Bewohner contra Studentenwerk Göttingen

Protest zur Wohnheimsanierung in Göttingen: Studenten schütten Schutt und Müll in die Mensa

Wollten Druck machen für die Sanierung ihres Hauses: Bewohner der Roten Straße in der Zentralmensa des Studentenwerks. Foto: nh

Göttingen. Bewohner der Studentenwohnheime Rote Straße und Burgstraße haben für eine Sanierung protestiert: Sie kippten Bauschutt und Müll in das Mensafoyer.

Außerdem hingen sie eigenmächtig Fotos von Bau-Mängeln an die Leinwände der dort kürzlich beendeten Kunstausstellung. Pikanterweise nannten sie ihre Ausstellung ebenfalls „Geschmackssache“.

Das Problem

Die sechs Häuser in der Roten Straße und der Burgstraße stammen aus dem Jahr 1771. Sie müssen laut einem Gutachten aus dem Jahr 2015 generalsaniert werden. Ein vom Studentenwerk beauftragtes Architekturbüro schätzt die Kosten auf 5,5 Millionen Euro, die auf drei Jahre verteilt werden sollen. Nach der Sanierung sollen die Häuser Wohnraum für 64 Studenten bieten.

Die Vorwürfe

Das Studentenwerk schiebe die Sanierung auf die lange Bank, um „unbequeme Wohnprojekte in Göttingen endlich loszuwerden“, hieß es in einem offenen Brief. Die Bewohner hätten beschlossen, die Verhandlungen mit dem Studentenwerk bis auf Weiteres abzubrechen. Zudem halten sie es für „unverschämt und unzulässig“, dass das Studentenwerk die Sanierungskosten über die Mieten der Bewohner refinanzieren wolle. Das Studentenwerk habe sich nicht auf die Bewohner zubewegt und beharre darauf, ihnen die gesamten Kosten aufzuerlegen.

Die Reaktionen

Zur Kritik der Bewohner erklärte Geschäftsführer Professor Jörg Magull, dass das Sanierungskonezpt gemeinsam mit den Bewohnern erarbeitet worden sei. Voraussetzung sei aber eine Einigung über das gesamte Verfahren. „Unterschiedliche Vorstellungen können nur in einem Dialogprozess zusammengeführt werden. Dieses kann nur im Gespräch geschehen. Meine Tür steht nach wie vor offen“, sagte Magull.

Die Protestaktion im Foyer der Zentralmensa sei von ihm toleriert worden, nicht jedoch die ungenehmigte Plakataktion in den Speisesälen. Daher seien die von den Bewohnern dort aufgehängten Plakate sofort wieder von Mitarbeitern entfernt worden. (tsz)

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