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Auf ein Foto mit Samy Deluxe: Zwischen Graffiti, Hip-Hop und Breakdance

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Von: Melanie Zimmermann

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Der Hamburger Rapper Samy Deluxe umgeben von Schülerinnen und Schüler der Carl-Friedrich-Gauß-Schule.
Die Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Groß Schneen hat einen Projekttag mit Samy Deluxe gewonnen. Der Rapper gab dabei Workshops in den Bereichen Graffiti, Breakdance, HipHop, Vocal Coaching und Beatboxing. © Melanie Zimmermann

Die Carl-Friedrich-Gauß-Schule bei Göttingen gewinnt einen Projekttag mit Samy Deluxe. Der Rapper gibt den Kindern Workshops in Sachen Graffiti, Breakdance und HipHop.

Groß Schneen – Die Carl-Friedrich-Gauß-Schule gewann im März dieses Jahres den Bundeswettbewerb des deutschen Lack- und Farbherstellers Brillux „Deine Zukunft ist bunt“ und damit auch einen Projekttag mit Rapper Samy Deluxe und den Coaches seines Vereins „SalutDeluxe“. Nach intensiven Vorbereitungen war es nun soweit: 100 Schülerinnen und Schüler probierten sich in verschiedenen Workshops aus – unter den Augen des Hamburger Künstlers.

„Kannst du mir darauf auch ein Autogramm geben?“ „Du hast doch auch mit Sido zusammengearbeitet, oder?“ Der bekannte Hambuger Rapper Samy Deluxe steht umringt von Schülerinnen und Schülern auf dem Innenhof der Carl-Friedrich-Gauß Schule (CFG) in Groß Schneen im Landkreis Göttingen, schreibt Autogramme, hält Smalltalk und schießt jede Menge Erinnerungsfotos mit den aufgeregten Jungen und Mädchen. Und auch einige der Lehrkräfte stellen sich für ein Schnappschuss mit dem Hamburger an.

Rap-Star Samy Deluxe zu Gast an der Carl-Friedrich-Gauß-Schule bei Göttingen

Etwas mehr als 100 Jungen und Mädchen aus den Klassen fünf bis zehn aller Schulzweige (Haupt-, Realschule sowie Gymnasium) dürfen an diesem Mittwochvormittag an verschiedenen Workshops teilnehmen, erzählt Schulsozialarbeiterin Christine Klein, die den Projekttag nach dem Sieg beim Bundeswettbewerb in enger Abstimmung mit Brillux und SalutDeluxe organisiert hat. Zur Auswahl standen Workshops in Graffiti, Breakdance, HipHop, Vocal Coaching sowie Beatbox.

Mischt sich bei den Workshops auch unter die Teilnehmenden: Der Hamburger Rapper Samy Deluxe (rechts) zeigt den Jungen und Mädchen beim Graffiti, wie es funktioniert.
Mischt sich bei den Workshops auch unter die Teilnehmenden: Der Hamburger Rapper Samy Deluxe (rechts) zeigt den Jungen und Mädchen beim Graffiti, wie es funktioniert. © Melanie Zimmermann

In den beiden Graffiti Workshops starten die insgesamt drei Coaches erstmal damit, die Schülerinnen und Schüler mit den Grundlagen des Sprayens vertraut zu machen. Dazu gehört an erster Stelle auch der Mund-Nasen-Schutz. Die Kinder und Jugendlichen bekommen genau erklärt, welche Inhaltsstoffe in den Graffiti-Farben enthalten sind – und das es mitunter gesundheitsschädlich sein kann, wenn man sich nicht entsprechend schützt.

Auch, dass man nicht auf jeder frei verfügbaren Fläche drauflos sprayen kann erfahren sie. Und: Das Graffiti eines anderen Künstlers sollte man niemals übersprühen. „Das hat etwas mit Respekt zu tun“, erklärt einer der Coaches. Dann geht es auch schon an die Praxis, bei der alle Teilnehmenden mit vollem Eifer dabei sind. Nach einigen Übungen mit den Spraydosen entsteht auf zwei einzelnen Plakatflächen ein großer „SalutDeluxe“-Schriftzug, in dem sich alle Graffiti-Schüler verewigen.

