Kritik an der aktuellen Situation

ProCity: Parken in der Göttinger Innenstadt ist schwierig

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Parkhaus Groner Tor in Göttingen: Pro-City wünscht sich eine Modernisierung bestehender Parkhäuser.

Göttingen. Wer in die Göttinger City mit dem Auto zum Einkaufen kommt, muss mühsam einen Parkplatz suchen. Kritik kommt vom Verein ProCity, der die Einzelhändler der Innenstadt vertritt.

Warum kritisiert ProCity die derzeitige Situation?

Im vergangenen Jahr gab es die Untersuchung „Vitale Innenstädte“. Dabei wurde deutlich, dass viele Besucher von außerhalb mit der Parkplatzsituation unzufrieden sind. Verändert hat sich in der Situation bislang nichts.

Wie viele Parkplätze stehen derzeit zur Verfügung?

Thomas Dienberg

Laut Stadtbaurat Thomas Dienberg sind es etwa 5400 Stellplätze, davon 2500 private sowie 2600 öffentlich zugängliche auf Parkplätzen und in öffentlichen Parkhäusern.

Auf welche Stellplatzanzahl kommt ProCity?

Der Verein hat genau analysiert: Da beispielsweise in vielen Parkhäusern 50 Prozent der Plätze dauervermietet sind, kommt der Vorstand auf ganz andere Zahlen. Knapp 2000 Stellplätze sind es werktags, samstags gut 3000 Plätze. Dienberg will über die Zahlen mit ProCity sprechen.

Warum will der Verein ProCity möglichst viele Parkplätze in der Göttinger Innenstadt?

ProCity sagt zu diesem Thema: „Die Göttinger Innenstadt ist darauf angewiesen, für alle Besuchergruppen erreichbar zu sein. Ältere Menschen möchten den Arzt besuchen, Familien aus dem Umland kann eine Busfahrt nicht zugemutet werden, Mitarbeiter in der Stadt müssen zur Arbeit und Bewohner wollen ihr Fahrzeug ebenfalls abstellen können.“

Gibt es einen konkreten Verbesserungsvorschlag?

Ja, ProCity fordert die Einführung eines zeitgemäßen Parkleitsystems, inklusive Anzeige der verfügbaren Plätze auf großen Tafeln an den Straßen in der Stadt und im Internet. Bislang wird an den Straßen lediglich angezeigt, ob ein Parkhaus besetzt ist oder nicht.

Was sagt die Stadt zu diesem Vorschlag?

Göttingens Stadtbaurat Thomas Dienberg räumt ein, dass das aktuelle Parkleitsytem aus den 1990er-Jahren veraltet ist. Deshalb soll für 40 000 Euro bis zum Frühjahr 2018 ein neues Konzept erarbeitet werden – Umsetzung ab 2019. Ein neues System soll auf alle Fälle auch eine Restplatzanzeige enthalten.

Wie sieht es mit der Modernisierung von Parkhäusern aus?

Das ist auch eine Forderung von ProCity. Das Problem: Es gibt private und mit den Stadtwerken einen öffentliche Betreiber. Deshalb sollen beim künftigen Parkkonzept für die Innenstadt alle Akteure mit ins Boot geholt werden.

Vorbild Kassel? Dort werden die freien Plätze in den Parkhäusern angezeigt und können auch im Internet abgerufen werden.  

Was ist mit dem Neubau eines Parkhauses?

Es gibt die Idee, im Zuge der Sanierung der Stadthalle unter dem Albaniplatz eine Tiefgarage zu bauen. Dafür sollen aber die oberirdischen Stellplätze wegfallen. Stadtbaurat Dienberg geht davon aus, dass die mögliche Tiefgarage im Wesentlichen nur die Stellplätze auf dem Albaniplatz ersetzt und damit wenig Entlastung bringt.

Wie findet die Stadt eine weitere ProCity-Forderung, nämlich zusätzliche Kurzparkzonen mit maximal zwei Stunden zu schaffen?

Die Stadt will das prüfen. Dienberg: „Wir haben überall bewirtschaftete Parkzonen, mit einer Höchstparkdauer von maximal vier Stunden. Durch zwei Stunden Höchstparkdauer wird sicherlich der eine oder andere Parkplatz mehr zur Verfügung stehen. Ob das zu einer nachhaltigen Verbesserung führt, stelle ich infrage.“

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