Projekt hilft Schülern beim Start in den Beruf

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Hilfe beim Übergang von der Schule in den Beruf: Das Projekt stellten (von links) Tobias Broda und Klaus-Dieter Glaeser von der Agentur für Arbeit sowie Landrat Bernhard Reuter und Göttingens Schuldezernent Siegfried Lieske vor.

Göttingen. Jugendliche mit schlechten Chancen auf eine Lehrstelle bekommen künftig schon ab der achten Klassen individuelle Unterstützung. Stadt und Landkreis Göttingen sowie Arbeitsagentur stellten am Donnerstag das Projekt zur Förderung des Berufseinstiegs vor.

Mit dem Angebot, das seit November für insgesamt fünf Jahre läuft, sollen ständig 210 Schüler an Haupt-, Förder-, Ober- und Gesamtschulen in Stadt und Landkreis Göttingen erreicht werden. Sie werden über einen längeren Zeitraum von Sozialpädagogen unterstützt. Dabei kommt ein hauptamtlicher Mitarbeiter auf 20 junge Leute.

So sollen ganz gezielt schwächere Schüler bei dem landesweit einmaligen Projekt auf dem Weg in den Beruf unterstützt werden. Hintergrund: Die Arbeitsagentur ist auf eine Co-Finanzierung angewiesen und Stadt sowie Landkreis Göttingen haben sich dafür entschieden.

Während der gesamten Zeit bleibt der Sozialpädagoge ständiger Ansprechpartner für den einzelnen Jugendlichen. Der „Kümmerer“ spricht mit dem Schüler sowie dessen Eltern und hält Kontakt zur Schule, zur Arbeitsagentur, zum Praktikumsbetrieb oder zum späteren Ausbildungsbetrieb. Die Jugendlichen bleiben ein Jahr oder auch deutlich länger in dem Programm.

Kosten werden geteilt

Beim Landkreis organisiert die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung das Angebot. Dazu wurden viereinhalb Stellen geschaffen. So können 90 Schüler betreut werden. Die Kosten von 1,5 Millionen Euro teilen sich Stadt und Arbeitsagentur. Landrat Bernhard Reuter wies auf den bestehenden Fachkräftemangel hin. Deshalb dürfe man keinen Jugendlichen zurücklassen.

Außerdem will Reuter dadurch die Zahl der Abgänger herunterdrücken, die ohne Abschluss die Schule verlassen. Die Quote liegt im Kreis derzeit bei 4,1 Prozent. Sie soll auf drei Prozent sinken.

In der Stadt Göttingen gibt es Plätze für 120 Jugendliche. Dafür wurden sechs Stellen für Sozialpädagogen bei der Beschäftigungsförderung der Uni-Stadt eingerichtet. Stadt und Arbeitsagentur lassen sich das zwei Millionen Euro kosten. Der Betrag wird genau wie beim Landkreis geteilt. „Wir haben viel Geld in die Hand genommen, um die Perspektiven von benachteiligten Projekten zu verbessern“, sagt Göttingens Schuldezernent Siegfried Lieske.

Das Unterstützungsprojekt läuft seit 2007 an ausgewählten Schulen in der Region, so zum Beispiel an der Martin-Luther-King-Schule in Göttingen. Außerem sind die Gerhart-Hauptmann-Schule in Northeim und die Wilhelm-Bendow-Schule in Einbeck beteiligt. Unterschied zum aktuellen Angebot: Es wird über verschiedene Töpfe komplett vom Bund finanziert.

15 Schulen in der Region sind beim Förderprojekt mit dabei

Entscheidende Partner bei der Förderung des Berufseinstiegs von Jugendlichen sind die Schulen, die sie besuchen. Sie sollen Schüler, die eine Unterstützung bekommen sollen, vorschlagen. Folgende 15 Einrichtungen sind dabei:

Stadt Göttingen: Heinrich-Heine-Schule, Käthe-Kollwitz-Schule, Geschwister-Scholl-Gesamtschule, Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule, Bonifatiusschule sowie Förderschule der Jugendhilfe am Rohns.

Landkreis Göttingen: die Schule am Hohen Hagen in Dransfeld, die IGS Bovenden, die Schule am Thie in Rosdorf, die Schule im Auefeld in Hann. Münden, die Förderschule Rittmarshausen, die KGS Gieboldehausen sowie Astrid-Lindgren-Schule, St. Ursula-Schule und Pestalozzi-Schule in Duderstadt.

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