Pandemiefolgen erforscht: Prof. Dr. Youssef Shiban.
Erforscht die Pandemiefolgen: Prof. Dr. Youssef Shiban. © PFH

Die Auswertungen der ersten drei Befragungen, die vom ersten Lockdown Anfang 2020 bis zum dritten Lockdown Anfang 2021 stattfanden, ergaben eine alarmierend hohe Belastung in Bezug auf Depressionssymptomatik. „Der Anteil an Personen, die schwere Belastungen durch depressive Symptome berichten, war zum zweiten Lockdown mehr als doppelt so hoch als im ersten Lockdown“, berichtet Shiban. Auch in den Kategorien Angst-, Zwangs- und Somatisierungssymptomatik zeigten sich Verschlechterungen. „Diese Befunde lassen vermuten, dass die anhaltenden Beschränkungsmaßnahmen die Wahrscheinlichkeit einer verstärkten Belastung insbesondere bei schweren Symptomen erhöhen“, sagt Shiban.

Zwar könne die Studie keine Aussagen über Diagnosen liefern, sondern lediglich über Symptombelastungen, laut Prof. Shiban belegt vergangene Forschung jedoch, dass nicht-klinische Symptome einen erheblichen Risikofaktor für die Entstehung psychischer Krankheiten darstellen.

Shiban freut sich über jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer.  tko

Die Befragung dauert etwa 20 Minuten und ist wissenschaftlich fundiert. Abrufbar ist sie hier. (Thomas Kopietz)

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