Lebensräume für gefährdete Tiere und Pflanzen

Projekt in Göttingen von Sartorius und Sielmann-Stiftung: Feuchtbiotop im Naherholungsraum

Naherholungsgebiet Kiessee und angrenzende Flächen im Süden der Stadt Göttingen: Südlich des Flüthewehrs (Bildmitte), das dem Hochwasserschutz dient, wird ein Feuchtbiotop entstehen, in Kooperation von Sartorius, Stadt und Sielmann-Stiftung. Flüthewehr, das dem Hochwasserschutz dient.
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Naherholungsgebiet Kiessee und angrenzende Flächen im Süden der Stadt Göttingen: Südlich des Flüthewehrs (Bildmitte), das dem Hochwasserschutz dient, wird ein Feuchtbiotop entstehen, in Kooperation von Sartorius, Stadt und Sielmann-Stiftung. Flüthewehr, das dem Hochwasserschutz dient. (Luftbild)

Nachhaltiges Wirtschaften und Handeln, das schreibt sich der Göttinger Life-Science-Konzern Sartorius auf die knallbunten Fahnen. So betonte Vorstandschef Dr. Joachim Kreuzburg während der Hauptversammlung des erfolgreichen M-Dax-Unternehmens, dass man stetig mehr für Nachhaltigkeit, ökologischen Fußabdruck und lebenswerte Umwelt investieren wolle.

Göttingen – Dafür steht ein Beispiel in Göttingen, wo Sartorius weiter kräftig baut, aber nun auch in ein spannendes Feuchtbiotop-Projekt im Naherholungsgebiet Kiessee/Leineaue investiert   – gut eine Million Euro.

Auf Initiative von Sartorius und unter Koordination der Heinz Sielmann Stiftung aus Herbigshagen bei Duderstadt entsteht südlich des Flüthewehrs nahe am Kiessee das Feuchtbiotop. Mit im Boot ist auch die Stadt. Sie stellt für das laut Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler „tolle“ Projekt eine etwa 16 Hektar große, bislang landwirtschaftlich genutzte Fläche an der Leine bereit. Ein Teil der Fläche befindet sich auf Kreisgebiet. Eingebunden in das Projekt ist auch der Leineverband.

Der Fluss Leine teilt das Areal in zwei Abschnitte, die einen ökologisch vielfältigen Lebensraum für seltene und gefährdete Tiere wie Amphibien und Vögel bieten sollen. Entstehen werden dort auch ein Weichholz-Auwald, Flutrinnen, Mulden und Senken für ein Auenrelief, mehrere Flachwassertümpel, Weiher und extensives Grünland.

„Dass die Firma Sartorius sich hier so engagiert, ist für Göttingen ein echter Glücksfall und kann nicht genug geschätzt und gewürdigt werden“, sagt denn auch Oberbürgermeister Köhler, der auch aus einem weiteren Grund begeistert ist: „Naherholung, Umweltbildung und Naturschutz finden im zukünftigen Feuchtbiotop an der Leine wunderbar zusammen.“ Davon würden auch die Menschen profitieren. Konkret geplant sind für die Erholungssuchenden dort ein Vogelbeobachtungspunkt und ein Erlebnisweg.

Das Lob für Sartorius gibt der Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim Kreuzburg zurück: Als man vor gut einem Jahr mit der Heinz Sielmann Stiftung auf die Stadt Göttingen zugegangen sei, habe man „sofort viel Unterstützung für die Idee erfahren, insbesondere von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler persönlich“, schildert Kreuzburg und betont: „Ohne diese Unterstützung wäre dieses Projekt nicht möglich.“

So fördert die Stadt das Projekt, indem sie Abstimmungen wie mit der Landwirtschaft, den Landkreisbehörden und besonders mit der Gemeinde Rosdorf koordiniert und organisiert. Vom Fachministerium hat die Stadt die Zuständigkeit für das wasserrechtliche Genehmigungsverfahren erhalten. Die Stadt Göttingen wird die Dauerpflege für das Grünland übernehmen. Mittelfristig soll sich das Biotop bei möglichst geringen Eingriffen natürliche entwickeln.

Für die Heinz Sielmann Stiftung ist das Engagement in der Stadt Göttingen ein besonderer Schritt, wie Vorstandsvorsitzende Michael Beier betont: „Uns freut besonders, dass wir hier in der Region Göttingen wirksam werden können, der wir uns durch den Stiftungssitz in Duderstadt besonders verbunden fühlen.“ Und es sei auch ein Naturschutzprojekt für Naturliebhaber. Beim Bau werde besonders auf eine schonende Ausführung der Arbeiten geachtet – auch mit Rücksicht auf die dort lebenden Pflanzen und Tiere. Die Gestaltung übernimmt das Büro für Freiraumplanung aus Bevern/Forst.

Die Eröffnung des Feuchtbiotops in der Göttinger Leineaue ist dann für Herbst diesen Jahres geplant. Und auch diesbezüglich sind sich Rolf-Georg Köhler und Joachim Kreuzburg einig: „Wir freuen uns schon jetzt sehr auf die Eröffnung.“ (Thomas Kopietz)

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