Betrieb von gewerblich und privat geführten Drohnen soll neu geregelt

Drohnen-Piloten  sollen Führerschein für fliegende Kameras machen

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Alles unter Kontrolle: Der erfahrene und ausgebildete Pilot Michael Mehle fotografiert mit einer Drohne die Schlittschuhläufer auf der Göttinger Eisbahn, fliegt aber nicht über die Fläche.

Göttingen. Drohnen-Piloten sollten nach Ansicht von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt einen Führerschein machen. Damit soll der Betrieb von gewerblich und privat geführten Drohnen neu geregelt und zum Teil sogar eingeschränkt werden.

Ein Argument dafür: Die Sicherheit des Luftraumes und der darunter befindlichen Lebewesen. Kürzlich stürzte so eine Kamera-Drohne beim Ski-Weltcup-Slalom in Italien ab und verfehlte dabei um Haaresbreite das österreichische Ski-Ass Marcel Hirscher.

So etwas dürfe gar nicht passieren, könne aber dennoch vorkommen, sagt Michael Mehle aus Göttingen. Er arbeitet für die Firma PHT Airpicture, die unter anderem Luftaufnahmen von der Uni-Stadt anfertigt. Mehle pilotierte als einer der ersten in der Region gewerbsmäßig eine Drohne. Er plädiert für klare Regelungen.

Führerschein erwünscht

Firmen, die Drohnen gewerblich fliegen lassen, müssen schon jetzt eine Art Führerschein beantragen. Das sei aber laut Peter Smiatek, Geschäftsführer von PFT Airpicture, eine reine Formsache und sage nichts darüber aus, ob der Besitzer einer Drohne diese auch fliegen sollte.

Nach dem Kauf lässt der Käufer sein Gerät registrieren und gibt an, wie er es nutzen wird. Handelt es sich um eine kleine Maschine unter fünf Kilogramm Gewicht muss er – anders als zum Beispiel beim Auto-Führerschein – nicht seine Führungsbefähigung unter Beweis stellen.

Über fünf Kilogramm und bei gewerblicher Nutzung muss eine Aufstiegsgenehmigung beantragt werden. „Ich würde einen wirklichen Führerschein sehr begrüßen, denn das würde den rechtlichen Rahmen zum Besitz und zum Steuern einer Drohne erweitern. Es ist eine Chance auf Schutz der Bevölkerung vor Unfällen und kann den privaten Wildflug einschränken“, sagt Smiatek.

Drohne aus dem Baukasten

Segen und Unheil zugleich liegen laut Smiatek in der individuellen Nutzung von Drohnen. „Viele Kopter bestehen heute aus Selbst-Bausätzen und können je nach Wunsch zusammengestellt werden“, sagt Smiatek. Zudem sind viele Drohnen bereits für unter 1000 Euro erhältlich und daher immer beliebter bei Laien.

Unfälle immer Möglich

An einige Richtlinien müssen sich Drohnen-Piloten immer halten. Eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Als Drohnen-Pilot sollte man zudem eine Zusatzversicherung abschließen. „Man sollte seine Flugmodell auch nicht über Menschen fliegen lassen“, sagt Smiatek.

Über den technischen Zustand der Drohne und ob Defekte vorliegen, könne der Pilot zwar gut anhand einer Anzeige im Blick behalten. „Fällt aber eine Batteriezelle aufgrund eines Defekts aus oder ist der Wind zu stark, dann hilft das dem Pilot auch nicht“, sagt der Drohnen-Experte Peter Smiatek.

Die Batterie sei eine Schwachstelle bei den meisten Flugmodellen.

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