Protest gegen Billigfleisch: Greenpeace beklebt McDonald's-Filiale

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Göttingen. Aus Protest gegen die Verwendung von Billigfleisch durch McDonald’s haben Greenpeace-Aktivisten in Göttingen die Fenster einer Filiale mit Plakaten beklebt.

Zudem bemalten sie am Samstag den Gehweg vor der Filiale mit Sprühkreide.

„Stoppt genmanipuliertes Futter!“ und „Stoppt Massentierhaltung!“ war auf den Plakaten zu lesen. „Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von Greenpeace zeigt, dass Verbraucher kein billiges, mit Gentechnik und Antibiotika produziertes Hähnchenfleisch essen wollen“, sagt Greenpeace-Sprecherin Natascha Bruckner. Die Fastfood-Kette McDonald‘s ignoriere die Wünsche der Verbraucher jedoch. Aktuelles Fotomaterial aus den Ställen seines Hähnchenfleisch-Zulieferers belegten die miserable Haltung der Tiere. „Greenpeace konnte außerdem in fünf Proben des Hähnchenfutters bis zu 100 Prozent Gentechnik nachweisen“, so Bruckner.

Die Forsa-Umfrage, bei der vor einigen Tagen bundesweit 1002 Personen zu dem Thema befragt wurden, hatte ergeben, das 88 Prozent sich eine Kennzeichnung von eingesetztem Gen-Futter auf der Verpackung wünschten und 86 Prozent, dass gar keine Gentechnik in der Geflügelmast zum Einsatz kommt. Eine starke Reduzierung des Einsatzes von Antibiotika fordern gar 90 Prozent der Befragten.

„Die Produktion von Billigfleisch wirft nicht nur ethische Fragen nach dem richtigen Umgang mit Tieren auf, sondern hat auch gefährliche Folgen für Mensch und Umwelt“, betont Natascha Bruckner. Dazu gehöre die Zunahme multiresistenter Keime auf Hähnchenfleisch durch den hohen Einsatz von Antibiotika in den Ställen. „Böden und Wasser werden durch Nitrat aus Mist und Gülle verschmutzt“, sagt sie. Der Anbau gentechnisch veränderter Futtermittelpflanzen führe zudem zu einem hohen Einsatz von Agrarchemikalien. „Die Folgeschäden der skrupellosen Billigfleischproduktion müssen wir alle tragen – auch Verbraucher, die McDonald’s meiden“, so die Greenpeace-Sprecherin.

Von der Aktion selbst bekamen Kunden und Passanten kaum etwas mit. Wenige Minuten nach dem Start machte der Filialleiter von seinem Hausrecht gebrauch, ließ Plakate und Sprühkreide entfernen und rief die Polizei.

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