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„Spuren“: Programmkino Lumière zeigt Doku über die Opfer der NSU

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Von: Melanie Zimmermann

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Das Göttinger Programmkino Lumière zeigt im Rahmen der Wanderausstellung „Spuren“ am Montag (31.10.2022) eine Doku über die Opfer der NSU.

Göttingen – Spuren hinterlassen wir in unserem Leben auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen. Auch Täter hinterlassen häufig Spuren an Tatorten, die Ermittler und Polizeibeamte im Idealfall auf die richtige Fährte führen. Um die Spuren, die der Nationalsozialistische Untergrund, kurz NSU, hinterlassen hat, geht es in einem neuen Dokumentarfilm, der am Montag, 31. Oktober, um 19.30 Uhr im Kino Lumiére in Göttingen zu sehen ist.

Spuren – das sind nicht nur die Hinweise, die die Rechtsterroristen und -terroristinnen des NSU am Tatort hinterlassen haben, sondern auch die Verletzungen und Narben, die ihre Taten bei den Angehörigen der Opfer, in den migrantischen Gemeinschaften und in der gesamten deutschen Gesellschaft verursacht haben.

Doku über die Opfer der NSU: Programmkino Lumière zeigt „Spuren“ im Rahmen der Wanderausstellung

Porträtfotos der zehn durch die Neonazi-Terrorzelle NSU Ermordeten.
Porträtfotos der zehn durch die Neonazi-Terrorzelle NSU Ermordeten: (oben, v.l.) Enver Simsek, Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Habil Kilic und die Polizistin Michele Kiesewetter, sowie (unten, v.l) Mehmet Turgut, Ismail Yasar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubasik und Halit Yozgat. © dpa/picture alliance

In ihrem Dokumentarfilm begibt sich die türkischstämmige Regisseurin Aysun Bademsoy auf die Suche nach diesen Spuren und stellt sich dabei die Frage, welcher Prozess die Verletzungen überhaupt heilen könnte. „Spuren“ ist ein vielschichtiger Dokumentarfilm, der das Scheitern von Ermittlern und Justiz beleuchtet – und den Angehörigen der Opfer endlich eine Stimme gibt.

Aysun Bademsoy wurde 1960 in der Türkei geboren und zog später mit ihren Eltern nach Berlin. Nach Abschluss ihres Journalismus- und Theater-Studiums an der FU Berlin begann sie 1989, Dokumentarfilme zu drehen.

In ihrem ersten Independent-Film „Mädchen am Ball“ (1995) porträtierte sie ein türkisches Frauenfußballteam, mit dessen Karriere sie sich auch in „Nach dem Spiel“ (1997) und in „Ich gehe jetzt rein …“ (2008) befasste. Der Dokumentarfilm ist Teil des Begleitprogramms zur Wanderausstellung: Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen. (mzi)

Zu den NSU-Verbrechen gab es eine Führung durch die Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ in Göttingen. Ein Kurzfilm aus Göttingen rückt das Ehrenamt in den Fokus.

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