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Projekt „Wheelmap“: So kommen Menschen mit Handicap barrierefrei durch Göttingen

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Von: Michael Caspar

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Ein Mann auf einem Rollstuhl steht vor einer Treppe.
Kooperationsprojekt „Wheelmap“: Bürger in Stadt und Landkreis Göttingen sollen sich an der Aktualisierung und Erweiterung der Rollstuhlkarte beteiligen. Dazu ruft das Kooperationsprojekt Inklusion bewegen auf. (Symbolbild) © imago

Die interaktive Karte des Projekts „Wheelmap“ ermöglicht Menschen mit Handicap barrierefrei durch Göttingen zu kommen. Bürger können sich bei der Aktualisierung beteiligen.

Göttingen – An der Aktualisierung und Erweiterung der Rollstuhlkarte „Wheelmap“ sollen sich Bürger in Stadt und Landkreis Göttingen beteiligen. Dazu ruft das Kooperationsprojekt Inklusion bewegen auf.

„Viele Rollstuhlfahrer nutzen die Karte, die der Berliner Verein Sozialhelden 2010 initiiert hat und die seither von jedermann ergänzt und aktualisiert werden kann“, berichtet die Inklusion-bewegen-Geschäftsführerin, Jenny Erbach.

Projekt „Wheelmap“: Interaktive Karte für Barrierefreiheit in Göttingen

Mit fast zwei Millionen Markierungen ist die Karte mittlerweile die weltweit Größte ihrer Art. Stadt und Landkreis könnten allerdings noch besser dargestellt werden, findet Erbachs Mitgeschäftsführer, Henning Strieben.

Die beiden, die ihre Ämter vor zwei Jahren übernommen haben, wollen für ihre erste große, öffentliche Aktion seit Beginn der Pandemie Rollstuhlfahrende, aber auch soziale Einrichtungen, Schulklassen, Studierendengruppen sowie andere interessierte Bürger gewinnen. Unterstützung bekommen sie vom Rollstuhlfahrer und ausgebildeten Barriere-Scout, Marco Schnyder vom SC Hainberg.

Toiletten-Check auf Barrierefreiheit: Henning Strieben, Dinah Epperlein, Jenny Erbach und Maria Schmidt (v. l.) in Göttingens Neuem Rathaus.
Toiletten-Check auf Barrierefreiheit: Henning Strieben, Dinah Epperlein, Jenny Erbach und Maria Schmidt (v. l.) in Göttingens Neuem Rathaus. © Michael Caspar

Bei Online-Infoveranstaltungen erfahren Teilnehmende, worauf alles zu achten ist. Türen müssen mindestens 90 Zentimeter breit sein und beim Öffnen und Schließen noch ausreichend Platz für den Rollstuhl lassen. Die Höhe von Waschbecken ist ausreichend, wenn ein Rollstuhl darunter passt.

Mapping Aktion zu Barrierefreiheit und Behinderungen in Göttingen ständig aktualisiert

Haben Rampen eine Steigung von mehr als sechs Prozent, schafft es ein Rollifahrer kaum mehr aus eigener Kraft hinaufzufahren. Ein 3,5 Meter breiter Behindertenplatz lässt genug Raum zum Ein- und Aussteigen. Die Länge sollte mindestens sechs Meter betragen, damit der Rollstuhl problemlos ausgeladen werden kann. Bei der ersten Schulung dieser Art schalteten sich sechs Personen zu, darunter Lehrer.

„Bewerten sollen Teilnehmende der Mapping-Aktion unter anderem öffentliche Gebäude, aber auch Geschäfte, Restaurants oder Arztpraxen“, führt Göttingens Dezernentin für Personal, Schule und Jugend, Maria Schmidt, aus. „Auf einen Rollstuhl oder Rollator werden viele von uns im Alter angewiesen sein“, gibt Dinah Epperlein zu bedenken.

Sie leitet in der Göttinger Stadtverwaltung das Referat für Nachhaltige Stadtentwicklung. „Auch Sportler, die sich verletzen, oder junge Eltern mit Kinderwagen, werden die Karte schätzen lernen“, betont Projekt-Geschäftsführer Strieben.

Online-Info-Veranstaltungen zum Wheel-Mapping in Stadt und Kreis Göttingen

In Osterode am Harz gibt es am Dienstag, 14.06.2022, um 18 Uhr eine Online-Infoveranstaltung zum Wheel-Mapping und am Dienstag, 21.06.2022, von 10 bis 18 Uhr ein Mapping-Event in der Stadt. In Duderstadt ist die Onlineveranstaltung für Dienstag, 30.08.2022 um 18 Uhr geplant und das Event für Dienstag, 06.09.2022, von 10 bis 18 Uhr.

In Hann. Münden findet die Onlineveranstaltung am Dienstag, 20.09.2022, um 18 Uhr statt und das Event am Dienstag, 27.09.2022, von 10 bis 18 Uhr. Mehr Informationen finden Sie hier. (Michael Caspar)

Sportler mit Handicap werden im Zuge der „Special Olympics World Games“ im Sommer 2023 nach Göttingen kommen. Das regionale Unternehmen Ottobock leistete bei den Paralympics technischen Support für die Athleten.

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