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Kirchengebäude in Göttingen auf dem Prüfstand

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Von: Bernd Schlegel

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Dekanatsreferent Ricardo Wickert.
Projekt Zukunftsräume: Dekanatsreferent Ricardo Wickert leitet der Steuerungsgruppe des Prozesses der katholischen Kirche in Göttingen. Im Mittelpunkt steht die künftige Nutzung kirchlicher Immobilien. © Müller/kpg

Das Projekt „Zukunftsräume“ der katholischen Kirche in Göttingen definiert kirchliche Räume neu. So entstehen neue Perspektiven für pastorale Arbeit.

Göttingen – Die Zahl der Gläubigen nimmt bei katholischen Kirche in Göttingen ab. Deshalb startet nun das Projekt „Zukunftsräume“, um darauf zu reagieren. Im Mittelpunkt steht dabei unter anderem die künftige Nutzung kirchlicher Immobilien. Die katholischen Pfarreien St. Godehard, St. Michael, Maria Königin des Friedens und St. Paulus sind dabei eingebunden.

Ziel ist es, gemeinsam mit dem Bistum die pastorale Arbeit im Stadtgebiet weiterzuentwickeln und ein Konzept zur künftigen Nutzung kirchlicher Gebäude zu erarbeiten. Um die Arbeit in den Pfarreien in einem Verfahren zu bündeln, hat das Dekanat Göttingen eine Steuerungsgruppe eingerichtet.

Projekt „Zukunftsräume“: Kirchengebäude im Bistum Hildesheim auf dem Prüfstand

Mit dem Prozess „Zukunftsräume“ antwortet das Bistum Hildesheim auf den tief greifenden Wandel, in dem sich Kirche und Gesellschaft befinden. Zu diesen Umbrüchen veranstaltet die Kirche gemeinsam mit der Universität auch eine Vortragsreihe. Der Prozess will die Pfarrgemeinden dabei unterstützen, neue Perspektiven für die pastorale Arbeit zu entwickeln.

Die Analyse der Gebäude ist am Ende Grundlage für die Entscheidung, welche Räumlichkeiten eine Pfarrei konkret benötigt, um ihren kirchlichen Auftrag zu erfüllen. In Göttingen gibt es zudem die Besonderheit, dass sich die vier Pfarreien aus dem Stadtgebiet in einem gemeinsamen Verfahren am Prozess beteiligen.

Jede der Pfarreien hat eine Projektgruppe gegründet, die eng mit den jeweiligen Gemeindegremien zusammenarbeitet. Eine sechsköpfige Steuerungsgruppe bündelt die Ergebnisse auf Gemeindeebene, koordiniert den Gesamtprozess und fungiert als Schnittstelle zum Bistum Hildesheim.

Nutzungskonzept für kirchliche Immobilien in Göttingen

Der Prozess wird zwei Jahre dauern. In diesem Zeitraum werden die Pfarreien ein gemeinsames Nutzungskonzept für die kirchlichen Immobilien erarbeiten und eine Entscheidung über den Unterhalt der einzelnen Gebäude und mögliche Investitionen treffen. Die Umsetzung der Beschlüsse wird sich unmittelbar an den Prozess anschließen.

„Bereits heute arbeiten die Göttinger Pfarreien in vielen Bereichen eng zusammen. Dabei haben alle Kirchorte und die Menschen, die diese prägen, ihre eigenen Besonderheiten, die es zu stärken gilt“, sagt Dekanatsreferent Ricardo Wickert, der die Steuerungsgruppe leitet.

Projekt „Zukunftsräume“ der katholischen Kirche: Neue Kooperationen im Bereich der Immobilien möglich

Er ist überzeugt, dass alle Seiten von einer noch intensiveren Kooperation im Bereich der Immobilien profitieren werden. „Dabei ist entscheidend, dass der Prozess für alle Beteiligten transparent abläuft und Raum zur Beteiligung bietet. Die Steuerungsgruppe bündelt die Abläufe, doch die Entscheidungen selbst werden in den Pfarreien getroffen.“

Neben Wickert gehören der Steuerungsgruppe Dechant Wigbert Schwarze (Pfarrer von St. Godehard und Maria Königin des Friedens), Pfarrer Hans Haase (St. Paulus), Pater Ludger Joos SJ (St. Michael) und Patrick Mente (Verwaltungsbeauftragter des Dekanats Göttingen) an.

Zudem bringt Diakon Martin Wirth die Perspektive der ehrenamtlichen Gemeindeleitungsteams in die Steuerungsgruppe ein. Weitere Informationen hier. (Bernd Schlegel)

Das Bistum Hildesheim und die Pfarreien der Dekanate Untereichsfeld und Göttingen stellen an neun Kirchorten Immobilien als Wohnraum für Geflüchtete aus der Ukraine bereit.

Auch Profanierungen sind nach der zweijährigen Phase denkbar

Größere Investitionen der Pfarreien im Immobilienbereich bedürfen grundsätzlich der Zustimmung des Bistums. „Der Prozess ‚Zukunftsträume’ ermöglicht es uns, mit dem Bistum auf Augenhöhe über geplante Investitionen der kommenden Jahre und eine mögliche finanzielle Unterstützung ins Gespräch zu kommen“, wirbt Dekanatsreferent Ricardo Wickert für das Projekt. Dabei geht es nicht in erster Linie um die Entscheidung über den Unterhalt einzelner Gebäude, sondern vielmehr um langfristige und nachhaltige Perspektiven für ihre Nutzung“, erklärt Wickert, der zur Mitarbeit bei dem Prozess einlädt. Am Ende eines solchen Prozesses kann auch stehen, dass einzelne kirchliche Gebäude profaniert, also entweiht werden. Allein im Bistum Hildesheim wurden seit 1989 etwa 80 Gotteshäuser verkauft, umgewidmet, umgebaut oder abgerissen.

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