Kunsthaus und Uni Göttingen kooperieren

Projekt: Ein „House of Paper“ in Göttingen für die documenta fifteen

Das Göttinger Kunsthaus: Dort soll es ein Kooperationsprojekt mit der documenta fifteen geben. Das Haus wurde im Juni vergangenen Jahres eröffnet.
+
Das Göttinger Kunsthaus: Dort soll es ein Kooperationsprojekt mit der documenta fifteen geben. Das Haus wurde im Juni vergangenen Jahres eröffnet.

Die Gerüchteküche brodelte seit Wochen. Nun ist klar: Göttingen wird zwar kein Partnerstandort der Kasseler documenta fifteen, aber es gibt zwei enge Kooperationen.

Göttingen/Kassel – Mit der Universität Göttingen im Rahmen der Nachhaltigkeitsprojekte, sowie eine Partnerschaft mit dem noch jungen, 2021 eröffneten Kunsthaus und dem Steidl-Verlag. Beteiligt sein wird auch finanziell die Stadt Göttingen.

Das Kunsthaus und der Verleger sowie Ausstellungsmacher von Weltruf, Gerhard Steidl werden das Kunsthaus an der Düsteren Straße im künftigen Göttinger Kunstquartier als „House of Paper“ präsentieren. Das Projekt wird am kommenden Montag, 28. März, offiziell vorgestellt – dann werden auch Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt, documenta Generaldirektorin Sabine Schoormann und natürlich Gerhard Steidl, Kunsthaus-Gründungsdirektor und Kurator dabei sein.

Im Kunsthaus sollen dann etwa eine Handvoll internationale Künstler vor Ort sein und arbeiten. Besucher können bei diesen Schaffensprozessen dabei sein, teilhaben und mit den Künstlern in Kontakt treten. Ein Produkt der Arbeit im Kunsthaus und in direkter Nachbarschaft des Steidl-Verlages könnten am Ende Bücher sein, wie es hieß. Zusätzlich könnten auch Veranstaltungen wie Diskussionen und Talk-Runden laufen.

Für Verleger Gerhard Steidl dürfte damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, woran er beharrlich seit vielen Jahren gearbeitet hat: eine Verbindung zwischen der beachtlichen Verlagsszene in Göttingen und der großen documenta im nahen Kassel zu schaffen. Kurzum: Göttingen auch für documenta-Besucher interessant zu machen, die neben dem Hauptort Kassel auch den Kooperationsort Göttingen besuchen können.

Gerhard Steidl, Verleger

Weder Steidl noch die Kunsthaus-Verantwortlichen und die documenta-Pressestelle hatte wochenlang nicht auf Anfragen unserer Zeitung reagiert. Am Dienstag wurde die Kooperation offiziell. Eine documenta-Sprecherin verwies darauf, dass aber „Göttingen kein Außenstandort der documenta fifteen ist“.

Die Kooperation mit der Universität Göttingen bezieht sich auf das „Sustainable Village Project (Projekt nachhaltiges Dorf). Das ist wiederum eine Zusammenarbeit des Sonderforschungsbereichs 990 „Ökologische und sozioökonomische Funktionen tropischer Tieflandregenwald-Transformationssysteme“ in Sumatra, Indonesien zwischen Uni Göttingen, der Universität in Jambi – und nun auch der documenta fifteen. Im Kern geht es darum, Palmöl-Monokulturen wieder umzuwandeln in vielfältige Baumlandschaften. Beteiligt sind mehr als 100 Forschende. Sie wollen herausfinden, wie die Einwohner Sumatras ihr Land nachhaltiger nutzen, Artenvielfalt fördern und die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung befriedigen können. (Thomas Kopietz)

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.