Problem-Wolf „Kurti“ ist getötet worden

Dieser Wolf ist ungefährdet: Er lebt in einem Gehege im Wildpark Schorfheide in Brandenburg. Einem Artgenossen in der Lüneburger Heide erging es jetzt schlechter, er wurde getötet. Foto: dpa

Hannover/Göttingen. Der in der Lüneburger Heide auffällig geworden Wolf mit der Kennung „MT6“ aus dem Munsteraner Rudel ist tot.

Aktualisiert um 15.05Uhr

Er sei am Mittwochabend im Landkreis Heidekreis „im Rahmen einer Maßnahme zur Gefahrenabwehr letalA entnommen worden“ – Mittwoch gegen 20 Uhr mit Amtshilfe durch die Polizei geschossen worden, hieß es am Donnerstagmorgen aus dem Niedersächsischen Umweltministerium. Einzelheiten will das Ministerium heute im Laufe des Tages bekanntgeben.

Die Jagd auf den in sozialen Medien auch „Kurti“ genannten Wolfsrüden war am Montag eröffnet worden. Das Tier hatte sich mehrfach Menschen bis auf wenige Meter genähert und soll am vergangenen Wochenende auch einen angeleinten Hund gebissen haben.

Der verhaltensauffällige und nun getötete Wolf Kurti aus dem Munsteraner Rudel ist als junges Tier möglicherweise von Menschen angefüttert worden oder mit Menschen in Kontakt geraten. Deswegen habe er wohl seine Scheu verloren, sagte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne).

Ein ähnlicher Fall in Deutschland sei ihm nicht bekannt, sagte der Minister. Allerdings habe es in anderen Ländern ähnliche Fälle gegeben Zunächst wollte das zuständige Umweltministerium erwogen, den Wolf einfangen zu lassen und in ein Gehege zu bringen. Dagegen hatten unter anderem Tierschützer protestiert. Später wurde entschieden, den Wolf doch einzuschläfern. Wie das Tier letztlich getötet wurde, das ist noch nicht bekannt.

Umweltschützer haben den Tod des auffällig geworden Wolfes MT6 aus dem Munsteraner Rudel bedauert. Zugleich äußerten die Naturschutzverbände IFAW, Nabu und WWF am Donnerstag Verständnis über die Entscheidung des Niedersächsischen Umweltministeriums, das Tier abzuschießen. Auch wenn das Schicksal des Einzeltieres tragisch sei, habe MT6 durch sein auffälliges Verhalten ein nicht mehr zu kalkulierendes Risiko für Menschen dargestellt, erklärten die Verbände. Der Wolf hatte sich wiederholt Menschen mit Hunden genähert, Vergrämungsaktionen in den vergangenen Monaten blieben ohne Erfolg.

Kritisch äußerten sich die Umweltverbände, dass nicht ausreichend untersucht worden sei, was das auffällige Verhalten von MT6 ausgelöst habe. „Wir plädieren ausdrücklich für die intensive Beobachtung des Munsteraner Rudels, aus dem das Tier ursprünglich stammt“, hieß es. Ziel müsse es sein, dass sich ein solches Verhalten bei anderen Wölfen nicht wiederhole. (epd/tko)

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