Angebot soll weitergeführt werden

Projekt für Langzeitarbeitslose: Sport gegen das soziale Abseits

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Modellprojekt Sport verein(t): (von links) Petra Graunke und Klaus Dreßler (beide Kreissportbund Göttingen-Osterode), Landrat Bernhard Reuter, Moderator Hans-Jürgen Mack, Gabriele Kock (Jobcenter Göttingen) und der der stellvertretende SSB-Vorsitzende Christian Steinmetz bei der Präsentation des Angebots im Kauf-Park.

Göttingen. Mit Modellprojekt „Sport verein(t)“ soll es Langzeitarbeitslosen ermöglicht werden, in einem Verein Sport zu treiben. Jetzt wurde das Projekt im Rahmen der Göttinger Sportschau im Kauf Park vorgestellt.

Initiator und Träger des im März 2016 gestarteten und bundesweit ersten Projektes dieser Art ist der Stadtsportbund (SSB) Göttingen. Gefördert durch den Landessportbund Niedersachsen, die Lotto Sport Stiftung und sechs südniedersächsischen Jobcenter, soll dadurch Langzeitarbeitslosen im Alter von 18 bis über 60 Jahren (insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund, Alleinerziehenden und sozial Benachteiligten) die Chance eröffnet werden, an einem Sportangebot ihrer Wahl teilzunehmen. Durch das Ausstellen eines Gutscheins durch die Jobcenter wird eine einjährige Vereinsmitgliedschaft bei einem der 121 teilnehmenden Sportvereine gefördert.

Gesundheitsvorsorge

„Eines der Ziele des Modellprojektes ist es, Langzeitarbeitslosen durch die Mitgliedschaft in einem Sportverein soziale Teilhabe, Selbststärkung und Gesundheitsvorsorge zu ermöglichen“, sagt der stellvertretende SSB-Vorsitzende Christian Steinmetz. Beteiligt sind neben den Jobcentern in Göttingen, Northeim, Peine, Hameln-Pyrmont, Hildesheim und Holzminden auch die südniedersächsischen Kreissportbünde.

„Das ist ein großartiges Angebot für unsere Leistungsberechtigten“, betonte Gabriele Bock, Leiterin des Jobcenters Göttingen. In einem Verein Mitglied zu werden, dort Anschluss zu finden und Kontakte zu knüpfen sei normalerweise für die meisten Hartz IV-Empfänger mit dem normalen Regelsatz nicht finanzierbar. Von einem „unglaublich guten Projekt“ sprach auch Göttingens Landrat Bernhard Reuter. „Langzeitarbeitslose stehen nun mal nicht auf der Sonnenseite des Lebens daher ist dies eine irre Chance, die sich ihnen bietet.“ Gleichzeitig handele es siech bei „Sport verein(t)“ um ein Win-Win-Modell, da es den Vereinen die Chance biete, neue Mitglieder aus neuen Zielgruppen zu bekommen. Die Tatsache, dass bislang 25 Prozent der Hartz IV-Empfänger einen Gutschein eingelöst hätten, sei für Reuter ein kleiner Erfolg. „Allerdings sind das längst nicht genug“, appellierte an an alle Betroffenen, „diese einmalige Chance auch wirklich zu nutzen“.

Haushaltsplanung

Ob das Projekt, das im kommenden Jahr ausläuft, noch verlängert wird, ist derzeit offen. „Wir befinden uns gerade in der Haushaltsplanung für 2018, aber unsere Mittel sind nicht reich gesät“, sagte Gabriele Bock. Wenn das Budget es allerdings zulasse, werden wir das Projekt auch weiterführen“, versprach die Jobcenter-Leiterin.

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