Samy Deluxe gibt Workshops in Sachen Graffiti, Breakdance, HipHop, Vocal Coaching und Beatboxing

Die anderen Workshops finden in den Räumen der CFG-Schule statt, ohne Publikumsverkehr. Die Schüler sollen die Möglichkeit bekommen, ganz in Ruhe mit den Coaches zu arbeiten. Den gesamten Vormittag über mittendrin: Samy Deluxe. Der Hamburger schaut in allen Workshops vorbei und freut sich sichtlich über das große Interesse an seiner Person.

„Hier sind sehr viele kleine Menschen, die sehr erfreut darüber sind, dass ich hier bin, die aber eigentlich gar nicht mehr so ganz meine Zielgruppe sind“, stellt der Hamburger amüsiert fest. „Ich habe das sehr genossen, mal wieder von so vielen strahlenden Kindern begrüßt zu werden.“

Hier sind sehr viele kleine Menschen, die sehr erfreut darüber sind, dass ich hier bin, die aber eigentlich gar nicht mehr so ganz meine Zielgruppe sind.

Samy Deluxe

Dass die Kids mit dem Namen des Rappers nicht viel verbinden, wie vielleicht so manches Elternteil daheim oder viele der Lehrkräfte vor Ort, findet der Rapper sogar eher positiv. 2007 habe er seinen ersten Verein gegründet und sei mit sozialer Arbeit gestartet, damals sei er noch sehr viel in den Medien präsent gewesen. „Das war teilweise einfach zu viel Action, wenn ich in diese Schulen kam“, erinnert er sich.

Carl-Friedrich-Gauß-Schule gewinnt Projekttag veranstaltet von Brillux und SalutDeluxe

Umso mehr genieße er es, dass er bei dieser jüngeren Generation nicht mehr derart bekannt sei. „Der Tag heute ist natürlich trotzdem für die Kids viel cooler, als jetzt Mathe zu machen“, vermutet er. Und hat sicherlich recht damit. Die Schülerinnen und Schüler sind alle mit großem Interesse bei der Sache, das freut auch die Lehrer, die von Zeit zu Zeit ebenfalls vorbei schauen.

Auf dem Innenhof der CFG wurde einiges aufgebaut: Neben einer Chill-out-Ecke gab es auch einen Eiswagen und andere Mitmach-Angebote.
Auf dem Innenhof der CFG wurde einiges aufgebaut: Neben einer Chill-out-Ecke gab es auch einen Eiswagen und andere Mitmach-Angebote. © Melanie Zimmermann

„Es ist schön zu sehen, wie die Kids sich hier für die einzelnen Workshops begeistern können. Da lernt man den ein oder anderen auch nochmal von einer ganz anderen Seite kennen“, sagt Schulsozialpädagogin Christine Klein. (Melanie Zimmermann)

Der Verein „SalutDeluxe“

Hip-Hop meets Klassik ist die Kernaussage von SalutDeluxe, gegründet 2020 vom Rapper Samy Deluxe und der Geigerin Angelika Bachmann vom Ensemble Salut Salon.

Indem der Verein die Genres Hip-Hop und Klassik kombiniert, erhalten die jungen Menschen Zugang zu unterschiedlichen Erfahrungswelten. Dieser Mix an Milieus und Musikrichtungen soll Vorurteile abbauen und ausgrenzendes Verhalten minimieren, denn Rassismus und Sexismus sind auch in der Musik ein großes Problem. People of Color seien extrem unterrepräsentiert in klassischen Orchestern, heißt es auf der Website des Vereins. In der Popbranche wiederum sind Frauen auf sowie hinter der Bühne in der Minderheit.

Zwischen Hip-Hop und Klassik eröffnet sich ein Spannungsfeld, in dem die jungen Akteurinnen und Akteure ein hohes Maß an Diversität erleben können. Unsere musikpädagogischen Angebote sollen Teamwork und Eigenverantwortung fördern, denn Musik schult die Fähigkeit aufeinander achtzugeben und eine inklusive Gemeinschaft jenseits von Stereotypen zu etablieren. Nach dem Prinzip „each one teach one“ sollen sich Kinder und Jugendliche zudem untereinander Fähigkeiten vermitteln, um neben dem eigenen Wissen auch ihr Selbstwertgefühl zu steigern.

Die kostenlosen Angebote des Vereins reichen von Online-Beatbox-Class, über neue Möglichkeiten, Streichinstrumenten unerwartete Töne zu entlocken, Bau- und Gestaltung eigener Klanginstrumente, Beatproducing bis zur Erkundung wenig bekannter Instrumente. (mzi)

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