15 Veranstaltungen wegen fehlender Hotelkapazität abgesagt

Göttinger Veranstaltungszentrum Lokhalle benötigt zweites Hotel

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Aus der Luft: In der Nähe der Göttinger Lokhalle (oben) ein Hotel-Neubau entstehen.

Göttingen. Die Stadt Göttingen und das Veranstaltungszentrum Lokhalle benötigt dringend ein zweites Hotel in unmittelbarer Nachbarschaft, um auf die Nachfrage von Veranstaltern reagieren zu können.

Die Planung war jetzt Thema im Bauausschuss. „Wir mussten im vergangenen Jahren 15 Veranstaltungen wegen fehlender Hotelkapazitäten absagen“, erklärte dort die Geschäftsführerin der Göttinger Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung mbH (GWG), Ursula Haufe.

Anlass für ihre Forderung ist ein Streit in dem Gremium um einen neuen Hotelstandort an der Lokhalle. Eine Kette möchte dort auf einem Grünstreifen im Bereich Groner Landstraße/Carl-Zeiss-Weg ein 144-Zimmer-Haus parallel zur Leine bauen. Haufe: „Wir brauchen das Hotel dringend.“

Um das geplante fünfgeschossige Hotel im Zwei- bis Drei-Sterne-Bereich zu realisieren, muss die Stadt einen neuen Bebauungsplan für diesen Bereich aufstellen. Dazu gab es aber noch keine Entscheidung. „Wegen Beratungsbedarf“, sagte Ausschussvorsitzender Hans-Otto Arnold (CDU), vertagte das Gremium die Entscheidung.

Bauausschussmitglied und Hotelier (u.a. Hotel Freizeit In) Olaf Feuerstein (CDU) unterstützte die Planungen. „Wir müssen immer wieder in Kassel oder Heiligenstadt Zimmer organisieren, weil wir in Göttingen nicht genügend Kapazitäten haben. Der Ort für das Projekt in der Leineaue hat uns überrascht, deshalb haben wir Beratungsbedarf.“

Seinen Angaben zufolge würden zurzeit in Göttingen vier neue Hotels geplant, Gerüchte sprächen davon, dass noch Interesse am Bau von vier weiteren Hotels bestünde.

In den Fraktionen ist das Hotel-Projekt umstritten:

Die Kritik der SPD, so Sylvia Binkenstein, entzünde sich daran, dass nur für den Bereich des Hotels ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden solle. Ihre Partei aber halte die gesamte Planung des Lokhallen-Gebiets für erforderlich.

Dr. Francisco Welter-Schultes von den Piraten lehnte den Hotelbau ab. „Wir wollen die Grünfläche erhalten.“ Außerdem bemängelte er, dass die Verwaltung die Vorlage zu kurzfristig eingebracht habe.

Gerd Nier (Linke) forderte den Bau von bezahlbaren Wohnungen statt eines Hotels. Ulrich Holefleisch (Grüne) sagte, die Zustimmung seiner Partei zum Hotel sei noch offen.

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