Landkreis Göttingen

Wegen deutscher Bahn: Internetausbau verzögert sich in mehreren Regionen

Glasfaserkabel in der Draufsicht
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Glasfaserkabel: Viele Kilometer davon werden im Landkreis Göttingen für den Ausbau des schnellen Internet verlegt. (Symbolbild)

Der Ausbau des schnellen Internets im Landkreis Göttingen soll im Herbst fertig sein. Doch es gibt Problemen mit der Deutschen Bahn.

Göttingen – Im Herbst soll der Ausbau des schnellen Internets im Landkreis Göttingen durch die Deutsche Telekom weitgehend fertig sein. Doch in den drei Ortschaften Stockhausen, Niedernjesa und Sieboldshausen stockt es – wegen Problemen mit der deutschen Bahn.

Derzeit geht die Wirtschaftsförderung Region Göttingen (WRG) davon aus, dass bis zum Jahresende bei etwa 95 Prozent der bislang unterversorgten Haushalte Internetanschlüsse mit mindestens 50 Mbit/s buchbar sind. Bis zuletzt sei es durch umfangreiche und zeitintensive Genehmigungsverfahren vereinzelt zu Verzögerungen bei dem geförderten Projekt gekommen.

Bei den Ortschaften Stockhausen, Niedernjesa und Sieboldshausen ist hingegen noch offen, wann die Bauarbeiten abgeschlossen sein werden. Laut Deutscher Telekom ist vor Ende März 2021 nicht mit einer Fertigstellung zu rechnen, da weiterhin die Zustimmung der Deutschen Bahn für Unterführungen der Kabel unter Bahnlinien fehlt. Grund dafür ist laut WRG ein langwieriges und „sehr komplexes Beantragungsverfahren“ bei der Deutschen Bahn, notwendige Baugrundgutachten verzögern das Projekt. Ein Ingenieurbüro war bereits im November 2019 mit dem Bahnkreuzungsantrag beauftragt worden. Von der Verzögerung betroffen sind 930 Haushalte in Niedernjesa und Stockhausen sowie ein Mobilfunkmast in Sieboldshausen.

Landrat Bernhard Reuter: „Ich nehme die Baubehinderungsanzeige der Deutschen Telekom mit großem Erstaunen zur Kenntnis. Verantwortlich für Deutsche Bahn wie auch den Breitbandausbau ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Doch scheinbar blockieren sich die Institutionen gegenseitig. Davon sind nicht nur wir, sondern zahlreiche andere Ortschaften in Deutschland betroffen. Ich werde das Bundesverkehrsministerium um zügige Klärung bitten. “

In einem Brief an alle Kommunen zum Breitbandausbau hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mitgeteilt, dass man mit der Deutschen Bahn Maßnahmen vereinbart habe, um Genehmigungsprozesse zu beschleunigen. Bei zahlreichen Projekten führen notwendige Bahnquerungen zur Verzögerung.

Inzwischen begonnen haben die Arbeiten zur Anbindung der Ortschaft Riefensbeek-Kamschlacken im Harz an das Breitbandnetz. Aufgrund der festgelegten Trinkwasserschutzzonen und weiterer Baustellen rund um die Sösetalsperre waren Absprachen zur Trassenführung sowie eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich. (Bernd Schlegel)

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